Proceedings discontinued as moot after debtor’s deletion

LK070276Tribunale superiore6 mar 2014Dismissed

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Sintesi Omnilex

The Zurich High Court discontinued copyright proceedings as moot after the defendant company, already in liquidation and represented by the bankruptcy office, had been deleted from the commercial register and the bankruptcy office confirmed that the case would not be continued under bankruptcy law. The court ordered a CHF 5,000 fee against the defendant, charged CHF 99.40 to the court treasury, and awarded no party compensation because no assets remained. It also noted the uncovered fee in the bankruptcy loss certificate and ordered service of the earlier partial judgment on the Federal Institute of Intellectual Property.

Massima Omnilex

ZPO/ZH § 188; mootness after deletion of a party and non-continuation in bankruptcy. A civil action is not terminated by a party declaration alone but by a court order striking it off; if the defendant has been deleted from the commercial register and therefore no longer exists, the proceedings are to be discontinued as moot. Costs may nevertheless be allocated to the party causing the mootness, even if the claim was entered and costs were collocated in bankruptcy; however, no party compensation is due where no liability substrate remains. Statutory notification of a partial judgment must be completed where required.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr. LK070276-O/U1

Mitwirkend: Die Oberrichterinnen Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Dr. M. Schaffitz und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. G. Ramer Jenny

Beschluss vom 6. März 2014

in Sachen

  1. A1._____ AG, 2. A2._____ AG, Klägerinnen

1, 2 vertreten durch Vertreter Rechtsanwalt Dr. iur. X1., 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2.

gegen

B._____ AG in Liquidation (gelöscht), (vormals C._____ AG), Beklagte

vertreten durch Konkursamt von Appenzell Ausserrhoden

betreffend Urheberrecht

Rechtsbegehren (Urk. 2 S. 4): "... 6.1. Es sei die Beklagte im Sinne einer Stufenklage

a. zu verpflichten, über den Verkaufserlös für den an den Kraftwerkbetrei- ber D._____ in ..., Kolumbien, gelieferten GT11N2- Turbinenschaufelträger (TVC) und die hierfür aufgewendeten Geste- hungskosten detailliert Rechnung zu legen; und

b. die Beklagte sei alsdann zu verpflichten, den Klägerinnen den aufgrund dieser Rechnungslegung ermittelten Gewinn nebst Zins zu 5 % ab Ge- winneintritt zu bezahlen;

6.2. Eventuell für den Fall, dass der von der Beklagten durch ihr unlauteres Verhalten verursachte Schaden grösser sein sollte als der herauszuge- bende Gewinn gemäss Ziff. 6.1. hiervor, sei die Beklagte zu verpflich- ten, diesen nach richterlichem Ermessen abzuschätzenden Schaden zuzüglich Schadenszins zu 5 % ab Schadenseintritt zu ersetzen. 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag- ten."

Erwägungen: I. 1. Mit Teilurteil vom 11. Februar 2010 wurde über die Klage mit Ausnahme von Rechtsbegehren Ziffer 6.1. lit. b und 6.2. entschieden und die Beklagte im Sinne von Rechtsbegehren Ziffer 6.1. lit. a zur Auskunft und Rechnungslegung verpflichtet (Urk. 50). Mit Beschluss vom 6. Dezember 2010 wurde vorgemerkt, dass über die Beklagte die Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs angeordnet worden war (Art. 731b OR i.V.m. Art. 154 HRegV) und der Konkurs mit Datum vom 25. November 2010 als eröffnet gilt. Zugleich wurde der Prozess bis zur konkursamtlichen Mitteilung, ob der Prozess von der Konkursmasse oder von einzelnen Gläubigern fortgesetzt werde, sistiert (Urk. 62). 2. Mit Schreiben vom 27. Januar 2014 teilte das mit der Liquidation beauf- tragte Konkursamt Appenzell Ausserrhoden (fortan Konkursamt) mit, dass die

