Standing of parent ends at child’s majority; default interest on alimony

C3 10 87Tribunale cantonale21 gen 2011Partially Granted

Sintesi

The civil chamber dealt with a nullity complaint against a definitive debt-enforcement order for maintenance arrears. It held that a parent’s procedural standing to collect child-support in its own name ends when the child reaches majority, absent an assignment of the claim. The child remains the substantive creditor and can act personally after majority. The chamber also held that, for overdue maintenance, default interest under Art. 105(1) CO runs only from the commencement of debt enforcement or from the filing of a court action, not from the earlier due dates of the instalments.

Regest

Art. 289 Abs. 1 et 318 Abs. 1 ZGB; qualité pour agir du détenteur de l’autorité parentale; la représentation procédurale du parent pour les créances d’entretien de l’enfant mineur s’éteint avec la majorité de l’enfant, sauf cession de la créance ou autre fondement particulier. Art. 105 al. 1 CO; intérêts moratoires sur contributions d’entretien arriérées: en cas de demeure du débiteur, l’intérêt ne court qu’à compter de l’introduction de la poursuite ou de l’action en justice; le simple échéance mensuelle des contributions ne suffit pas à faire courir l’intérêt avant cet acte introductif (consid. 3a, 3c).

Testo completo

RVJ

/

ZWR 2012

147

Zivilrecht

Droit civil

Zivilrecht – Prozessführungsbefugnis des Inhabers der elterlichen Sorge –

Verzug des Unterhaltspflichtigen – KGE (Zivilkammer) vom 21. Januar 2011 – TCV

C3 10 87

Prozessführungsbefugnis des Inhabers der elterlichen Sorge; Verzug des Unter-

haltspflichtigen

– Erlöschen der Prozessführungsbefugnis des Inhabers der elterlichen Sorge

(Art. 289 Abs. 1 und 318 Abs. 1 ZGB) mit Eintritt der Mündigkeit des unterhalts-

berechtigten Kindes (E. 3a).

– Ist ein Schuldner mit der Zahlung einer Unterhaltsrente in Verzug, hat er Verzugs-

zinsen erst vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage

an zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 OR; E. 3c).

Ref. CH: Art. 289 ZGB, Art. 318 ZGB, Art. 105 OR

Ref. VS: –

Qualité pour agir du détenteur de l’autorité parentale; demeure du débirentier

– La qualité pour agir du détenteur de l’autorité parentale s’éteint à la majorité de

l’enfant (art. 289 al. 1 et 318 al. 1 CC; consid. 3a).

– En cas de demeure du débirentier, l’intérêt moratoire n’est dû qu’à partir du jour

de la poursuite ou de la demande en justice (art. 105 al. 1 CO; consid. 3c).

Réf. CH: art. 289 CC, art. 318 CC, art. 105 CO

Réf. VS: –

Aus den Erwägungen

(...)

  1. a) Der Nichtigkeitskläger rügt mit Hinweis auf Art. 289 ZGB eine

Verletzung materiellen Rechts, indem der Rechtsöffnungsrichter der

Nichtigkeitsbeklagten für die Summe von Fr. 2’098.05 (L.) die definitive

Rechtsöffnung gewähre und dabei übersehe, dass einzig das Kind Gläubi-

ger des Unterhaltsanspruchs sei. Mit dessen Mündigkeit erlösche die

Befugnis der Eltern bzw. des Inhabers der elterlichen Sorge zur Prozess-

standschaft und demnach könne die Nichtigkeitsbeklagte den Betrag

nicht in eigenem Namen einfordern bzw. in Betreibung setzen. Es liege

weder eine Abtretung noch eine Ermächtigung zur Vertretung vor.

Diese Rüge ist begründet. Wie die Nichtigkeitsbeklagte zwar rich-

tig ausführt, kann der Inhaber der elterlichen Sorge die Rechte des min-

derjährigen Kindes in eigenem Namen ausüben und vor Gericht oder

in einer Betreibung geltend machen, indem er persönlich als Partei

KGVS C3 10 87


handelt, was auch für die Unterhaltsbeiträge gilt (vgl. Art. 289 Abs. 1

und 318 Abs. 1 ZGB). Indessen erlischt nach den zutreffenden Ausfüh-

rungen des Nichtigkeitsklägers die Prozessstandschaft (Prozessfüh-

rungsbefugnis) mit Eintritt der Mündigkeit des unterhaltsberechtigten

Kindes (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A., Bern

2010, Rz 06.232 S. 486), die sich nur ausnahmsweise auf Mündigenun-

terhalt erstrecken kann (vgl. BGE 129 III 55 E. 3.1.4, Bundesgerichtsur-

teil 5A_104/2009 vom 19. März 2009 E. 2.2), ein solcher hier aber nicht

zur Diskussion steht. Materiell berechtigt ist und bleibt das Kind, das

bei Eintritt seiner Mündigkeit selbst betreibungs- und prozessfähig ist.

Diesfalls kann der Elternteil nicht bezahlte Beiträge nur in eigenem

Namen geltend machen, wenn das Kind die Forderung an ihn abgetre-

ten hat. Dem steht der von der Nichtigkeitsbeklagten zitierte Entscheid

(BGE 136 III 365 ff.) nicht entgegen, zumal sich dieser einzig mit der Pro-

zessführungsbefugnis des Inhabers der elterlichen Sorge während der

Minderjährigkeit des Kindes (ob ehelich oder ausserehelich geboren)

befasst. Im Übrigen wurde die Betreibung erst nach Eintritt der Mün-

digkeit von L. erhoben. (...)

c) Der Nichtigkeitskläger beanstandet ferner, mit der Gewährung

der definitiven Rechtsöffnung für Verzugszinsen vor Einleitung der

Betreibung verletzte der Rechtsöffnungsrichter Art. 105 Abs. 1 OR.

Zutreffend erwägt zwar der Rechtsöffnungsrichter, dass die jeweilige

Beitragsforderung im Voraus auf den 1. jeden Monats und mithin auf

einen bestimmten Zeitpunkt zahlbar bzw. fällig war; es handelt sich um

einen Verfalltag (Art. 102 Abs. 2 OR). Damit ist allerdings nur der Ver-

zugseintritt und nicht auch dessen Wirkung geregelt. Die Verzugsfolgen

richten sich deshalb nach Art. 103 ff. OR. Danach hat der Schuldner, der

sich mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug befindet, im Allgemei-

nen einen Verzugszins zu 5% ab Verzugseintritt zu leisten (Art. 104 Abs.

1 OR). Ist indessen ein Schuldner mit der Zahlung einer Unterhaltsrente

in Verzug, hat er Verzugszinsen erst vom Tag der Anhebung der Betrei-

bung oder der gerichtlichen Klage an zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 OR;

Breitschmid, Basler Kommentar, 4. A., Basel/Genf/München 2010, N. 32

zu Art. 285 ZGB mit Hinweisen; Wullschleger, FamKommentar, Schei-

dung, Bern 2005, N. 83 zu Art. 285 ZGB; Hegnauer, Berner Kommentar,

Bern 1997, N. 20 zu Art. 289 ZGB). Indem der Rechtsöffnungsrichter die

definitive Rechtsöffnung für Verzugszinsen ab mittlerem Verfall

gewährte, hat er die angeführten Normen verletzt.

148

RVJ

/

ZWR 2012

Parole chiave

parental authorityprocedural standingchild supportmajoritydefault interestdebt enforcement