Definitive debt collection opening for loss-certificate costs

PN090194Tribunale superiore15 dic 2009Modified

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The plaintiff challenged the first-instance refusal of definitive debt collection opening for CHF 532.35 contained in two loss certificates. The Obergericht held that the cost items in the loss certificates, issued by the Betreibungsamt Kloten, had become final because they were not attacked by complaint under Art. 17 SchKG. Since public-law claims are not subject to an opposition action or provisional opening, definitive opening had to be granted for the full amount. The court confirmed, however, its practice that no opening is granted for debt-collection costs and also none for the legal-opening court fee and party compensation.

Massima Omnilex

Art. 80 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG; definitive Rechtsöffnung for cost items contained in loss certificates. Costs fixed in a Verlustschein issued by the debt enforcement office are, if not timely challenged by complaint under Art. 17 SchKG, final and sufficiently evidenced for definitive opening. Where public-law claims cannot be pursued by opposition action/provisional opening, refusal of definitive opening would otherwise render enforcement impossible. By contrast, no definitive opening is to be granted for debt-collection costs, as well as for the costs and party compensation of the opening proceedings, because these fall under Art. 68 Abs. 2 SchKG and are to be covered in priority from the debtor's payments.

Testo completo

Aus den Erwägungen: "Mit Verfügung der Einzelrichterin im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 26. August 2009 wurde der Klägerin [...] für einen Betrag von Fr. 1'763.- definitive Rechtsöffnung erteilt. Im Mehrbetrag von Fr. 532.35 wurde das Rechtsöffnungsbegehren abgewiesen. Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin mit Eingabe vom 21. Oktober 2009 rechtzeitig Nichtigkeitsbe- schwerde [...]. Die Vorinstanz ging zutreffend davon aus, dass die vorgelegten Verfügungen der Verkehrs- betriebe Zürich definitive Rechtsöffnungstitel für die betriebenen öffentlichrechtlichen Forderungen gemäss Art. 80 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG i.V.m. § 214 ZPO darstellen. Hingegen verweigerte die Vorinstanz die definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 532.35 und damit für die in den beiden eingereichten Verlustscheinen aufgeführten Kosten mit der Be- gründung, es lägen dafür keine Rechtsöffnungstitel vor. Aus den beiden Verlustscheinen geht hervor, dass sich der streitige Betrag aus den vom Betreibungsamt gemäss Art. 20 GebV SchKG berechneten Kosten für die Verlustscheine (Fr. 25.10 bzw. Fr. 125.80) sowie weiteren „Kosten“ von Fr. 381.45 zusammensetzt. Zwar hat die Klägerin diesen Betrag von Fr. 381.45 nicht detailliert belegt. Indes war sie dazu auch nicht verpflichtet: Bei den vorliegenden Verlustscheinen handelt es sich um Verfügungen des Betreibungsamtes Kloten, weshalb die fraglichen Kostenauflagen in der Höhe von insgesamt Fr. 532.35 jeweils mit Beschwerde nach Art. 17 SchKG innert zehntägiger Frist anfechtbar gewesen wären. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Beschwerde des Beklagten. Damit sind die in den beiden Pfändungsurkunden aufgeführten Kosten von Fr. 532.35 in Rechtskraft erwachsen und somit ausgewiesen. Die Auffassung der Vorinstanz hat nun zur Folge, dass der Klägerin bzw. Gläubigerin die Möglichkeit verwehrt wäre, ihre in den Pfändungsverlustscheinen aufgeführten Kosten zu vollstrecken, ist doch die Aberkennungsklage und damit die provisorische Rechtsöffnung für Forderungen des öffentlichen Rechts nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ausge- schlossen (BSK SchKG-Staehelin, N 46 zu Art. 82 m.w.H.; Stücheli, Die Rechtsöffnung, Zürich 2000, S. 393). Da folglich die weiteren Kosten von Fr. 532.35 einem Aberkennungsprozess nicht zugänglich sind, ist gestützt auf die Gesamtheit der Urkunden (Verlustscheine und die definitiven Rechtsöffnungstitel) auch für diese Forderung vollumfänglich definitive Rechtsöffnung zu erteilen. Das Argument der Vorinstanz, wonach für Kosten einer „früheren“ Betreibung nur Rechtsöffnung erteilt werden könne, wenn sie durch einen Rechtsöffnungstitel ausgewiesen seien (mit Hinweis auf Stücheli, a.a.O., S. 198), ist vorliegend nicht zielführend. Die Literaturstelle bezieht sich wört- lich auf „andere“ Betreibungen. Vorliegend stehen aber - neben den Verlustscheinsgebühren – un- angefochtene Betreibungskosten, die der Ausstellung der erwähnten Pfändungsverlustscheine vorangegangen sind, zur Diskussion. Die Rüge der Klägerin ist somit begründet [...]. Der Klägerin ist antragsgemäss auch für den ausgewiesenen Betrag von Fr. 532.35 definitive Rechtsöffnung zu erteilen. Hingegen ist nach der Praxis des Obergerichts für die Betreibungskosten keine Rechtsöffnung zu erteilen (ZR 108 Nr. 2), weil die Betreibungskosten gemäss Art. 68 Abs. 2 SchKG vorab von den Zahlungen des Schuld- ners zu erheben sind. Dasselbe gilt für die Spruchgebühr und die Parteientschädigung des Rechtsöffnungsverfahrens, da diese zu den Betreibungskosten zählen.“

Obergericht Zürich, III. Zivilkammer, Beschluss vom 15. Dezember 2009 (Mitgeteilt von Dr. D. Oser)

Parole chiave

debt enforcementdefinitive legal openingpublic-law claimloss certificatefinalityenforcement costscourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the costs listed in the two loss certificates could be enforced by definitive debt collection opening together with the public-law claims.

Decisione estratta

Yes. The loss-certificate costs of CHF 532.35 were final and proven by the documents, so definitive opening had to be granted for that amount as well.

Motivazione estratta

The cost orders in the loss certificates, issued by the Betreibungsamt Kloten, were challengeable only by complaint under Art. 17 SchKG within ten days and had not been attacked. As a result, they had become final. Because an opposition action and provisional opening are unavailable for public-law claims, denying definitive opening would otherwise make enforcement impossible. The court therefore relied on the totality of the documents to grant definitive opening for the full amount.

Questione giuridica chiave

Whether debt-collection costs, court fee, and party compensation of the legal-opening proceedings were themselves subject to legal opening.

Decisione estratta

No. Under the court's practice, no legal opening is granted for debt-collection costs because they are to be collected first from the debtor's payments; the same applies to the court fee and party compensation of the opening proceedings.

Motivazione estratta

These amounts are treated as enforcement costs and are satisfied in priority from payments received from the debtor.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.