Cassation complaint inadmissible for insufficient reasoning

AA070112Tribunale di cassazione13 ago 2007Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Zurich Cantonal Court of Cassation did not enter into X. GmbH’s cassation complaint against the appellate confirmation of bankruptcy. It held that the complaint failed to meet the strict reasoning requirements: the appellant did not sufficiently identify the alleged nullity ground or engage with the appellate reasoning. New filings, including a 2006 balance sheet and a debt assignment, were inadmissible novelties. The complaint was therefore inadmissible, the court fee of CHF 400 was imposed on X. GmbH, and no party compensation was awarded to Y.

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§§ 288 Abs. 1 Ziff. 3, 289, 290 ZPO; inadmissibility of a cassation complaint for insufficient reasoning and limits on noven. In cantonal cassation proceedings, the appellant must itself substantiate the alleged nullity ground by specific reference to the challenged reasoning and the relevant file passages. The reviewing court examines only whether the contested decision is vitiated on the basis of the record before the lower court; it is not required to search the file for possible grounds of nullity. New factual allegations, defenses, denials, and evidence intended to complete the factual record are inadmissible. A complaint failing these requirements is not entered into.

Testo completo

Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA070112/U/la Mitwirkende:die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und der Kassationsrichter Matthias Brunner sowie die juristische Se- kretärin Daniela Brüschweiler Zirkulationsbeschluss vom 13. August 2007 in Sachen X. GmbH, Schuldnerin, Rekurrentin und Beschwerdeführerin gegen Y., Gläubiger, Rekursgegner und Beschwerdegegner vertreten durch ____ AG betreffend Konkurseröffnung Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 27. Juni 2007 (NN070068/U)

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 1. Der Konkursrichter am Bezirksgericht ____ eröffnete mit Verfügung vom 16. Mai 2007 über die Schuldnerin (nachfolgend Beschwerdeführerin) den Kon- kurs und beauftragte das Konkursamt ____ mit dem Vollzug (vgl. OG act. 2). Ge- gen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin Rekurs (OG act. 1). Die II. Zivilkammer des Obergerichts wies diesen mit Beschluss vom 27. Juni 2007 ab. Da dem Rekurs die aufschiebende Wirkung erteilt worden war, eröffnete das Obergericht den Konkurs neu mit Wirkung ab 27. Juni 2007, 11.30 Uhr (vgl. OG act. 14 bzw. KG act. 2). Mit Eingabe vom 20. Juli 2007 (Poststempel 23. Juli 2007) reichte die Be- schwerdeführerin gegen den Beschluss des Obergerichts (fristgemäss) die kanto- nale Nichtigkeitsbeschwerde ein mit dem Antrag, die Konkurseröffnung sei aufzu- heben (KG act. 1). Mit Schreiben vom 24. Juli 2007 wurde die Beschwerdeführe- rin auf die Anforderungen an die Begründung einer Nichtigkeitsbeschwerde auf- merksam gemacht und sie wurde zudem auf die Möglichkeit der Ergänzung der Beschwerdebegründung innert noch laufender Frist hingewiesen (KG act. 5). Eine weitere Eingabe seitens der Beschwerdeführerin erfolgte nicht. 2. Da sich die Beschwerde sofort als den formellen Anforderungen an die Begründung einer solchen nicht genügend bzw. unbegründet erweist, kann – mit Ausnahme des bereits erfolgten Beizugs der vorinstanzlichen Akten - auf die Ein- holung einer Beschwerdeantwort und einer Vernehmlassung der Vorinstanz ver- zichtet werden (§ 289 ZPO). 3. a) Die Beschwerde führende Partei muss den behaupteten Nichtigkeits- grund in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen (vgl. § 288 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO). Dies bedingt, dass sie sich konkret mit dem angefochtenen Entscheid bzw. den darin enthaltenen Erwägungen auseinandersetzt. Neue tatsächliche Behauptun- gen, Einreden, Bestreitungen und Beweise, die eine Vervollständigung des Pro- zessstoffes bezwecken, über welchen der erkennende (Sach-)Richter zu ent- scheiden hatte, sind im Beschwerdeverfahren nicht zulässig. Zu prüfen ist nur, ob

