Criminal appeal not entered for missing appeal statement

SB150389Tribunale superiore12 ott 2015Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Zurich Court of Appeal held that the defendant's two appeal notices against the Andelfingen District Court judgment were insufficient because no written appeal statement was filed within 20 days after service of the reasoned judgment. Since the appeal statement is a validity requirement, the court did not enter into the appeals and did not seek observations under Art. 403(2) StPO. The defendant was ordered to pay the appellate costs, including a CHF 600 court fee.

Massima Omnilex

Art. 399 Abs. 3 StPO, Art. 403 Abs. 2 StPO; appeal statement as a validity requirement for criminal appeals. A mere notice of appeal does not replace the appeal statement. If no written appeal statement is filed within the statutory 20-day period after service of the reasoned judgment, the appellate court must not enter into the appeal; in such a case it may dispense with obtaining observations under Art. 403 Abs. 2 StPO. Under Art. 428 Abs. 1 StPO, the party whose appeal is not entered into is deemed unsuccessful and bears the appellate costs.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB150389-O/U/eh

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, die Oberrichterinnen lic. iur. L. Chitvanni und lic. iur. C. von Moos sowie die Gerichts- schreiberin lic. iur. S. Maurer Beschluss vom 12. Oktober 2015

i n Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Anklägerin und Berufungsbeklagte betreffend mehrfacher Diebstahl etc. Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen, Einzelgericht, vom 27. März 2015 (GG150004)

Erwägungen: 1. Am 31. März 2015 meldete der Beschuldigte persönlich gegen das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen, Einzelgericht Strafsachen, vom 27. März 2015 Berufung an (Urk. 28). Mit Eingabe vom 7. April 2015 meldete der damalige amtli- che Verteidiger des Beschuldigten ebenfalls Berufung gegen das obgenannte Urteil an (Urk. 25). In der Folge wurde das begründete Urteil (im Doppel) dem ehemaligen (vgl. Urk. 13/10 [= Urk. 35]: die amtliche Verteidigung endete mit Haftentlassung des Beschuldigten, der entsprechende Haftentlassungsbefehl datiert vom 27. März 2015 [Urk. 23]; vgl. auch Urk. 32 und 34) amtlichen Verteidi- ger am 24. Juli 2015 zugestellt (Urk. 39/2), welcher noch Zustellungsempfänger war (Urk. 37). 2. Innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Entscheides – mi thi n bi s zum 13. August 2015 – ging hierorts keine schriftliche Berufungserklärung ein, weder vom Beschuldigten persönlich noch vom ehemaligen amtlichen Verteidiger, obwohl der begründete Entscheid diesbezüglich eine ausführliche Rechtsmittel- belehrung enthält (Urk. 41 Ziff. 13). Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu bemerken, dass die Berufungsanmeldung des Beschuldigten persönlich vom 31. März 2015 nicht als Berufungserklärung angesehen werden kann (vgl. Urk. 28). Somit ist auf die Berufungen des Beschuldigten (durch di e amtliche Ver- teidigung) sowie durch den Beschuldigten persönlich androhungsgemäss nicht ei nzutreten. Das Einreichen einer Berufungserklärung stellt praxisgemäss eine Gültigkeits- voraussetzung dar, wobei bei deren Nichteinreichung auf die Einholung von Stellungnahmen i m Si nne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110/2011 Nr. 69; Urteil des Bundesgerichts 6B_458/2013 vom 4. November 2013, E. 1.4.2). 3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfah- rens mit einer Gerichtsgebühr von Fr. 600.– damit dem Beschuldigten aufzu- erlegen.

Es wird beschlossen:

  1. Auf di e Berufungen des Beschuldigten vom 31. März 2015 und vom 7. April 2015 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − den Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 12. Oktober 2015

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer

Parole chiave

criminal appealnon-entryappeal statementdeadlinecostsinadmissibility

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Questione giuridica chiave

Whether the defendant's appeals of 31 March 2015 and 7 April 2015 were admissible despite no timely written appeal statement.

Decisione estratta

The court did not enter into either appeal because no written appeal statement was filed within the 20-day statutory period after service of the reasoned judgment.

Motivazione estratta

A mere notice of appeal is not equivalent to an appeal statement. Filing the appeal statement is a validity requirement; without it, the appellate court may omit seeking observations under Art. 403(2) StPO.

Questione giuridica chiave

Allocation of appellate costs

Decisione estratta

The defendant had to bear the costs of the appeal proceedings, including a court fee of CHF 600.

Motivazione estratta

Under Art. 428(1) StPO, the losing party includes a party whose appeal is not entered into.

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