Interpellation on anti-torture convention compliance

20020292Giurisprudenza amministrativa delle autorità federali (VPB)18 set 1991Not Examined

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

In a National Council debate, Bäumlin criticized the Federal Council’s handling of non-refoulement and anti-torture obligations, arguing that individual errors in asylum removal cases should be prevented earlier and compensated more effectively. The Federal Council replied that it had acknowledged some erroneous expulsions, denied a deliberate policy of removal, and instructed the competent services to scrutinize doubtful cases more closely. The exchange also referred to a Yugoslav asylum seeker and to a Kurdish torture victim, but no formal decision or binding disposition is contained in the excerpt.

Massima Omnilex

Parliamentary interpellation on the implementation of the anti-torture convention and non-refoulement; the Federal Council may acknowledge individual errors in expulsion cases while maintaining that no deliberate expulsion policy exists, and may instruct administrative services to intensify scrutiny of doubtful removals. Questions of compensation and remedial measures remain political rather than adjudicative absent a formal decision.

Testo completo

Motion Portmann

1508

N

18 septembre 1991

89.709

Interpellation Bäumlin Einhaltung der Anti-Folter-Konvention durch die Schweiz Respect de la Convention internationale sur la torture

Diskussion - Discussion

Siehe Jahrgang 1990, Seite 739 - Voir année 1990, page 739

Frau Bäumlin: Ich kann dort weiterfahren, wo ich vorhin bei den Uno-Menschenrechtspakten aufgehört habe. Ich habe dort schon gesagt, dass Menschenrechtspolitik nie fertig sein kann, sondern die verschiedensten Facetten hat, die wie in ei- nem Kaleidoskop in verschiedensten Mustern erscheinen. Ei- ner der für mich wichtigsten Aspekte der Menschenrechte ist derjenige der Sorgfalt, mit der mit in ihren Menschenrechten Verletzten und Bedrohten umgegangen wird. In diesem heik- len Bereich war ich von der Antwort des Bundesrates auf meine Interpellation nicht befriedigt, weil zu den konkreten Fragen und Fällen, die ich in dieser Interpellation formuliert hatte, nur formal und mit Absichtserklärungen Stellung ge- nommen wurde.

Zum zweiten war ich von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt, weil mein oder unser Malaise bezüglich Sorgfalt beim Non-refoulement weniger das Departement für auswär- tige Angelegenheiten betrifft als das EJPD. Ich habe deswe- gen grosse Mühe, die Antwort des Bundesrates, besonders zu meiner Frage 5, zu akzeptieren, wo er schreibt, der DFW - diese Interpellation wurde vor zwei Jahren eingereicht und auch beantwortet -, der Delegierte für das Flüchtlingswesen also, prüfe sorgfältig, ob es Gründe zur Annahme gebe, dass Asylbewerber eine Behandlung riskierten, welche gegen die Menschenrechte verstosse.

Vor allem im Stadium der Beschwerde findet eben alles an- dere als eine Zusammenarbeit mit den Hilfswerken und zum Beispiel Amnesty International statt. Der DFW heisst heute nicht mehr so, aber der Beschwerdedienst ist noch nicht durch die unabhängige Beschwerdeinstanz - sie heisst heute ARK, Asyl-Rekurskommission - ersetzt. Meine diesbezügli- chen Erfahrungen sind so unerfreulich wie vor zwei Jahren. Das bewog mich seinerzeit, mich spontan als nicht befriedigt zu erklären. In einem Bereich wäre vielleicht teilweise befrie- digt als Einschätzung möglich gewesen, weil die Antwort des Bundesrates immerhin das Eingeständnis enthält, dass Ein- zelfälle schiefgehen können und auch schiefgehen, wie wir wissen. Er hat zudem für diese Fälle Entschädigung angekün- digt. Aber eine solche Entschädigung ist natürlich ziemlich mickerig, wenn sie erst ex post, also im nachhinein, erfolgt. Das bedeutet im konkreten Fall, den wir angesprochen hatten, im Fall des jugoslawischen Asylbewerbers, der zurückge- schafft wurde, erst nach sechs Jahren, wenn er seine Gefäng- nisstrafe abgesessen hat, für die wir ihn von der Schweiz aus- geliefert haben.

Die Schweiz könnte sich punkto Entschädigung, zum Beispiel an die Familien der Betroffenen, in einem früheren Stadium wirklich etwas einfallen lassen. Sie sollte nicht vor der Ausrich- tung einer solchen Entschädigung noch ein Verfahren beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einbauen, das die Eingekerkerten oder Untergetauchten gar nicht in Gang set- zen können.

Einer der anderen genannten Fälle in meiner Interpellation, der Fall des Kurden Veli Tasch, hat sich in den letzten zwei Jah- ren folgendermassen entwickelt: Veli Tasch ist nach grossem Einsatz von Flüchtlingsorganisationen in die Schweiz zurück- gekehrt und hat ein Aufenthaltsrecht erhalten - er ist in der Tür- kei gefoltert worden. Ich stelle die Frage an Sie, ob Folterun- gen wirklich entschädigt werden können und ob eine Aufent-

haltsbewilligung eine angemessene Entschädigung für Folte- rung sein kann.

