Motion on political police declared filed and classified

20021204Giurisprudenza amministrativa delle autorità federali (VPB)2 giu 1992Withdrawn

Sintesi

The Green faction's motion (No. 90.908) asked the Federal Council to stop federal political police activity, repeal the ordinance of 5 March 1990, cease opposing file inspection, preserve records, and adjust inspection procedures. After the Federal Council stated that the Federal Supreme Court had confirmed federal competence and the legality of the reduced information processing, it proposed that the motion be classified. The faction then announced its agreement, and the National Council classified the motion.

Regest

Parliamentary motion; classification following the mover's consent. Where the mover agrees to class the motion, the chamber may remove it from the order of business without substantive decision on the requested measures.

Testo completo

Motion du groupe écologiste

716

N

2 juin 1992

  1. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die heute verant- wortlichen Beamten ihren Arbeitsbereich gut kennen. Wie weit von ihnen genaue Kenntnisse über abgeschlossene Ereig- nisse verlangt werden können, die sich vor ihrem Amtseintritt ereignet haben, lässt sich auch aufgrund der PUK-Berichte nachträglich nicht feststellen.

  2. Die Aufsicht über die Ueberwachung des Telefonverkehrs wird seit dem 1. Oktober 1979 durch den Präsidenten der An- klagekammer geführt. Nach den Feststellungen der PUK wur- den die gesetzlichen Vorschriften und Verfahren eingehalten. Der Bundesrat lässt sich über die laufenden Operationen infor- mieren.

Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 septembre 1990

  1. Nous nous référons à la réponse donnée au groupe socia- liste concernant la motion: «Fichiers spéciaux. Notification d'office aux personnes enregistrées» (90.543 du 8 juin 1990). 2. Le Conseil fédéral ne dispose d'aucun élément concret per- mettant de conclure qu'il existe plus des deux exemplaires des microfilms. Tous deux sont aujourd'hui en mains du préposé spécial au traitement des documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat.

  2. Le 18 juin 1990, le Conseil fédéral a nommé un représentant spécial du procureur général chargé de mener une enquête judiciaire pour élucider les soupçons d'actes répréhensibles formulés par la CEP. Il faudra examiner de cas en cas s'il convient de suspendre de leurs fonctions les agents accusés d'actions incorrectes. Il est impossible d'arrêter des décisions à caractère général à cet égard. Les principales personnes qui seront directement concernées par la procédure d'enquête ju- diciaire ne travaillent plus au Ministère public de la Confédéra- tion. Le risque d'élimination de preuves matérielles n'existe pas, car les dossiers entrant en ligne de compte ont été tous remis au représentant spécial.

  3. Lors du débat parlementaire relatif au rapport complémen- taire de la CEP, le Conseil fédéral a démontré sans équivoque qu'il n'avait en aucune manière gêné les travaux de la CEP.

  4. Le Conseil fédéral estime que les fonctionnaires en charge aujourd'hui connaissent bien leur domaine d'activité. Les rap- ports de la CEP ne permettent pas non plus de déterminer après coup dans quelle mesure on peut exiger de ces fonc- tionnaires des connaissances précises sur des événements terminés qui se sont produits avant leur entrée en fonction. 6. La surveillance relative aux écoutes téléphoniques est de- puis le 1er octobre 1979 du ressort du président de la Cham- bre d'accusation. Selon les constatations de la CEP, les pres- criptions légales et la procédure ont été respectées. Le Conseil fédéral se renseigne sur les opérations en cours.

Bodenmann: Vor rund zwei Jahren haben wir eine Interpella- tion in dieser Sache eingereicht; drei Monate später hat der Bundesrat unbefriedigend geantwortet, und erst zwei Jahre später kommen wir zu einer Diskussion über dieses Thema Das ist eine an und für sich ineffiziente Arbeitsweise des Parla- ments. Ich hätte gerne auf eine Begründung dieser Interpella- tion beziehungsweise auf eine Begründung meiner Nichtzu- friedenheit verzichtet, wenn gestern der Nationalrat dem Stän- derat gefolgt wäre und die Einsicht in die Dossiers beschlos- sen hätte.

Ich erinnere Sie noch einmal an die Ausgangslage in dieser Frage: 300 000 Schweizerinnen und Schweizer haben Ein- sicht in ihre Fichen und Dossiers verlangt. Der Bundesrat hat ihnen diese Einsicht versprochen und rechtlich zugesichert. Der zuständige Ombudsmann - vom Bundesrat gewählt - hat mehreren hundert Fichierten persönlich die volle Einsicht in die Dossiers versprochen. Der Ständerat hat in seiner Mehr- heit - und dies dank den freisinnigen Vertretern - beschlos- sen, dass die Dossiereinsicht vollumfänglich aufrechterhalten bleibt, dass man weiter geht, als dies der Bundesrat vorge- schlagen hat

