Appeal inadmissible for deficient requests and lack of quantification

LB120056Tribunale superiore6 lug 2012Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Zurich High Court did not enter into the defendant's appeal against a district court judgment ordering payment for bathroom renovation work. The court held that the appeal lacked a proper request on the merits because it sought only annulment of the judgment and did not clearly state the relief requested. It also found the reasoning too unclear to show what part of the first-instance decision was challenged. The defendant's complaint that the awarded party compensation was excessive was likewise inadmissible because the requested reduction was not quantified. The appeal was dismissed as inadmissible, the second-instance fee was set at CHF 1,600, and no compensation was awarded to the respondent.

Massima Omnilex

Art. 311 ZPO; requirements for appellate requests and quantified monetary prayers; an appeal must contain a substantive request formulated in the notice of appeal itself. A mere annulment request is insufficient unless the reasoning, read with the challenged decision, unequivocally reveals the relief sought. This does not dispense with a clear and complete prayer where the appellant contests only part of the judgment or seeks a reduction of a monetary award. In particular, requests concerning reduction of party compensation must be quantified. If the appeal is inadmissible, costs are allocated according to the outcome; party compensation may be denied where the respondent incurred no relevant expenses (consid. 3–4).

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr. LB120056-O/U

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, und Dr. G. Pfister, Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Ch. Bas-Baumann

Beschluss vom 6. Juli 2012

in Sachen

A._____, Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ AG, Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Zivilgericht, vom 10. Mai 2012 (CG090046)

Erwägungen: 1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 10. Mai 2012 wurde der Be- klagte verpflichtet, der Klägerin für Umbauarbeiten am Bad mit Whirlpools und den Einbau einer WC-Anlage Fr. 18'261.20 zuzüglich 5 % Zins seit 7. Novem- ber 2008 sowie Fr. 1'888.35 zuzüglich 5 % Zins seit 24. August 2009 zu bezahlen. Im Übrigen wurde die Klage abgewiesen (Urk. 83). 2. Hiergegen erhob der Beklagte mit Eingabe vom 18. Juni 2012 (Post- stempel 18. Juni 2012) rechtzeitig Berufung (Urk. 82). Das Rechtsbegehren lautet wie folgt (Urk. 82 S. 2): "1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 10. Mai 2012 sei aufzuheben. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin." 3. a) Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung bei der Rechtsmit- telinstanz schriftlich und begründet einzureichen. Art. 311 ZPO erwähnt zwar nur die Begründung. Die Begründung dient aber der Erläuterung der Anträge und setzt solche somit voraus (BGE 137 III 617 E. 4.2.2 S. 618 f.). Die Berufungsan- träge müssen eingangs oder am Ende der Berufungsschrift aufgeführt werden. Nach der Rechtsprechung genügt es nicht, lediglich die Aufhebung des angefoch- tenen Entscheids zu beantragen, sondern es muss ein Antrag in der Sache ge- stellt werden, und zwar grundsätzlich im Rechtsbegehren selber und nicht bloss in der Begründung (BGE 133 III 489 E. 3.1). Diese Rechtsprechung zu Art. 42 BGG gilt nach der Lehre auch für Art. 311 ZPO (Hungerbühler, in DIKE-Kommentar, Art. 311 ZPO N 14; Reetz/Theiler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 311 ZPO N 34). b) Auf eine Berufung mit einem formell mangelhaften Rechtsbegehren ist ausnahmsweise einzutreten, wenn sich wenigstens aus der Begründung, allen- falls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungs- kläger in der Sache verlangt bzw. welcher Geldbetrag zuzusprechen ist. Entspre- chend sind Rechtsbegehren im Lichte der Begründung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2 S. 621). Ferner wäre im Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht ein blosser Rückweisungsantrag ausnahmsweise genügend, wenn das Bundesge-

