Legal aid denied in divorce proceeding due to sufficient surplus

PC120018Tribunale superiore17 apr 2012Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Zurich Cantonal Court heard the wife’s appeal against the refusal of legal aid in a pending divorce case. She argued that the first-instance budget calculation omitted her health-insurance premium. The appellate court held that the premium had in fact been included and that, once the premium subsidy was correctly taken into account, her monthly surplus was even higher than before. Because she had sufficient means to cover the advance on costs, the appeal was dismissed and the refusal of unentgeltliche Rechtspflege confirmed. No costs were charged for the appeal proceedings.

Massima Omnilex

Art. 117 ff. ZPO; unentgeltliche Rechtspflege is excluded where the party can meet litigation costs from available means. In assessing indigence, the decisive factor is the disposable monthly surplus after inclusion of all necessary living expenses and proven burdens. If the appellate correction of a budget item does not eliminate but rather increases the surplus, the refusal of legal aid must stand (consid. 2). In proceedings concerning legal aid, no court costs are levied under Art. 119 Abs. 6 ZPO (consid. 3).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PC120018-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann und Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. Urteil vom 17. April 2012

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

gegen

B._____, Gesuchsteller und Beschwerdegegner

betreffend Ehescheidung / unentgeltliche Rechtspflege

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen Ver- fahren des Bezirksgerichtes Dietikon vom 15. März 2012; Proz. FE120028

Erwägungen: 1. Vor Bezirksgericht Dietikon ist ein Scheidungsverfahren zwischen den Ehe- leuten A._____ und B._____ hängig (act. 5). Mit Verfügung vom 23. Februar 2012 setzte das Einzelgericht den Parteien u.a. eine Frist an zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 4'200.-, unter Hinweis, dass dieser Betrag von einer Partei alleine oder von beiden Parteien je zu einem Teil bezahlt werden könne (act. 5/3 S. 3). Das von A._____ gestellte Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung (recte: unentgeltliche Rechtspflege, vgl. Art. 117 ff. ZPO) wies das Einzelgericht mit Verfügung vom 15. März 2012 ab (act. 4). Diesen Entscheid focht A._____ mit Beschwerde an (act. 2). 2. a) Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe in ihrem Gesuch die Krankenkassenprämie nicht erwähnt, deshalb habe die Vorinstanz bei der Grundbedarfsberechnung die Krankenkassenprämie in der Höhe von Fr. 226.60 (inkl. Prämienverbilligung) nicht berücksichtigt. Bei Berücksichti- gung der nun im Beschwerdeverfahren belegten Krankenkassenprämie ergäbe sich lediglich ein Überschuss von Fr. 337.40 anstatt Fr. 564.-, wie die Vorinstanz berechnet habe (act. 2 sinngemäss). b) Die Beschwerdeführerin übersieht, dass die Vorinstanz die Krankenkas- senprämie in ihre Berechnung einbezogen hat und zwar ohne Berücksichti- gung einer Prämienverbilligung. Gestützt auf die Aufstellung der Beschwer- deführerin berechnete die Vorinstanz einen Bedarf von Fr. 3'018.- (Grundbe- trag von Fr. 1'200.-, Miete Fr. 1'170.-, Nebenkosten Fr. 65.-, Mobilität Fr. 89.-, Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 25.-, Natel/Internet Fr. 120.-, Billag Fr. 39.-, Steuern Fr. 310.-). Unter Hinweis, dass die Beschwerdeführe- rin in ihrer Bedarfsaufstellung die Krankenkassenkosten nicht aufgeführt ha- be, aber hiefür ein Beleg über Fr. 278.60 eingereicht worden sei, berücksich- tigte die Vorinstanz auch diese Aufwandposition. Es resultiert demnach ein monatlicher Bedarf von Fr. 3'296.60 (Fr. 3'018.- + Fr. 278.60). Diesen mo- natlichen Aufwendungen stellte die Vorinstanz ein Einkommen von

Fr. 3'860.60 gegenüber und berechnete demgemäss einen Überschuss von Fr. 564.- (Fr. 3'860.60 − Fr. 3'296.60). Aufgrund der heutigen Ausführungen ergibt sich, dass sich der Überschuss durch die Prämienverbilligung um Fr. 52.- (Fr. 278.60 − Fr. 226.60) auf Fr. 616.- erhöht. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. 3. Gestützt auf Art. 119 Abs. 6 ZPO werden für das Beschwerdeverfahren kei- ne Kosten erhoben (OGer ZH PC110052 vom 23. November 2011, entge- gen BGE 137 III 470). Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und die Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Dietikon vom 15. März 2012 wird bestätigt. 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 3. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Bei- lage eines Doppels von act. 2, sowie an das Bezirksgericht Dietikon unter Beilage der vorinstanzlichen Akten und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. I. Vourtsis-Müller

versandt am:

Parole chiave

legal aidindigencebudget calculationdivorcecourt advanceappealcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was entitled to unentgeltliche Rechtspflege in the divorce proceedings.

Decisione estratta

No. The appellate court held that the first-instance court had already included the health-insurance premium in the budget calculation, and even after correcting the premium subsidy, a monthly surplus remained that precluded legal aid.

Motivazione estratta

The appellant’s complaint failed because the health-insurance premium had been considered in the needs calculation. With the subsidized premium, the surplus increased rather than decreased, leaving sufficient means to advance costs.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged for the appeal proceedings concerning legal aid.

Decisione estratta

No costs were charged for the appeal proceedings under Art. 119(6) ZPO.

Motivazione estratta

The court applied the statutory rule that no costs are levied in appeal proceedings concerning legal aid.

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