Service address required in Switzerland despite foreign counsel

NP130033Tribunale superiore29 nov 2013Modified

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Sintesi Omnilex

The Obergericht held that the rule on designating a service recipient in Switzerland applies not only when a party is domiciled abroad, but also when the party resides in Switzerland while her representative has a foreign address. In such a situation, service may not be shifted to public notice merely because the foreign address is unusable. Rather, the court must direct service to the party personally and require a Swiss service address only as long as no other Swiss address is designated. The court therefore ordered that no further service be sent to the representative abroad.

Massima Omnilex

Art. 140 ZPO; designation of a service recipient in Switzerland where the party is domiciled in Switzerland but the representative has a foreign address. The duty to provide a Swiss service address follows from the purpose of the service regime and applies by analogy in such constellations. Public service under Art. 141(1)(c) ZPO is an exceptional ultima ratio and is disproportionate where the party itself is reachable in Switzerland. In these circumstances, service must be addressed to the party personally rather than to the foreign representative; a formal time limit need not be set if it would serve no practical purpose (consid. 4).

Testo completo

Art. 140 ZPO, Bezeichnung eines Zustellungsempfängers. Die Vorschrift ist nicht nur anzuwenden, wenn die Partei selber im Ausland domiziliert ist, sondern auch, wenn sie selbst im Inland wohnt und einen Vertreter im Ausland benennt. Vorgehen im konkreten Fall.

(Erwägungen des Obergerichts:) 4. Zustellungen der schweizerischen Gerichte erfolgen grundsätzlich nicht ins Ausland. Dem entsprechend kann jede Partei aufgefordert werden, einen Zu- stellungsbevollmächtigten in der Schweiz zu bezeichnen (Art. 140 ZPO). Wie es zu halten ist, wenn die Partei selber in der Schweiz wohnt, ihr Vertreter aber eine Adresse im Ausland hat, ist dem Gesetz nicht direkt zu entnehmen. Es ist so zu handhaben, dass es den Anliegen des Gesetzes Rechnung trägt und als allge- meine Regel gelten kann (Art. 1 Abs. 2 ZGB). Nach der Regel, dass jede Partei eine Zustelladresse in der Schweiz ange- ben muss, kann es beim Bezeichnen eines Anwaltes mit Adresse im Ausland nicht sein Bewenden haben. Die Partei oder der Anwalt müssen eine schweizeri- sche Adresse angeben, wobei sich die Fristansetzung jedenfalls dem Gesetzes- wortlaut nach, aber auch vom Sinn der Bestimmung her, an die Partei zu richten hat. Wenn die Auflage nicht befolgt wird, sind Mitteilungen des Gerichts nicht wie früher nach ei nzelnen kantonalen Prozessordnungen gänzlich zu unterlassen (§ 30 ZPO/ZH), resp. können sie nicht zu Handen der Partei mit Wirkung der Zu- stellung ins Dossier gelegt werden, sondern sie sind amtlich zu publizieren (Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO). Diese öffentliche Bekanntmachung durch Publi kati on im Amtsblatt ist aber aus Sicht der Parteien eine sehr unsichere Sache. Weil nur wenige Personen das Amtsblatt überhaupt konsultieren, und weil auch nicht zum voraus bekannt ist, wann eine Publikation erfolgen wird, gelangen solche Mittei- lungen in aller Regel gar nicht zur effektiven Kenntnis der Betroffenen, und we- sentlich ist dann einzig die gesetzliche Fiktion der Zustellung. Die amtliche Be- kanntmachung hat daher die Ausnahme und das letzte Mittel zu bleiben (Lukas Huber, Dike-Kommentar ZPO [online-Stand 16. April 2012], Art. 141 passim). Wenn wie hier die Partei in der Schweiz wohnt, wäre es nicht verhältnismässig,

nach unbenutztem Ablauf der Frist zum Bezeichnen eines Zustellungsempfängers zur amtli chen Publi kati on überzugehen. Vielmehr wären dann die Zustellungen an die Partei selber zu richten − i n Abwei chung vom Grundsatz, dass Zustellunge n i n der Regel an den bestellten Vertreter gehen (Art. 137 Abs. 1 ZPO). Der Klägerin ist daher bekannt zu geben, dass an die Adresse ihres Vertre- ters im Ausland keine weiteren Zustellungen erfolgen werden. Auf eine ausdrück- liche Fristansetzung im Sinne von Art. 140 ZPO ist zu verzichten, da für eine Be- fristung keine Notwendigkeit besteht. Die Zustellungen erfolgen vielmehr ab sofort so lange an die Klägerin persönlich, als diese nicht eine andere Zustelladresse in der Schweiz benennt.

Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 29. November 2013 Geschäfts-Nr.: NP130033-O/Z01

Parole chiave

service of processforeign counselservice addresspublic noticeproportionality

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Questione giuridica chiave

Whether Art. 140 ZPO also requires a Swiss service address when the party resides in Switzerland but designates a foreign-based representative.

Decisione estratta

Yes. The party must still provide a Swiss service address; if it does not, service is not to be made by public notice in this situation but directly to the party herself.

Motivazione estratta

The purpose of the service rules requires a practical solution consistent with Art. 1(2) ZGB. Public notice under Art. 141(1)(c) ZPO is only an exceptional last resort and would be disproportionate where the party is domiciled in Switzerland. Because service to the foreign address is not appropriate, the court should address the order to the party and direct service to her personally until a Swiss address is designated.

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