Municipal internal review excluded in building permit proceedings

BRKE I Nr. 0227/1999Tribunale dei ricorsi edilizi19 nov 1999

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Baurekurskommission I held that in Zurich building-permit proceedings a commune may not insert a municipal internal review stage under § 57(3) GG. The building authority’s decision is final at municipal level and must be appealed directly to the competent Baurekurskommission or the Regierungsrat under § 329 PBG. The commission also noted that third-party objections in a request for service need not be substantively addressed by the building authority and that the special building-law regime excludes both a general § 10a VRG objection procedure and a municipal review procedure.

Massima Omnilex

§ 315 Abs. 3 PBG, § 329 PBG; exclusion of municipal internal review in building-permit proceedings. In building-permit matters, the special procedural scheme is exhaustive and precludes both the ordinary administrative objection procedure under § 10a VRG and the communal review mechanism under § 57 Abs. 3 GG. The municipal building authority decides finally at first instance; appeals lie directly to the competent Baurekurskommission or the Regierungsrat. Legislative materials reveal no intent to create a two-stage municipal review in this field, and a contrary reading would conflict with the revision’s aim of procedural acceleration and streamlining (consid. 1). Third-party objections raised in the context of service of the decision need only be communicated to the builder and do not require substantive treatment by the authority.

Testo completo

BRKE I Nr. 227/1999 vom 19. November 1999in BEZ 1999 Nr. 39 1. Der Beschluss der Baukommission X. vom 28. Januar 1999 wurde mit einer dahinlautenden Rechtsmittelbelehrung versehen, dass innert 30 Tagen mit schriftli- cher Eingabe eine Überprüfung des Entscheides durch den Stadtrat (Gesamtexeku- tive) verlangt werden könne. Auf entsprechendes Gesuch des Rekurrenten hin «überprüfte» der Stadtrat X. am 12. April 1999 den angefochtenen Beschluss, wies das Begehren ab und «bestätigte» den Baukommissionsbeschluss vollumfänglich. Zunächst ist festzuhalten, dass sich die Baubehörden bei ihrem Verwaltungsakt mit allfälligen imRahmen des Begehrens um Zustellung des baurechtlichen Ent- scheides von Dritten vorgebrachten Einwendungen (§ 315 Abs. 2 PBG) nicht ausein- anderzusetzen haben. Solche Einwände sind allein dem Bauherrn zur Kenntnis zu bringen. Sodann ist ein Entscheid unter Verzicht auf Begründung und Rechtsmittel- belehrung oder ein Einspracheverfahren (bei der anordnenden Behörde) nach Massgabe von § 10a VRG, wie es generell im Verwaltungsverfahren zulässig ist, im Baubewilligungs verfahren ausgeschlossen (vgl. § 315 Abs. 3 PBG; Rotach, Die Re- vision des Zürcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes, in ZBI 98 [1997] S. 454). Schliesslich hat die gemeinderechtliche Bestimmung von § 57 Abs.3 GG, wonach die Gemeindeordnung eine Überprüfung von Anordnungen eines Ausschusses durch die Gesamtbehörde vorsehen kann, im Baubewilligungsverfahren keine Be- deutung. Das gemeindeinterne Rechtsmittelverfahren ist bei Anordnungen von örtli- chen Baubehördenzum vornherein ausgeschlossen (vgl. den Antrag des Regie- rungsrates zur Änderung des VRG vom 3. Mai 1995, S. 52 sowie Thalmann, Kom- mentar zum Gemeindegesetz, 1988, § 57 N. 7.3 und Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, N. 1910). Bei der im Zuge der am 8. Juni 1997 erfolgten VRG-Revision vorgenommenen Anpassung der Bestimmung von § 329 PBG (neue Zuständigkeitsregelungen) wurde der in der altrechtlichen Formulierung enthaltene negative Verweis,dass § 57 Abs. 2 GG (gemeindeinternes Einspracheverfahren) nicht zur Anwendung gelange, zwar nicht in der Weise angepasst, dass auch der neue § 57 Abs. 3 GG (fakultatives ge- meindeinternes Überprüfungsverfahren) nicht greife, sondern es wurde auf einen entsprechenden Verweis verzichtet. Diesliegt nun aber offensichtlich nicht daran, dass im Baubewilligungsverfahren ein gemeindeinternes Überprüfungsverfahren neu hätte eingeführt werden sollen, nachdem das altrechtliche Einspracheverfahren aus- drücklich ausgeschlossen war. Hiefür finden sich inden Gesetzesmaterialien keiner- lei Anhaltspunkte. Vielmehr wurde bei den Beratungen in der kantonsrätlichen l