der angefochtene Entscheid aufgrund des bei der Vorinstanz gegebenen Akten- standes an einem Nichtigkeitsgrund im Sinne von § 281 ZPO leidet. In der Be- schwerdebegründung sind sodann insbesondere die angefochtenen Stellen des vorinstanzlichen Entscheides zu bezeichnen und diejenigen Aktenstellen, aus de- nen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im Einzelnen anzugeben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vorinstanzlichen Akten nach den Grundlagen des geltend gemachten oder gar eines anderen Nichtigkeitsgrundes zu suchen (vgl. § 290 ZPO; ZR 91/92 Nr. 6; vgl. auch BGE 127 I 42 E. 3.b sowie ZR 81 Nr. 88 E. 6; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und Strafsa- chen nach zürcherischem Recht, 2. Aufl., Zürich 1986, S. 16 ff.; Spühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zürich und im Bund, Zürich 1999, S. 56 f. und S. 72 f.). Die unangefochten gebliebenen Entscheidgründe des vorinstanzli- chen Sachrichters haben Bestand, und die Nicht-Einhaltung der Begründungsan- forderungen hat zur Folge, dass auf entsprechende Beschwerdevorbringen nicht eingetreten werden kann. b) Soweit die Beschwerdeführerin im Kassationsverfahren neue Unterlagen einreicht (Bilanz des Buchungsjahres 2006 [KG act. 3/3] und Schuldabtretung vom 13. Juli 2007 [KG act. 3/2]), handelt es sich um unzulässige Noven, welche nicht (mehr) berücksichtigt werden können. Andere Vorbringen, mit welchen die Beschwerdeführerin einen Nichtigkeitsgrund geltend machen wollte, können der Eingabe der Beschwerdeführerin nicht entnommen werden. Selbst wenn es zu- trifft, dass die Beschwerdeführerin – wie sie in ihrem Schreiben darlegt - mittler- weile keine Schulden mehr hat, vermag dies nicht zu belegen, dass der oberge- richtliche Entscheid mit einem Nichtigkeitsgrund behaftet ist und kann dies des- halb auch nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides führen. c) Auf die Nichtigkeitsbeschwerde ist nach dem Gesagten nicht einzutreten. 4. Ausgangsgemäss wird die unterliegende Beschwerdeführerin kosten- pflichtig (§ 64 Abs. 2 ZPO). Da dem Beschwerdegegner vor Kassationsgericht keine entschädigungspflichtigen Kosten und Umtriebe (im Sinne von § 68 Abs. 1 ZPO) entstanden sind, fällt die Zusprechung einer Prozessentschädigung ausser Betracht.

  1. Anzumerken bleibt, dass grundsätzlich die Frist von 30 Tagen zur An- fechtung des Beschlusses des Obergerichtes vom 27. Juni 2007 mit Beschwerde an das Bundesgericht neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG) läuft. Die Beschwerdeführerin hat allerdings bereits Be- schwerde erhoben (vgl. KG act. 10). Ob der Beschwerdeführerin die entspre- chende Frist neu zu laufen beginnt und/oder sie die bereits eingereichte Be- schwerde ergänzen kann, ist vom Bundesgericht zu entscheiden. Das Gericht beschliesst: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Spruchgebühr für das Kassationsverfahren wird auf Fr. 400.-- festge- setzt. 3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. 4. Prozessentschädigungen werden keine zugesprochen. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, den Konkursrichter am Bezirksgericht ____ (Proz.-Nr. EK070831) sowie an das Schweizerische Bundesgericht (z.Hd. Verfahren 5A_416/2007, ohne Akten), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die juristische Sekretärin:

Parole chiave

insolvencybankruptcycassation complaintinadmissibilityreasoning requirementsnew evidencenovencourt costs

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Questione giuridica chiave

Whether the cassation complaint satisfied the formal reasoning requirements.

Decisione estratta

No. The complaint did not concretely engage with the challenged reasoning and did not identify admissible grounds with sufficient specificity.

Motivazione estratta

In cassation proceedings, the appellant must prove the alleged nullity ground in the complaint itself and may not rely on new facts or evidence. The court does not search the file for possible grounds. Because the filing contained no sufficient substantiated attack on the appellate decision, the court could not examine the merits.

Questione giuridica chiave

Whether the new balance sheet and assignment of debt could be considered.

Decisione estratta

No. They were inadmissible novelties and could not be taken into account.

Motivazione estratta

Evidence first produced in the cassation stage is not admissible when it serves to supplement the factual record before the merits court.

Questione giuridica chiave

Costs of the cassation proceedings and party compensation.

Decisione estratta

The losing appellant had to bear the court fee; no party compensation was awarded because the respondent incurred no compensable expenses.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome. Without compensable out-of-pocket costs for the respondent, no procedural indemnity is due.

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