Appeal inadmissible for missing appeal statement

SB150417Tribunale superiore23 ott 2015Inadmissible

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The Zurich High Court in criminal appeal proceedings held that the defendant failed to file a written appeal statement within 20 days after service of the reasoned first-instance judgment. Because the filing of an appeal statement is a mandatory validity requirement, the court did not enter into the appeal and did not seek submissions under Art. 403(2) CCP. The defendant was ordered to pay the appellate court fee of CHF 600 and the costs of the appeal proceedings.

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Art. 399 Abs. 3 StPO; Art. 403 Abs. 2 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO: Die schriftliche Berufungserklärung innert gesetzlicher Frist ist Gültigkeitsvoraussetzung der Berufung. Wird sie nicht eingereicht, ist auf die Berufung nicht einzutreten; auf Stellungnahmen nach Art. 403 Abs. 2 StPO kann verzichtet werden. Die säumige Partei gilt als unterliegend und trägt die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (vgl. Erwägung 2 und 3).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB150417-O/U/jv

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer Beschluss vom 23. Oktober 2015

i n Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

vertreten durch Sozialdienst für Erwachsene im Bezirk Uster, Beiständin B., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 5. März 2015 (GG140274)

Erwägungen: 1. Mit (Abwesenheits-)Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Ei nzel- gericht, vom 5. März 2015 wurde der Beschuldigte der Gewalt und Drohung ge- gen Behörden und Beamte schuldig gesprochen und bestraft (Urk. 33). Nach di- versen Adressabklärungen (vgl. Urk. 35-37) konnte dieses Urteil dem Beschuldig- ten am 16. März 2015 zugestellt werden (Urk. 38/1). Mit Eingabe vom 25. März 2015 liess der Beschuldigte fristgerecht ei n Gesuch um neue geri chtli che Beurtei- lung stellen sowie – eventualiter – Berufung anmelden (Urk. 39). In der Folge wies der Vorderrichter das Gesuch um gerichtliche Neubeurteilung mit Verfügung vom 29. April 2015 – rechtskräftig (vgl. Urk. 44/1-2) – ab (Urk. 43). D araufhi n wurde das schriftlich begründete Urteil dem Beschuldigten (bzw. seinem Verteidiger) am 31. August 2015 zugestellt (Urk. 47/2). 2. Der Beschuldigte liess innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Entscheides – mithin bis 21. September 2015 – keine schri ftli che Berufungserklärung ei nrei- chen, obwohl der begründete Entscheid diesbezüglich eine ausführliche Rechts- mittelbelehrung enthält (vgl. Urk. 45 Dispositiv-Ziffer 10 Abs. 3). Somit ist auf die Berufung des Beschuldigten androhungsgemäss nicht einzutreten. D as Ei nrei- chen einer Berufungserklärung stellt praxisgemäss eine Gültigkeitsvoraussetzung dar, wobei bei deren Nichteinreichung auf die Einholung von Stellungnahmen im Si nne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110/2011 Nr. 69; Urteil des Bundesgerichts 6B_458/2013 vom 4. November 2013, E. 1.4.2). 3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens mit einer Gerichtsgebühr von Fr. 600.– damit dem Beschuldigten aufzuerlegen.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 25. März 2015 wird nicht ein- getreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 4. Schri ftli che Mitteilung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat − den Privatkläger C._____ sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Züri ch, 23. Oktober 2015

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer

Parole chiave

appeal inadmissibilityappeal statementdeadlinecriminal procedurecostsnon-entry

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Questione giuridica chiave

Whether the appeal could be entered into despite no written appeal statement being filed in time

Decisione estratta

The court could not enter into the appeal because the written appeal statement was not submitted within the 20-day statutory period after service of the reasoned judgment.

Motivazione estratta

Filing an appeal statement is a validity requirement under Art. 399(3) CCP; if it is omitted, the court may forgo obtaining submissions under Art. 403(2) CCP and must declare the appeal inadmissible.

Questione giuridica chiave

Allocation of appellate costs

Decisione estratta

The defendant had to bear the appellate costs, including the court fee of CHF 600.

Motivazione estratta

Under Art. 428(1) CCP, a party whose appeal is not entered into is treated as unsuccessful and must bear the costs.

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