World Bank resettlement policy and Swiss support

20024236Giurisprudenza amministrativa delle autorità federali (VPB)17 giu 1994Other

Sintesi

Misteli interpellated the Federal Council about the World Bank's resettlement policy, asking for early publication of a resettlement report, strict enforcement of guidelines, a halt to new resettlement projects, and preservation of a detailed directive. The Federal Council replied that the report had already been published, that the guidelines are binding but poorly implemented, that Swiss representatives should monitor application closely, and that the Bank's current approach to improving implementation was appropriate. The interpellant remained unsatisfied and requested debate.

Regest

Interpellation concerning World Bank involuntary resettlement policy; the Federal Council may rely on the binding character of the Bank's guidelines while acknowledging deficient implementation. Publication of internal reports, consultation of affected groups, and close monitoring by Swiss representatives are matters of political assessment; a general moratorium on new projects is not required where the institution pursues measures to improve execution. A detailed directive remains binding if the institution itself and its Executive Board so provide.

Testo completo

N

17 juin 1994

1246

Interpellation Misteli

94.3148

Interpellation Misteli Umsiedlungspolitik der Weltbank Transferts de population liés aux projets de la Banque mondiale

Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1994 Ist der Bundesrat bereit, sich dafür einzusetzen, dass

  1. der Ende März zu erwartende Umsiedlungsbericht rechtzei- tig vor der Diskussion im Exekutivrat veröffentlicht und Basis- organisationen und Bevölkerungsgruppen im Süden zugäng- lich gemacht wird;

  2. die bestehenden Umsiedlungsrichtlinien der Weltbank um- fassend eingehalten und kontrolliert werden und die schwei- zerische Vertretung im Exekutivrat keine Projekte unterstützt, welche diese Bestimmungen nicht erfüllen;

  3. im Exekutivrat keine neuen Projekte mit unfreiwilligen Um- siedlungen bewilligt werden, bis eine wirkungsvolle Kontrolle und Einhaltung der entsprechenden Richtlinien garantiert wer- den können;

  4. die bestehende detaillierte Umsiedlungsrichtlinie («opera- tional directive») nicht verwässert und zu einer unverbindliche- ren Anleitung («operational policy») herabgestuft wird?

Texte de l'interpellation du 18 mars 1994 Le Conseil fédéral est-il disposé à faire en sorte:

  1. que le rapport sur les réinstallations annoncé pour fin mars soit publié à temps, avant la discussion au sein du Conseil exé- cutif de la Banque, et que les organisations de base et les groupes de population du Sud y aient accès;

  2. que les directives de la Banque mondiale concernant les réinstallations soient observées et leur respect contrôlé, et que la représentation suisse au Conseil exécutif ne soutienne pas de projets qui ne respectent pas ces dispositions;

  3. que le Conseil exécutif n'approuve pas de nouveaux projets entraînant des réinstallations forcées avant qu'un contrôle effi- cace et le respect des directives ne soient garantis; 4. que la directive détaillée («operational directive») concer- nant les réinstallations de populations ne soit pas diluée et ra- valée au rang de ligne de conduite non contraignante («opera- tional policy»)?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Bäumlin, Bir- cher Peter, Bodenmann, Bonny, Brügger Cyrill, Bühlmann, Bundi, Carobbio, Comby, Darbellay, David, Diener, Dormann, Eymann Christoph, Fankhauser, Fasel, von Felten, Gardiol, Goll, Gonseth, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hollenstein, Ledergerber, Lepori Bonetti, Leuen- berger Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder, Meier Hans, Meyer Theo, Nabholz, Rebeaud, Robert, Ruffy, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Seiler Rolf, Sieber, Strahm Rudolf, Suter, Thür, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Wick, Wiederkehr, Witten- wiler, Wyss Paul, Zbinden, Ziegler Jean, Züger (55)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Bei Weltbankvorhaben müssen insgesamt Millionen von Men- schen umgesiedelt werden. Die Weltbank selbst hat verschie- dene interne Untersuchungen über die Auswirkungen der Um- siedlung auf die betroffene Bevölkerung verfasst. Zur Beurtei- lung der Umsiedlungspolitik wurden interne Richtlinien erlas- sen. Zwar wurden diese aufgrund der zunehmenden negati- ven Auswirkungen verschärft, sie wurden aber oft nur unzurei- chend oder gar nicht angewandt.

1992 kam die von der Weltbank eingesetzte unabhängige Un- tersuchungskommission zum Projekt «Narmada» in Indien zum Schluss, dass die Umsiedlungsvorschriften permanent missachtet wurden. Als Konsequenz wurde vom Präsidenten der Weltbank, Lewis Preston, eine neue umfassende Untersu-

chung über den Stand von Umsiedlungsprojekten innerhalb der Bank veranlasst.

