Appeal inadmissible for missing appeal statement

SB180042Tribunale superiore5 feb 2018Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Zurich prosecution timely announced an appeal against the Hinwil District Court judgment of 21 September 2017, but failed to file the mandatory appeal statement within the 20-day period. The Obergericht held that the statement is a mandatory admissibility requirement under the StPO, so the appeal could not be entered into without needing to hear the parties. The court therefore declared the appeal inadmissible, left the first-instance judgment final, placed the appeal costs including official defense costs on the court treasury, and denied compensation.

Massima Omnilex

Art. 399 Abs. 1, 3 StPO; Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO; inadmissibility of appeal for failure to file appeal statement within time limit. The filing of a written appeal statement within the statutory period is a mandatory prerequisite for appellate review and not a mere order rule. If the appeal statement is omitted, the appellate court must refuse entry into the appeal; where the inadmissibility is manifest, it may dispense with observations under Art. 403 Abs. 2 StPO. A non-entry decision is treated as a defeat for costs purposes under Art. 428 Abs. 1 StPO; absent recognizable expense, no compensation is due.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB180042-O/U/cwo Präsidialverfügung vom 5. Februar 2018

in Sachen

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann, Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A., Beschuldigter und Berufungsbeklagter amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X.

betreffend Gefährdung des Lebens etc. Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 21. September 2017 (DG170014)

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2017 meldete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich gegen das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 21. September 2017 Berufung an (Urk. 49). Das begründete Urteil wurde der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich am 22. Dezember 2017 zugestellt (Urk. 61). 2. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung beim erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden. Die Berufungsklägerin hat dann innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Das Einreichen einer Berufungserklärung ist zwingend und folglich keine blosse Ordnungsvorschrift. Dies ergibt sich aus Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO, wonach auf die Berufung nur ein- getreten wird, wenn eine Berufungserklärung rechtzeitig erfolgt ist (H UG, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Straf- prozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, Art. 399 N 10; BSK StPO-EUGSTER, 2. Aufl. 2014, Art. 399 N 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_458/2013 vom 4. November 2013 E. 1.3.2. m.H.). 3. Die Staatsanwaltschaft erhob zwar rechtzeitig Berufung, reichte aber in der Folge keine Berufungserklärung ein (Fristende: 11. Januar 2018). Nachdem bei offensichtlicher Unzulässigkeit des Rechtsmittels praxisgemäss auf die Einholung von Stellungnahmen der Parteien im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet werden kann (vgl. ZR 110/2011 Nr. 69), ist auf die Berufung der Staatsanwalt- schaft gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO nicht einzutreten. 4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih- res Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Un- terliegt die Staatsanwaltschaft, trägt der verfahrensführende Kanton die Kosten (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 428 N 3). Mangels erkennbarer Umtriebe sind keine Entschädigungen zuzusprechen.

Es wird verfügt: (Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger) 1. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Oktober 2017 wird nicht eingetreten. Demzufolge ist das Urteil des Be- zirksgerichtes Hinwil vom 21. September 2017 rechtskräftig. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es werden keine Entschädigungen ausgerichtet. 4. Schriftliche Mitteilung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich − die Vertretung des Privatklägers (im Doppel für sich und die Privatklägerschaft) sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten). 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 5. Februar 2018

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. R. Bretscher

Parole chiave

appeal admissibilityappeal statementcriminal procedurenon-entrycostsofficial defense

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Questione giuridica chiave

Whether the prosecution's appeal had to be entered into despite no timely appeal statement.

Decisione estratta

No. A timely appeal statement under Art. 399 para. 3 StPO is mandatory; without it the appeal is inadmissible under Art. 403 para. 1 lit. a StPO.

Motivazione estratta

The prosecution filed the appeal notice on time, but did not submit the required written appeal statement by the deadline. Because the deficiency was obvious, the court could dispense with submissions from the parties and refuse entry.

Questione giuridica chiave

How to allocate the costs of the appeal proceedings and whether compensation is due.

Decisione estratta

The costs, including the official defense costs, were charged to the court treasury, and no compensation was awarded.

Motivazione estratta

A non-entry decision counts as loss for the appellant under Art. 428 para. 1 StPO; however, the order expressly placed the costs on the court treasury and found no recognizable expense warranting compensation.

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