Menschenrechte sollten meines Erachtens deswegen je län- ger, je mehr folterpräventive Wirkung entfalten können, auch für die wirklich und ganz konkret Betroffenen.

Wenn sich das EDA, das Departement für auswärtige Angele- genheiten, in diesem Sinne vermehrt einsetzen wird und den Rechtsformalismus des EJPD zurückbindet, bin ich ausseror- dentlich dankbar. Ein Anlass dazu könnte ein selbstkritischer Bericht vor dem Uno-Ausschuss gegen die Folter 1993 sein, wie ihn der Bundesrat in seiner Botschaft angekündigt hat. Da- für würde ich bereits heute danken und ankündigen, dass ich dann keine Interpellation deponieren müsste.

M. Felber, conseiller fédéral: Je serai bref dans la mesure où les cas qui ont suscité l'interpellation de Mme Bäumlin sont ceux dont nous avons reconnu l'existence, qui n'étaient pas le fait d'une politique volontaire d'expulsion mais qui ont, malgré les contrôles effectués, abouti à des échecs. Nous pouvons simplement ajouter que nous avons donné les instructions, en accord avec le Délégué aux réfugiés et le Département fédéral de justice et police, afin que, dans tous les cas d'expulsion re- lativement douteux, nous puissions analyser la situation de manière plus précise. Cela n'est pas si facile. Il y aura malheu- reusement toujours quelques erreurs d'appréciation, mais nous essayons de les limiter.

Le cas qui a suscité votre interpellation, soit celui d'un Yougo- slave, M. Janus Salihi en particulier, semble avoir été réglé. Nous avons reconnu l'erreur commise. En effet, nous n'au- rions pas dû le renvoyer, malgré les avis positifs que nous avions reçus. Il semble que ce monsieur, suite à de nombreu- ses interventions de notre pays, ait bénéficié d'une remise de peine et devrait, selon nos informations, non confirmées ce- pendant, être aujourd'hui libéré.

Telle est la voie dans laquelle nous tenterons de nous engager afin de limiter les cas les plus tragiques. Cependant, il est par- fois difficile de pénétrer au coeur du problème. On peut nous faire des promesses et ne pas les tenir.

90.326

Motion Portmann Mitwirkung der Gewalten bei der Sicherheits- und Staatsvertragspolitik der Schweiz Politique de sécurité et traités avec l'étranger. Participation active du Parlement

Wortlaut der Motion vom 7. Februar 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, die zusammenhängenden Ar- tikel 85 Ziffer 6 und 7 sowie 102 Ziffer 8 und 9 unseres Grund- gesetzes, wie sie seit der ersten Verfassung von 1848 unverän- dert lauten, neugefasst so vorzulegen, dass sie einerseits die heutige Verfassungswirklichkeit prospektiv einfangen und an- dererseits festschreiben, dass die Bundesversammlung - als oberste Gewalt im Staat - an der Bildung neuen Staatsver- tragswillens von Anfang an bestimmend mitwirkt, wenn es um die Sicherheit und um die Stellung der Schweiz in Europa und in der Völkerfamilie geht.

Texte de la motion du 7 fevrier 1990

Le Conseil fédéral est chargé de présenter une nouvelle ver- sion des articles 85, chiffres 6 et 7, et 102, chiffres 8 et 9, de no- tre constitution, articles dont la teneur n'a pas changé depuis l'adoption de notre première constitution en 1848, de sorte qu'ils tiennent compte d'une part de la réalité constitutionnelle d'aujourd'hui et qu'ils stipulent d'autre part que l'Assemblée

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Interpellation Bäumlin Einhaltung der Anti-Folter-Konvention durch die Schweiz Interpellation Bäumlin Respect de la Convention internationale sur la torture

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Dans

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Jahr

1991

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

03

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.709

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

18.09.1991 - 08:00

Date

Data

Seite

1508-1508

Page

Pagina

Ref. No

20 020 292

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Parole chiave

non-refoulementtortureasylumexpulsioncompensationparliamentary debate

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether Switzerland adequately complies with the anti-torture convention in asylum and expulsion cases.

Decisione estratta

The Federal Council stated that errors in individual expulsion cases can occur, but that it has instructed authorities to examine doubtful cases more carefully.

Motivazione estratta

The reply accepted that some cases had gone wrong, denied any deliberate expulsion policy, and emphasized tighter scrutiny of doubtful removals.

Questione giuridica chiave

Whether victims of torture or wrongful expulsion receive adequate compensation and protection.

Decisione estratta

The interpellant argued that ex post compensation is insufficient and questioned whether residence permits can amount to compensation for torture; no formal parliamentary remedy is recorded in the excerpt.

Motivazione estratta

The debate focused on the limits of post hoc compensation and on the need for earlier preventive measures.

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