Klägerinnen im Konkursverfahren eine Forderung von insgesamt Fr. 2'444'611.80 eingereicht hätten, der Prozess weder von der Masse noch von einzelnen Gläubi- gern nach Art. 260 SchKG fortgesetzt werde und zufolge rechtskräftiger Anerken- nung von Forderung und Abschreibungskosten abgeschrieben werden könne (Urk. 64). Die dem Konkursamt überlassenen Prozessakten gingen am 3. März 2014 beim Obergericht ein (Urk. 69). 3. Gemäss SHAB vom 14. Februar 2014 war die Beklagte bereits mit Eintrag im Tagesregister vom 11. Februar 2014 im Handelsregister gelöscht worden (Urk. 67). Nach der hier noch anwendbaren zürcherischen Prozessordnung führt nicht direkt die Parteierklärung (Vergleich, Klageanerkennung, Klagerückzug) zur Beendigung eines Prozesses, sondern erst der Beschluss, mit dem der Prozess "abgeschrieben" wird (Frank/Sträuli/Messmer, ZPO, 3. Aufl., Zürich 1997, N 13 zu § 188 ZPO/ZH). Da die Beklagte im heutigen Zeitpunkt zufolge bereits erfolgter Löschung im Handelsregister nicht mehr existiert, ist der vorliegende Prozess nicht als durch Klageanerkennung, sondern zufolge Gegenstandslosigkeit erledigt abzuschreiben (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 11a zu § 188 ZPO/ZH). II. 1. Für den Fall der Nichtfortsetzung des Prozesses wurden – basierend auf einem verbleibenden Streitwert von Fr. 616'000.– – gerichtliche Abschreibungs- kosten im voraussichtlichen Betrag von Fr. 5'000.– zur Kollokation angemeldet (Urk. 62) und kolloziert (Urk. 64). Für diesen im Konkursverfahren ungedeckt ge- bliebenen Betrag wurde am 27. Januar 2014 ein Konkursverlustschein ausgestellt (Urk. 65). Nachdem die Beklagte die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens verur- sachte, die Forderungen der Klägerinnen im Konkursverfahren als anerkannt gel- ten und die Abschreibungskosten im Konkursverfahren eingegeben und berück- sichtigt wurden, sind diese der guten Ordnung halber der Beklagten aufzuerlegen, auch wenn deren Löschung im Handelsregister mittlerweile bereits erfolgt ist. Vom Verlust der Abschreibungskosten im Betrag von Fr. 5'000.– gemäss Verlust-

schein vom 27. Januar 2014 (Urk. 65) ist Vormerk zu nehmen. Die weiteren Kos- ten von Fr. 99.40 (Urk. 63) sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. 2. Die Beklagte verfügt über kein Haftungssubstrat mehr, weshalb sie nicht zur Leistung einer Entschädigung verpflichtet werden kann. Es sind daher keine Prozessentschädigungen zuzusprechen. 3. Das Teilurteil vom 11. Februar 2010 (Urk. 50) wurde bis anhin dem Institut für geistiges Eigentum nicht zugestellt, was hiermit nachzuholen ist (Art. 66a URG). Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit erledigt abgeschrieben. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 5'000.– festgesetzt und der Beklagten aufer- legt. Die weiteren Kosten von Fr. 99.40 werden auf die Gerichtskasse ge- nommen. 3. Es wird vorgemerkt, dass gemäss Konkursverlustschein vom 27. Januar 2014 die der Beklagten auferlegte Gerichtsgebühr ungedeckt geblieben ist. 4. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und – unter Beilage des Originals von Urk. 65 – an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 6. Das Teilurteil vom 11. Februar 2010 (Urk. 50) wird dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, zuge- stellt. 7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Gesamtstreitwert im Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. b BGG beträgt Fr. 3'762'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. G. Ramer Jenny

versandt am: js

Parole chiave

mootnessbankruptcydeletion from commercial registercost allocationparty compensationcopyrightdiscontinuance

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the proceedings had to be discontinued as moot after the defendant’s deletion and non-continuation in bankruptcy

Decisione estratta

The case was to be discontinued as moot, not on the basis of a party admission, because the defendant no longer existed after deletion from the commercial register.

Motivazione estratta

Under the applicable Zurich procedural law, a process ends only by a dismissal order; since the defendant had been deleted and no longer existed, the case had become moot and had to be struck off.

Questione giuridica chiave

How to allocate the court fee and minor additional costs after mootness

Decisione estratta

The court fee of CHF 5,000 was imposed on the defendant; the additional costs of CHF 99.40 were charged to the court treasury; the unpaid court fee was noted as uncovered in the bankruptcy loss certificate.

Motivazione estratta

Because the defendant caused the mootness and the plaintiffs’ claims and discontinuance costs had been acknowledged in the bankruptcy proceedings, the court ordered the costs against the defendant despite its deletion.

Questione giuridica chiave

Whether party compensation was owed

Decisione estratta

No party compensation was awarded because the defendant had no remaining assets to satisfy such an award.

Motivazione estratta

With no liability substrate left, an indemnity award would be pointless.

Questione giuridica chiave

Whether the earlier partial judgment had to be notified to the Federal Institute of Intellectual Property

Decisione estratta

The partial judgment was to be served on the Federal Institute of Intellectual Property.

Motivazione estratta

The court noted that this statutory notification had not yet been made and therefore ordered service.

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