Dieser neue Bericht wurde auf Ende Februar 1994 verspro- chen und dann auf Ende März verschoben. Doch kann heute schon anhand von zwei inzwischen veröffentlichten Länder- studien über Indien und China sowie eines Zwischenberichtes zur Umsiedlungspolitik der koordinierenden Umweltabteilung der Weltbank festgestellt werden, dass 134 laufende Projekte die Umsiedlung von rund zwei Millionen Menschen bedingen und 35 gegenwärtig geplante Projekte zur Umsiedlung von weiteren 1,1 Millionen Menschen führen werden. Die Einhal- tung der Richtlinien der Weltbank werden heute in der Praxis immer noch selten überprüft.

Die umgesiedelten oder umzusiedelnden Menschen gehören grösstenteils zu den ärmsten Bevölkerungsschichten, also zur hauptsächlichen Zielgruppe der schweizerischen Entwick- lungszusammenarbeit Umsiedlungsprojekte verursachen für diese Menschen einschneidende wirtschaftliche und soziale Härten, viele verlieren selbst ihre bescheidenen Lebensgrund- lagen. Die schweizerische Vertretung bei der Weltbank ist auf- grund des Bundesbeschlusses zum Beitritt in die Bretton- Woods-Institutionen verpflichtet, sich für die Anliegen der ärm- sten Bevölkerungsschichten einzusetzen.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1994

Im Anschluss an den Bericht der unabhängigen Untersu- chungskommission, die das Projekt «Narmada» analysierte, beauftragte die Weltbank eine Arbeitsgruppe innerhalb der Umweltabteilung, alle zwischen 1986 und 1993 finanzierten Projekte auf unfreiwillige Umsiedlungen hin zu untersuchen. Parallel dazu wurden interne Studien zu derselben Problema- tik verfasst. Alle kamen zu denselben Schlussfolgerungen: Die Richtlinien der Weltbank über Umsiedlungen weisen in bezug auf Neuansiedlung angemessene Kriterien auf; die Umset- zung dieser Richtlinien ist jedoch überhaupt nicht befriedi- gend. Der Bundesrat teilt die Meinung der Weltbank, dass es die Zahl der betroffenen Leute zu reduzieren gilt, dass Umsied- lungen jedoch häufig nicht vermieden werden können. Von all den Personen, die im Zusammenhang mit Entwicklungspro- jekten in der Dritten Welt umgesiedelt wurden, sind weniger als 3 Prozent von Weltbankprojekten betroffen. Aus diesem Grund ist der Bundesrat der Ansicht, dass es von grosser Be- deutung wäre, dass die Weltbank versucht, eine bessere Rea- lisierung aller Projekte mit Umsiedlungskomponenten zu för- dern, und sich nicht nur auf die Projekte beschränkt, die sie selber finanziert.

  1. Der Bericht wurde am 8. April 1994 publiziert und sofort ei- ner breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Exekutivrat hat ihn am 3. Mai behandelt. Der Bundesrat anerkennt die Nützlichkeit, eine möglichst breit angelegte Konsultation vor- zunehmen, damit verschiedene Meinungen die Debatte über diesen wichtigen Bericht bereichern können. Die Ansichten von Basisorganisationen und der Bevölkerung des Südens wurden bereits berücksichtigt. Letztere waren am Konsultativ- prozess beteiligt, der im Felde im Zusammenhang mit der Un- tersuchung der Arbeitsgruppe, die den Bericht verfasst hat, durchgeführt wurde.

Die Schweizer Position wurde nach der Diskussion des Be- richts in der Subkommission «Bretton Woods> festgelegt. Diese Subkommission, in der Vertreter aus dem Parlament, der Privatwirtschaft und der Hilfswerke vertreten sind, hat das Mandat, die zuständigen Verwaltungsinstanzen über die Grundzüge der schweizerischen Politik gegenüber den Bret- ton-Woods-Institutionen zu beraten.

  1. Die Weltbank anerkennt die Schwächen, die sich sowohl bei der Bank selber als auch bei den Regierungen der Emp- fängerländer im Zusammenhang mit Um- und Neuansiedlun- gen von Personen manifestieren. Die soeben fertiggestellte Untersuchung erlaubt eine gewisse Zahl von operationellen Schlussfolgerungen über die gegenwärtigen und zukünftigen Aktivitäten. Insbesondere soll eine Verbesserung der Kapazi- täten der Empfängerländer ins Auge gefasst werden, in bezug

  2. Juni 1994 N

1247

Schlussabstimmungen

auf die Realisierung von Umsiedlungen, die Reduktion von Umsiedlungen und die bessere Kostenabschätzung solcher Aktionen. Die Bank beabsichtigt gleichfalls, ihre Rolle in die- sem Projekttyp zu verstärken: Bei einer grossen Zahl von durch Umsiedlung betroffenen Personen soll ein eigenständi ges Projekt, unter der Verantwortung von Spezialisten, für die Neuansiedlung konzipiert werden, damit eine bessere Reali- sierung und Kontrolle möglich werden. Der Bundesrat beur- teilt den von der Bank eingeschlagenen Weg, eine adäquate Lösung für diese Problematik zu finden, als angemessen. Der Bundesrat beauftragte seine Vertreter bei der Weltbank, die Anwendung der Massnahmen genau zu verfolgen.