Kommission bezüglich § 10a VRG festgehalten, dass im Baubewilligungsverfahren ein gemeindeinternes Einspracheverfahren unzweckmässig sei (Prot. der kantons- rätlichen Kommission, S. 235 und 327). Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb dies für das Überprüfungsverfahren nicht gelten sollte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der in § 315 Abs. 3 PBG spezialgesetzlich statuierte und daher dem Gemein- derecht vorgehende Ausschluss des Einspracheverfahrens nicht nur die Einsprache nach § 10a VRG, sondern auch die Überprüfungsmöglichkeit nach § 57 Abs. 3 GG erfasst (vgl. Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungspflegegesetz des Kan- tons Zürich, Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19–28 N. 14 und 15). Nach dem Antrag des Regierungsrates sollte das gemeindeinterne Einsprache- verfahren generell abgeschafft werden (vgl. den Antrag des Regierungsrates zur Änderung des VRG vom 3. Mai 1995, S. 45) und war deshalb auch der entspre- chende Hinweis in § 329 PBG nicht mehr erforderlich. Erst im Rahmen der Beratun- gen in der kantonsrätlichen Kommission wurde das Überprüfungsverfahren in § 57 Abs. 3 GG eingeführt (vgl. die Kommissionsprotokolle, S. 163 f.) und übersehen, dass § 315 Abs. 3 oder § 329 PBG zur Gewährleistung der gesetzgeberischen Klar- heit und Konsequenz noch unmissverständlicher hätte formuliert werden sollen. Ein gesetzgeberischer Wille, den Gemeinden die Möglichkeit einzuräumen, auch im Baubewilligungsverfahren neuerdings ein zweistufiges gemeindeinternes Verfahren zu schaffen, ist jedoch nicht zu erkennen und würde zudem gerade den mit der Ge- setzesrevision angestrebten Verfahrensbeschleunigungen (Koordination, Straffung der Instanzenzüge, Behandlungsfristen usw.) krass entgegenlaufen. Zu bemerken ist sodann, dass die Neufassung von § 57 GG auch zu einer An- passung von § 15 Abs. 1 des Feuerpolizeigesetzes hätte führen müssen (negativer Verweis auf das neue gemeindeinterne Überprüfungsverfahren statt auf das Ein- spracheverfahren), wo wegen dem sich auch hier auswirkenden gesetzgeberischen Versehen entsprechend der alten Fassung von § 329 PBG ausdrücklich auf § 57 Abs. 2 GG (in der altrechtlichen Fassung vom 6. Juni 1926) Bezug genommen wird. Auch gegen feuerpolizeiliche Anordnungen der Gemeinden ist indessen nach wie vor direkt an die Baurekurskommissionen zu rekurrieren und ist ein gemeindeinter- nes Überprüfungsverfahren unzulässig. Über Baugesuche entscheidet die örtliche Baubehörde abschliessend, im koor- dinierten Verfahren nach Einholung weiterer kantonaler Bewilligungen (§ 318 f. PBG). Gegen deren Entscheid ist direkt an die zuständige Baurekurskommission oder an den Regierungsrat zu rekurrieren (vgl. § 329 Abs. 1 und 2 PBG). Dieser Verfahrensablauf ist zwingend vorgegeben, und ein gemeindeinternes Überprü- fungsverfahren, wie es die Gemeindeordnung X. vorsieht, ist nach dem Gesagten im Baubewilligungsverfahren nicht statthaft.

Parole chiave

building permitmunicipal reviewappeal procedureplanning lawspecial statuteprocedural accelerationthird-party objections

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether objections raised by third parties in a request for service of the building decision must be addressed by the building authority.

Decisione estratta

The building authority need not deal with such objections; they are only to be communicated to the builder.

Motivazione estratta

Third-party objections made within the service request under § 315(2) PBG do not form part of the authority's substantive examination.

Questione giuridica chiave

Whether a building-permit decision may be issued without reasoning or without an appeal instruction, or through a municipal internal objection procedure.

Decisione estratta

A building-permit decision cannot be issued through a procedure that omits reasoning or appeal information; a municipal internal objection procedure is excluded.

Motivazione estratta

§ 315(3) PBG, as a special rule, prevails over general administrative procedure and excludes both a § 10a VRG-type objection procedure and the municipal review under § 57(3) GG.

Questione giuridica chiave

Whether § 57(3) GG allows a commune to provide for review by the full executive in building-permit matters.

Decisione estratta

No; § 57(3) GG has no application in building-permit proceedings.

Motivazione estratta

The legislative materials show no intent to introduce a second municipal review stage for building permits; such a stage would contradict the accelerated and streamlined procedure intended by the revision.

Questione giuridica chiave

Whether appeals against municipal building decisions must go directly to the Baurekurskommission or Regierungsrat.

Decisione estratta

Yes; the statutory procedure requires a direct appeal to the competent Baurekurskommission or to the Regierungsrat.

Motivazione estratta

§ 329 PBG establishes a mandatory procedural path, making a municipal internal review inadmissible.

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