Legal interest in judicial land-register restriction under Art. 178 ZGB

LP040099Tribunale superiore5 ago 2004Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The spouses were preparing divorce, and the wife sought a judicial land-register restriction over the husband’s parcels under Art. 178 ZGB. The first instance refused to enter into the request for lack of legal interest, reasoning that both parties had signed an agreement and that the entry could be arranged without court intervention. On appeal, the Obergericht held that legal interest existed because a land-register restriction under Art. 80 Abs. 6 lit. a GBV can only be annotated on judicial order. The husband’s consent did not eliminate the need for a court decision. The appeal was therefore allowed, the refusal set aside, and the matter remitted for first-instance proceedings.

Massima Omnilex

Art. 178 ZGB; Art. 80 Abs. 6 lit. a GBV; land-register restriction in matrimonial protection proceedings requires judicial order. A request is not devoid of legal interest merely because both spouses consent or sign a joint agreement, since the annotation can be effected only upon a court order. Party admission may be accepted within the scope of the disposition principle if clear and admissible, but it does not remove the need for judicial intervention where the law reserves the measure to the judge. If the first instance wrongly refuses to enter into the matter without conducting proceedings, the appellate court may set aside that refusal but must remit the case rather than decide it substantively in the first instance.

Testo completo

Sachverhalt: Die Parteien stehen in Vorbereitung ihrer Scheidung. Der Beklagte ist Al- leineigentümer verschiedener landwirtschaftlicher Grundstücke, welche er, da er seine Tätigkeit als Landwirt aufgegeben hat, verkaufen will. Zur Sicherung ihrer güterrechtlichen Ansprüche möchte die Klägerin im Sinne von Art. 178 ZGB im Grundbuch eine Verfügungsbeschränkung über die genannten Grundstücke ein- getragen haben. Der Beklagte ist damit einverstanden. In diesem Sinne gelangten die Parteien mit dem Ersuchen um Anmerkung der Grundbuchsperre an das zu- ständige Grundbuchamt. Der Notar beschied ihnen aber, dass er die gewünschte Verfügungsbeschränkung ohne richterliche Anordnung im Sinne von Art. 178 Abs. 3 ZGB nicht eintragen könne. Daraufhin beantragte die Klägerin beim Eheschutzrichter, es sei das betref- fende Grundbuchamt anzuweisen, sofort eine Verfügungsbeschränkung im Sinne von Art. 178 ZGB über die Grundstücke des Beklagten im Grundbuch anzumer- ken. Gleichzeitig reichte die Klägerin eine von beiden Parteien unterzeichnete Vereinbarung ein, gemäss welcher diese Anträge von beiden Parteien gemein- sam gestellt werden. Der Eheschutzrichter wies das Begehren dann allerdings ab, soweit er über- haupt darauf eintrat. Im Wesentlichen begründete er dies damit, dass es dem Be- gehren am erforderlichen Rechtsschutzinteresse fehle, weil angesichts der von beiden Parteien unterzeichneten Vereinbarung keine Gefährdung der Ansprüche der Klägerin erkennbar resp. nicht von einer schädigenden Vermögensdisposition des Beklagten auszugehen sei. Im übrigen, so der Vorderrichter weiter, könnten die Parteien den anbegehrten Eintrag selbst beim Notariat veranlassen. Gegen diesen Entscheid erhebt die Klägerin - unter erneuter Beilage der Parteivereinbarung - Rekurs, mit dem Antrag, es seien die Klagebegehren in Auf- hebung der erstinstanzlichen Verfügung gutzuheissen. Das Obergericht heisst den Rekurs gut und weist die Sache zur Durchführung des Verfahrens an den Eheschutzrichter zurück.

Aus den Erwägungen: "4. Die Klägerin möchte, dass im Grundbuch über die dem Beklagten gehö- renden Grundstücke eine Grundbuchsperre im Sinne von Art. 178 ZGB eingetra- gen wird, und der Beklagte ist damit einverstanden. Dieses Ziel kann einzig über ein gerichtliches Verfahren erreicht werden; gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a GBV wird eine Grundbuchsperre (nur) angemerkt, wenn der Richter sie zum Schutze der ehelichen Gemeinschaft angeordnet hat. Wie die Parteien "selbst den anbegehr- ten Eintrag beim Notariat X. veranlassen könnten", wie der Vorderrichter schreibt, ist nicht ersichtlich und wird von diesem denn auch nicht weiter ausgeführt. Damit steht aber fest, dass der Klage das rechtliche Interesse an ihrer Beurteilung nicht fehlt; die von der Klägerin angestrebte Anmerkung im Grundbuch kann nur durch die Anrufung des Richters erreicht werden. Dass der Beklagte die Klage aner- kennt und mit der Eintragung einverstanden ist, hat unter diesen Umständen kei- ne Auswirkungen auf das Rechtschutzinteresse, sondern steht dem Beklagten im Rahmen der geltenden Dispositionsmaxime frei und ist vom Gericht - so die Erklä- rung denn zulässig und klar ist (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zür- cherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N. 20 zu § 54 ZPO) - zu akzeptieren. 5. Der Vorderrichter ist damit zu Unrecht auf die Klage nicht eingetreten, und die angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben. Nun aber einfach - wie von der Klägerin beantragt - zweitinstanzlich die Begehren gutzuheissen und das Grundbuchamt anzuweisen, die Verfügungsbeschränkungen einzutragen, ist al- lerdings nicht möglich, da die Vorinstanz noch überhaupt kein Verfahren durch- geführt hat und ausgeschlossen ist, dass sich die Rekursinstanz erstinstanzlich materiell der Sache annimmt. Diese ist demnach dem Vorderrichter zur Durchfüh- rung des Verfahrens zurückzuweisen."

Parole chiave

marital protectionland register restrictionlegal interestjudicial orderparty admissionremand

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the request for a land-register restriction under Art. 178 ZGB lacked legal interest because both spouses had signed an agreement and the husband consented.

Decisione estratta

The request did not lack legal interest, because the desired land-register annotation could be achieved only through a judicial order; the parties' consent did not remove the need for court intervention.

Motivazione estratta

Under Art. 80 Abs. 6 lit. a GBV, a land-register restriction is annotated only when ordered by the judge for the protection of the marital union. The lower court's assumption that the parties could obtain the entry directly through the notary was unfounded.

Questione giuridica chiave

Whether the appellate court could directly grant the request and order the land-register office to enter the restriction.

Decisione estratta

No. Because the first instance had conducted no substantive proceedings, the appellate court could not decide the matter on the merits in the first instance and had to remit the case.

Motivazione estratta

The first instance wrongly refused to enter into the claim, so the decision had to be set aside; however, substantive determination belonged to the lower court in the first instance.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.