Gestern kam Herr Leuba mit einem Minderheitsantrag, und jetzt muss ich sagen: Herr Leuba ist ein Direktinteressierter. Unter seiner Amtsführung wurde im Kanton Waadt massiv fi- chiert. Er hat alles Interesse daran, dass die Einsicht in die

Dossiers nicht erfolgt. Er hat gestern seine Interessen in dieser Sachlage nicht offengelegt, sondern finanziell argumentiert. Erstaunt hat mich, dass jene Partei, nämlich die freisinnige, die in diesem Land immer wieder die Fahne der Freiheit und der Bürgerrechte hochhält, gestern für Wortbruch gestimmt hat, dass diese Partei die Rechte der Bürgerinnen und Bürger be- schränkt hat, dass diese Partei hier Wortbruch begangen hat. Ich finde das unerträglich und kann nur hoffen, dass die Kor- rektur im Ständerat erfolgt.

Der Zusammenhang mit dieser Interpellation ist offensichtlich. Wir haben den Bundesrat gefragt, ob er nicht auch die Leute, welche in Spezialkarteien registriert waren, benachrichtigen würde. Wenn die Dossiereinsicht erfolgen würde, kämen diese Spezialkarteien ans Licht. Wir fragten den Bundesrat, wo denn der dritte Mikrofilm sei. Der Bundesrat antwortete, es gebe keinen dritten Mikrofilm. Dabei haben einzelne Personen gegenüber ...

Präsident: Herr Bodenmann, wir müssen formell richtig vor- gehen. Sie können erklären, ob Sie von der Antwort befriedigt sind oder nicht. Sind Sie nicht befriedigt, müssen Sie Diskus- sion beantragen, und erst dann können wir diskutieren - so- fern der Rat zustimmt.

Bodenmann: Wir beantragen Diskussion.

Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion 44 Stimmen Dagegen 58 Stimmen

Bodenmann: Ich bin auch unbefriedigt von der Tatsache, dass man hier nicht einmal diskutieren kann.

90.908

Motion der grünen Fraktion Rechtswidrige politische Polizei

Motion du groupe écologiste Illégalité de la police politique

Wortlaut der Motion vom 19. November 1990

Das Verfassungsgericht des Kantons Basel-Landschaft hat am 7. November 1990 vorfrageweise festgestellt, die Tätigkeit der politischen Polizei des Bundes sei rechtswidrig. Nach Auf- fassung des Gerichts fehlt es dem Bund für eine politisch-poli- zeiliche Tätigkeit an einer Grundlage sowohl in der Bundesver- fassung als auch in einem Gesetz.

Der Bundesrat wird demzufolge eingeladen, ohne Verzug

  1. jegliche Tätigkeit der politischen Polizei einzustellen;

  2. die Verordnung vom 5. März 1990 aufzuheben;

  3. seinen Widerstand gegen die Gewährung der Einsicht in Fi- chen und Dossiers durch die kantonalen Behörden aufzuge- ben;

  4. dafür zu sorgen, dass beim Bund vorhandene Akten nicht vernichtet werden, um den verfassungsmässigen Anspruch auf Einsicht, welcher den Betroffenen zusteht, ungeschmälert zu erhalten;

  5. das Verfahren der Einsichtnahme so zu ändern, dass den Personen, die Einsicht verlangt haben, vollständige Kopien von Fichen und Dossiers zugestellt werden beziehungsweise eine unzensurierte, vollständige Einsichtnahme gewährt wird.

Texte de la motion du 19 novembre 1990

La Cour constitutionnelle du canton de Bâle-Campagne a constaté le 7 novembre 1990, au titre de question préjudi- cielle, que les activités de la police politique fédérale étaient

Doppelbesteuerung. Abkommen mit Polen

717

  1. Juni 1992 N

contraires au droit, vu que la Confédération ne peut se préva- loir ni de la constitution ni d'aucune loi pour exercer ce type d'activités.

Le Conseil fédéral est donc chargé, sans délai,

  1. d'arrêter toutes les activités de la police politique;

  2. d'abroger l'ordonnance du 5 mars 1990;

  3. de cesser de s'opposer à ce que les autorités des cantons permettent aux intéressés de consulter les fiches qui les concernent;

  4. de veiller à ce que les documents en possession de la Confédération ne soient pas détruits afin que soit maintenu le droit de les consulter, droit que la constitution garantit aux inté- ressés;

  5. de modifier la procédure pour que les personnes qui ont de- mandé à voir leur(s) fiche(s) en reçoivent une copie complète ou qu'elles puissent les consulter dans leur intégralité, donc non censurées.

Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.

Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. August 1991

Das Bundesgericht hat am 29. Mai 1991 über die staatsrechtli- che Klage des Bundes gegen den Kanton Basel-Landschaft entschieden, welche im wesentlichen den von den Motionä- ren zum Anlass ihres Vorstosses genommenen Entscheid be- traf. Das Bundesgericht hat dabei die Bundeskompetenz be- jaht und die Auslegung des massgebenden Bundesrechts durch das Verfassungsgericht Basel-Landschaft als unrichtig erklärt. Der Bundesrat sieht sich deshalb in seiner Auffassung bestätigt, dass die heutige reduzierte Informationsbearbei- tung im Vorfeld strafbarer Handlungen durch die Bundespoli- zei rechtmässig ist

Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 août 1991

Le 29 mai 1991, le Tribunal fédéral a tranché la réclamation de droit public de la Confédération contre le canton de Bâle-Cam- pagne, qui concernait pour l'essentiel la décision à la base de l'intervention des auteurs de la motion. Dans sa décision, le Tribunal fédéral a reconnu la compétence de la Confédération et a déclaré que l'interprétation du droit fédéral faite par le tri- bunal constitutionnel du canton de Bâle-Campagne était erro- née. En conséquence, le Conseil fédéral se sent conforté dans son opinion selon laquelle le traitement réduit d'informations effectué aujourd'hui par la police fédérale dans le domaine de la prévention d'actes criminels est conforme à la loi.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion abzuschreiben.

Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil federal propose de classer la motion.

Präsident: Die grüne Fraktion lässt mitteilen, dass sie mit der Abschreibung der Motion einverstanden ist.

Abgeschrieben - Classé

91.063

Doppelbesteuerung. Abkommen mit Polen Double imposition. Convention avec la Pologne

Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Oktober 1991 (BBI IV 933) Message et projet d'arrêté du 23 octobre 1991 (FF IV 917)

Beschluss des Ständerates vom 3. März 1992 Décision du Conseil des Etats du 3 mars 1992 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN

Herr Rychen unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:

Die politischen Aenderungen in Osteuropa haben es auch Polen ermöglicht, sich grundlegend zu öffnen. Seit Ende 1989 werden in diesem Land grosse Anstrengungen unter- nommen, um eine marktwirtschaftliche Ordnung einzufüh- ren. Damit wurde auch Polen interessanter für westliche Inve- storen. Die Initiative für die Gesprächsaufnahme ging von polnischer Seite aus. Erste Gespräche fanden im Frühjahr 1990 statt.

Das Abkommen vermittelt - neben der Beseitigung der Dop- pelbesteuerung - den in Polen tätigen Firmen auch einen ge- wissen steuerlichen Schutz, begünstigt neue schweizerische Investitionen und verhindert steuerlich bedingte Wettbewerbs- nachteile der schweizerischen Unternehmen gegenüber ihren Konkurrenten aus anderen Industriestaaten. Der Abschluss des vorliegenden Doppelbesteuerungsabkommens ist auch Bestandteil der bundesrätlichen Politik der verstärkten Zusam- menarbeit mit den osteuropäischen Staaten.

Die wichtigsten Bestimmungen des Abkommens:

  • Geltungsbereich: Das Abkommen gilt für die Steuern vom Einkommen und Vermögen mit Ausnahme der an der Quelle erhobenen Steuern von Lotteriegewinnen.

  • Dividenden: Die Steuer zugunsten des Quellenstaates be- trägt 5 Prozent (Beteiligungen) bzw. 15 Prozent (Streubesitz). - Zinsen: Die Steuer zugunsten des Quellenstaates ist auf 10 Prozent begrenzt.

  • Lizenzgebühren: Die Lizenzgebühren können zurzeit nur im Wohnsitzstaat des Empfängers besteuert werden.

  • Vermeidung der Doppelbesteuerung: Polen und die Schweiz vermeiden die Doppelbesteuerung durch Steuerbe- freiung. Die Anwendung des Gesamtsatzes bleibt vorbehal- ten. Für Dividenden und Zinsen gewährt Polen die im internen Recht vorgesehene Steueranrechnung. Die Schweiz wendet bezüglich Dividenden und Zinsen die pauschale Steueran- rechnung an.

  • Finanzielle Auswirkungen: Für die Schweiz ergeben sich Einbussen insbesondere durch die teilweise Rückerstattung der Verrechnungssteuer und die vollständige oder teilweise Anrechnung der von Polen auf Dividenden und Zinsen erho- benen Quellensteuer. Diese Einbussen werden angesichts der unbedeutenden polnischen Investitionen in der Schweiz gering sein. Hingegen werden die schweizerischen Fisken durch die 1967 eingeführte pauschale Steueranrechnung be- lastet.

M. Rychen présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:

Les bouleversements politiques survenus en Europe de l'Est ont aussi permis à la Pologne de s'ouvrir largement. Depuis la fin de 1989, ce pays fait de gros efforts pour instaurer une éco- nomie de marché, devenant ainsi plus intéressant pour les in- vestisseurs occidentaux. La Pologne a pris l'initiative d'enga- ger des pourparlers avec la Suisse, et une première série d'entretiens ont eu lieu au printemps 1990.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion der grünen Fraktion Rechtswidrige politische Polizei Motion du groupe écologiste Illégalité de la police politique

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1992

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Anno

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III

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Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

02

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.908

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

02.06.1992 - 08:00

Date

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Seite

716-717

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20 021 204

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