  1. Die Richtlinien der Weltbank über die unfreiwillige Umsied- lung von Personen sind für alle ihre Projekte zwingend. Dar- über hinaus werden Massnahmen zur Sicherstellung einer guten Realisierung solcher Projekte, die von der Weltbank vorgeschlagen werden, nach einem entsprechenden Ent- scheid des Exekutivrats für die Leitung und das Personal der Bank zwingend.

Präsidentin: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun- desrates nur teilweise befriedigt und verlangt Diskussion.

Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen

offensichtliche Mehrheit Minderheit

Verschoben - Renvoyé

94.3158

Interpellation Sieber Ausstiegswillige Drogenabhängige. Unterstützung Soutien aux drogués désireux de mettre fin à leur dépendance

Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1994

Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, den Aufbau eines «Selbsthilfedorfs» für ausstiegswillige Drogensüchtige zu fördern?

Ist er insbesondere bereit, ein solches Projekt durch die Ab- gabe von bundeseigenem Land oder durch einen finanziellen Beitrag zu unterstützen?

Texte de l'interpellation du 18 mars 1994

Le Conseil fédéral voit-il la possibilité d'encourager la création d'un village pour toxicomanes désireux de s'en sortir, village qui fonctionnerait selon le principe de l'entraide mutuelle? Est-il notamment prêt à mettre à la disposition d'un tel projet un terrain appartenant à la Confédération ou à lui accorder une aide financière?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1994 Der Bundesrat hat dazu bereits am 13. Dezember 1993 im Rahmen der Motion Sieber (93.3370) ausführlich Stellung ge- nommen.

Nach der gültigen Aufgabenteilung zwischen Bund und Kan- tonen liegt die Verantwortung für die Bereitstellung eines ad- äquaten Betreuungs- und Therapieangebotes für Drogenab-

hängige in der Verantwortung der Kantone. Der Bund hat zwei Möglichkeiten, die Kantone in dieser Aufgabe zu unterstützen: - Unterstützung im Rahmen der Massnahmen zur Verminde- rung der Drogenprobleme;

  • Unterstützung aufgrund der IV-Gesetzgebung.

Um die Anfrage um Unterstützung eines Selbsthilfedorfes be- arbeiten zu können, muss den entsprechenden Bundesäm- tern ein konkretes Projekt unterbreitet werden.

Präsidentin: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt und verlangt Diskussion.

Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé

offensichtliche Mehrheit Minderheit

Schlussabstimmungen Votations finales

94.410

Parlamentarische Initiative (WAK-NR) Bundesbeschluss über die Fortführung des Bundesbeschlusses vom 6. Oktober 1978 über Finanzierungsbeihilfen zugunsten wirtschaftlich bedrohter Regionen Initiative parlementaire (CER-CN) Arrêté fédéral concernant la reconduction de l'arrêté federal du 6 octobre 1978 instituant une aide financière en faveur des régions dont l'économie est menacée

Siehe Seite 1117 hiervor - Voir page 1117 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 16. Juni 1994 Décision du Conseil des Etats du 16 juin 1994

Namentliche Schlussabstimmung Vote final, par appel nominal

Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aguet, Aubry, Bär, Baumann, Bäumlin, Béguelin, Berger, Bez- zola, Bircher Peter, Bischof, Blatter, Bodenmann, Borel Fran- çois, Borer Roland, Borradori, Brügger Cyrill, Brunner Chris- tiane, Bühler Simeon, Bühlmann, Bürgi, Caccia, Camponovo, Carobbio, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Chevallaz, Comby, Couchepin, Danuser, Darbellay, Deiss, Diener, Dor- mann, Duvoisin, Eggenberger, Engler, Epiney, Fankhauser, Fasel, von Felten, Fischer-Sursee, Gobet, Goll, Gonseth, Graber, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Grossenbacher, Gysin, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Häm- merle, Hari, Herczog, Hess Peter, Hildbrand, Hollenstein, Hubacher, Jäggi Paul, Jeanprêtre, Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Kühne, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leu Jo- sef, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Loeb François, Maitre, Mamie, Marti Werner, Mauch Ursula, Meier Hans,

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Misteli Umsiedlungspolitik der Weltbank Interpellation Misteli Transferts de population liés aux projets de la Banque mondiale

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Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.3148

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 17.06.1994 - 08:00

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