Late appeal in maintenance modification proceedings

RZ160006Tribunale superiore14 set 2016Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Zurich High Court held that the appellant’s complaint against the Winterthur District Court order in a maintenance-modification case was filed out of time. The challenged order had been served on 23 June 2016, so the 10-day appeal period expired on 4 July 2016; even on the appellant’s own more favorable calculation, the filing of 29 August 2016 was still late. The court rejected the argument that an incomplete appeal warning saved the appeal, noting that procedural orders need not be subject to such a warning. The court did not enter into the complaint, set the second-instance fee at CHF 500, charged it to the appellant, and awarded no party compensation.

Massima Omnilex

Art. 321 ZPO i.V.m. Art. 142–145 ZPO; verspätete Beschwerde gegen prozessleitende bzw. verfahrensleitende Anordnungen. Die Rechtsmittelfrist beginnt mit der Zustellung zu laufen; Eingaben sind spätestens am letzten Tag der Frist dem Gericht zu übergeben oder der Post zuhanden des Gerichts zu übergeben. Ein fehlender oder unvollständiger Rechtsmittelvermerk heilt die Verspätung nicht, wenn die Partei die Anfechtbarkeit kannte oder kennen musste; prozessleitende Entscheide bedürfen nicht zwingend einer Rechtsmittelbelehrung. Bei Nichteintreten wegen Fristversäumnis folgen Kosten dem Ausgang des Verfahrens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), während mangels relevanter Umtriebe keine Parteientschädigung zugesprochen werden kann (Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RZ160006-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunzi ker Schni der, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- berin lic. i ur. K. Montani Schmi dt Beschluss vom 14. September 2016

i n Sachen

A._____, Kläger 2 und Beschwerdeführer

gegen

B._____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 1

sowie

C._____, Kläger 1 und Beschwerdegegner 2

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____

betreffend Abänderung Unterhalt (Sistierung, Kostenvorschuss, Vollmacht)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 13. Juni 2016 (FK160023-K)

Nach Einsicht in die Beschwerdeschrift des Klägers 2 vom 29. August 2016 (gleichentags überbracht), mit welcher dieser die vorinstanzliche Verfügung vom 13. Juni 2016 anfi cht (Urk. 1), in der Erwägung, dass die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 13. Juni 2016 dem Kläger 2 am 23. Juni 2016 zugestellt worden ist (Urk. 6/8), dass die 10-tägige Beschwerdefrist dementsprechend am Montag, den 4. Juli 2016, abgelaufen ist (Art. 142 Abs. 1 i.V.m. Art. 143 Abs. 1, Art. 144 Abs. 1, Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO und Art. 321 Abs. 2 ZPO), dass der Kläger 2 die gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 13. Juni 2016 erhobene Beschwerde erst am 29. August 2016 dem Gericht überbracht hat (Urk. 1), dass Eingaben zur Einhaltung der Frist spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post über- geben werden müssen (Art. 143 ZPO), dass dementsprechend die Beschwerde verspätet ist, dass der Kläger 2 jedoch eine unvollständige Rechtsmittelbelehrung rügt (Urk. 1 S. 2, 11), dass die Vorinstanz das Rechtsmittel der Beschwerde lediglich gegen Dis- positivziffer 2 der angefochtenen Verfügung (Erhebung des Kostenvorschusses) angab, hingegen für die weiteren prozessleitenden Anordnungen der Nichtsistie- rung des Verfahrens sowie der Fristansetzung an den Kläger 2 zum Einreichen seiner Prozessführungsbef ug ni s für den Kläger 1 kein Rechtsmittel nannte (Urk. 2 S. 4 f. Dispositivziffer 6), dass der Kläger 2 hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da pro- zessleitende Entscheide, zu welchen die vorgenannten Anordnungen in Disposi- tivziffer 1 und 3 der angefochtenen Verfügung zählen, nicht mit einer Rechtsmit- telbelehrung versehen sein müssen (Reetz in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen- berger, ZPO Komm., 3. A., Vorbemerkungen zu den Art 308-318 N 23 mit Ver- weis auf OGer ZH PP130011-O vom 28.06.2013, E. 6, S. 6 f.),

dass der Kläger 2 vorliegend ohnehi n erkannt hat, dass auch gegen die Nichtsistierung eine Beschwerdemöglichkeit offensteht, auch wenn ihm nicht be- wusst zu sein scheint, dass diese lediglich bei einem drohenden nicht lei cht wie- dergutzumachenden Nachteil möglich ist und gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO i nnert 10 Tagen zu erheben wäre (vgl. Urk. 1 S. 11), dass selbst bei Annahme zu Gunsten des Klägers 2, die Rechtsmittelfrist be- trüge 30 Tage (Art. 126 ZPO i n Verbi ndung mi t Art. 321 Abs. 1 ZPO) die Be- schwerde verspätet wäre, da diese – unter Berücksichtigung des Fristenstillstan- des gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO – am Mittwoch, den 24. August 2016, abge- laufen wäre, was auch in Bezug auf Dispositivziffer 3 Geltung hat, dass demgemäss auf die Beschwerde infolge Verspätung ni cht ei nzutreten ist, dass die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 2 und § 10 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen ist, dass die Kosten ausgangsgemäss dem Kläger 2 aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und dem Kläger 1 sowie der Beklagten mangels relevanter Umtriebe kei ne Entschädi gung zuzuspreche n i st (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO), wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Kläger 2 aufer- legt. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger 1 und die Beklagte un- ter Beilage einer Kopie von Urk. 1, Urk. 3 und Urk. 4/1-8, sowie an die Vor- instanz, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt- sache beträgt weniger als Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 14. September 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin:

li c. i ur. K. Montani Schmi dt

versandt am: kt

Parole chiave

appeal deadlineinadmissibilityprocedural orderlegal remedy warningcourt costsparty compensationtimelinessnon-entry

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the first-instance order was filed within time

Decisione estratta

No. The appeal deadline had expired before filing, so the appeal could not be heard on the merits.

Motivazione estratta

The order was served on 2016-06-23 and the 10-day appeal period expired on 2016-07-04. Even under the appellant's more favorable 30-day view, the filing on 2016-08-29 was still late.

Questione giuridica chiave

Whether an allegedly incomplete appeal warning rescued the late filing

Decisione estratta

No. The missing warning on certain procedural directions did not create a basis for timely appeal of the challenged ruling.

Motivazione estratta

Procedural directions need not carry an appeal warning, and the appellant already understood that review was possible against the non-suspension order; in any event, the filing was late under either possible deadline.

Questione giuridica chiave

Allocation of second-instance costs and party compensation

Decisione estratta

The appellant had to bear the appellate court costs, and no party compensation was awarded.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome, and the other parties did not incur compensable expenses.

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