richt zufolge fehlender Sachverhaltsfeststellungen im Fall der Gutheissung nicht selbst entscheiden könnte (BGE 133 III 489 E. 3.1 S. 490); diese Ausnahme gilt freilich im kantonalen Berufungsverfahren vor Obergericht nicht, weil die kantona- le Berufungsinstanz volle Kognition in Sach- und Rechtsfragen hat (Art. 310 ZPO) und folglich auch bei unvollständiger oder fehlerhafter Sachverhaltsfeststellung durch die erste Instanz selbst in der Sache entscheiden könnte (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 N 34). c) Der Beklagte hat, da er lediglich die Aufhebung des angefochtenen Entscheides beantragt, keinen genügenden Berufungsantrag gestellt. Auch aus der Berufungsbegründung ergibt sich kein klarer Antrag. Der Be- klagte moniert hauptsächlich, dass der vorinstanzliche Richter die zulässige rich- terliche Fragepflicht überschritten habe und deshalb nicht von einer unsubstanti- ierten Klage ausgegangen sei. Der Beklagte gesteht dem vorinstanzlichen Richter zwar eine gewisse richterliche Fragepflicht zu, moniert aber gleichzeitig, dass der vorinstanzliche Richter diese zu extensiv ausgeübt habe (Urk. 82 S. 4 f.). Er un- terlässt es, substaniiert auszuführen, ab welchem Zeitpunkt bzw. bei welchen Fragen der Richter den Rahmen der zulässigen und gesetzlich vorgeschriebenen Fragepflicht überschritten und welche Konsequenzen dies im Einzelnen auf die Substantiiertheit der gesamten Klage gehabt habe. Damit ist unklar, ob der Be- klagte von einer gesamthaft unsubstantiierten Klage oder einer nur zum Teil un- substaniierten Klage ausgeht. Damit kann aus der Berufungsbegründung nicht herausgelesen werden, in welchem Umfang der angefochtene Entscheid beanstandet wird und wie statt dessen zu entscheiden sei. d) Dementsprechend ist auf die Berufung ohne Ansetzung einer Nachfrist nicht einzutreten (Reetz/Theiler in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 311 N 35). e) Der Beklagte beanstandet in der Berufungsbegründung, dass die der Klägerin zugesprochene Prozessentschädigung von Fr. 4'000.– zu hoch sei (Urk.

1 S. 6). Er macht damit eine Herabsetzung der Prozessentschädigung geltend, ohne den Umfang der Reduktion zu beziffern. Anträge im Zusammenhang mit Geldzahlungen müssen beziffert sein (BGE 137 III 617 E. 4.2 und 4.3 S. 618). Dies gilt ausdrücklich auch für den Fall, dass die Herabsetzung einer Prozessent- schädigung verlangt wird (nicht publ. E. 11.3 von BGE 135 III 513 ff. [5A_34/2009 vom 26. Mai 2009] und OGer ZH PF110013 vom 21. Juni 2011 [publ. auf www.gerichte-zh.ch "Neue Entscheide ZPO"). Mangels genügenden Antrags ist auch in diesem Punkt auf die Berufung nicht einzutreten. 4. a) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung von § 4 Abs. 1; § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 GerGebV auf Fr. 1'600.– festzulegen und ausgangsgemäss dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). b) Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beklagten auferlegt. 4. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 82 sowie an das Bezirksgericht Uster, je gegen Emp- fangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 20'149.55. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Bas-Baumann

versandt am: mc

Parole chiave

appeal admissibilityappellate requestquantificationparty compensationcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal contained a sufficient request on the merits under Art. 311 ZPO

Decisione estratta

A mere request to annul the judgment was insufficient; the appeal failed to state what should be decided instead.

Motivazione estratta

The appellant must formulate a substantive request in the appeal brief itself, not only in the reasoning. The brief did not clearly indicate the desired outcome.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could be entered on despite an unclear challenge to the first-instance court's findings on substantiation

Decisione estratta

No; the reasoning did not allow the court to determine the scope of the challenge or the sought relief.

Motivazione estratta

The appellant criticized the trial court's handling of the duty to ask questions, but did not specify from which point the court allegedly overstepped or whether the entire claim or only part of it was affected.

Questione giuridica chiave

Whether the requested reduction of the party compensation was sufficiently quantified

Decisione estratta

No; monetary requests must be quantified, including a request to reduce a party compensation.

Motivazione estratta

The appellant objected that the awarded CHF 4,000 party compensation was too high but did not state by how much it should be reduced.

Questione giuridica chiave

Allocation of second-instance costs and compensation

Decisione estratta

The appellate court fee was set at CHF 1,600 and charged to the appellant; no party compensation was awarded to the respondent.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome, and there were no relevant efforts by the respondent in the appeal proceedings.

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