Motion Aliesch
699
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 4. Dezember 1989
Risposta scritta del Consiglio federale del 4 dicembre 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 4 décembre 1989 Conformemente al mandato di prestazioni impartito dal Parla- mento alle FFS, esse sono tenute a sfruttuare fonti di risparmio e quindi di esaminare le possibilità di razionalizzazione ed eventualmente di realizzarle. In seguito a ciò le FFS - in uno studio interno - attualmente allestiscono un elenco nel quale figureranno le stazioni che non saranno più dotate di perso- nale. La vendita dei biglietti avverrà tramite automatici oppure altri posti d'emissione (PTT, chioschi, etc.), questi ultimi po- trebbero semmai occuparsi della registrazione di bagagli come pure del servizio clienti.
L'elenco pubblicato dalla stampa comprendeva stazioni che, in base a dati statistici, raggiungono nel settore viaggiatori una cifra d'affare inferiore a 400 000 franchi annui. Questo unico criterio non può tuttavia bastare per cambiare il servizio ad una stazione. Ci sono altri fattori da includere nella valutazione come per esempio gli introiti dal trasporto merci, i necessari in- vestimenti per la sicurezza in conseguenza all'assenza di per- sonale, inoltre la politica dei trasporti in generale e la connessa considerazione delle esigenze dei clienti. Svantaggi sociali per il relativo personale sono possibilmente da evitare.
Il quantitativo di fermate di treni viaggiatori alle stazioni senza personale resta invariato. Misure progettate devono reggere una considerazione totale.
Il servizio ad una stazione per una o più categorie di traffico o il presenziamento d'essa sono, secondo la Legge federale sul trasporto pubblico, esclusivamente affari dell'impresa di tra- sporto. Prima della loro decisione vanno consultati i comuni interessati. Se l'impresa di trasporto non considera le propo- ste dei comuni, essi possono appellarsi all'Ufficio federale dei trasporti. In caso di ricorso il DFTCE decide definitivamente. La Legge federale sul trasporto pubblico agli enti pubblici (Confederazione, Cantoni, Comuni) la possibilità di convenire con le imprese di trasporto per il servizio alle stazioni presta- zioni che esse non potrebbero offrire se si attenessero a una gestione improntata ai principi dell'economia aziendale. Per questo essi devono all'impresa piena indennità. In tal modo possono essere soddisfatti anche desideri nell'ambito della politica regionale.
Il Consiglio federale incaricherà le FFS di presentare senza in- dugi concetti circa le previste misure di razionalizzazione; tra l'altro la modifica del presenziamento delle stazioni. Inoltre gli aspetti della sicurezza per i viaggiatori vi devono trovare la ne- cessaria attenzione. Oltre a ciò le FFS furono incaricate di pra- ticare con le autorità coinvolte una politica d'informatione aperta conforme alle circostanze.
Le misure di razionalizzazione richieste dal mandato di presta- zioni alle FFS possono rendersi necessarie sia nelle regioni economicamente molto sviluppate come pure in quelle meno sviluppate. Tali misure non sono direttamente in contrasto con i provvedimenti di promozione decretati per le regioni disav- vantaggiate economicamente. Le FFS sono tenuto altrettanto ad osservare nel loro procedimento le «Direttive per il cordina- mento delle attività della Confederazione in politica regio- nale», emanate dal Consiglio federale il 26 novembre 1986.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Dichiarazione scritta del Consiglio federale Déclaration écrite du Conseil fédéral
Il Consiglio federale propone di trasformare la mozione in po- stulato.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.773
Motion Aliesch Gerechter Wasserzins für die Berggebiete Redevances hydrauliques en régions de montagne
Wortlaut der Motion vom 13. Dezember 1989
In der Wasserrechtsgesetzgebung ist eine Obergrenze für den Wasserzins festgehalten. Beim Wasserzins handelt es sich so- zusagen um die Entschädigung für den bei der Elektrizitäts- produktion benötigten Rohstoff, das Wasser. Diese vom Staat festgelegte obere Preisgrenze bildet einen Fremdkörper in un- serer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, sie passt nicht mehr in die heutige Zeit und benachteiligt insbesondere die Berggebiete.
Mit einer Revision der Wasserrechtsgesetzgebung ist zu er- · möglichen, dass den Verleihern von Wasserrechtskonzessio- nen marktgerechtere Wasserzinse bezahlt werden müssen bzw. können. Der Bundesrat wird ersucht, dem Parlament die entsprechenden Anträge zu unterbreiten.
Texte de la motion du 13 décembre 1989
La législation fixe le montant maximum de la redevance en ma- tière de droits d'eau. Cette dernière est en quelque sorte un dédommagement de l'eau utilisée pour produire de l'électri- cité. Son montant maximum, fixé par l'Etat, fait figure de corps étranger dans notre économie de marché; il n'a plus sa raison d'être et désavantage tout particulièrement les régions de montagne.
Une révision de la législation sur les droits d'eau devrait veiller à ce que les autorités concédantes doivent et puissent perce- voir des droits plus conformes au marché. Le Conseil fédéral est invité à présenter aux Chambres des propositions allant dans ce sens.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Baggi, Basler, Büh- ler, Bundi, Bürgi, Caccia, Cotti, Couchepin, Daepp, Darbellay, Eisenring, Hari, Hildbrand, Luder, Nabholz, Paccolat, Port- mann, Salvioni, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Hans- peter, Steinegger, Widrig, Wyss William, Zölch (27)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Bei der letzten Teilrevision des Wasserrechtsgesetzes im Jahre 1985 wurden die Abschaffung der sogenannten Quali- tätsstufen sowie eine stufenweise Erhöhung des Wasserzin- ses beschlossen. Nicht beseitigt wurden jedoch die grund- sätzlichen Mängel der geltenden Wasserzinsregelung, mit welcher der heutige tatsächliche Wert der Wasserkraft für die Elektrizitätsproduktion nur zum Teil abgegolten wird. Insbe- sondere den Berggebieten wird darum auch in Zukunft die Wasserkraft zu Ansätzen entschädigt, welche sich nicht am Markt orientieren. Mit der im Gange befindlichen Revision der Wasserrechtsgesetzgebung sollte eine Lösung für gerechtere beziehungsweise marktgerechtere Wasserzinsregelungen gefunden werden.
Die Wasserzinsregelung in der geltenden Wasserrechtsge- setzgebung mit der darin enthaltenen staatlichen Preisfestset- zung passt nicht in unser marktwirtschaftliches Ordnungssy- stem. Der Wasserzins wird derart vor allem nach politischen Ueberlegungen festgelegt; er sollte sich aber in erster Linie am Markt orientieren.
Eine durch die Gesetzgebung festgelegte Obergrenze für den Wasserzins ist heute um so weniger zu befürworten, als deren ursprünglicher Zweck heute nicht mehr aktuell ist. Früher wollte man mit staatlich festgesetzten Maximalsätzen verhin- dern, dass der Ausbau der Wasserkraftnutzung durch zu hohe Wasserzinse behindert würde. Heute muss die Wasserkraft-
N 23 mars 1990
700
Motion Zwingli
nutzung nicht mehr durch einen künstlich tief gehaltenen Was- serzins gefördert werden. Ueber eine möglichst marktge- rechte Abgeltung der Wasserkraft sollte in Zukunft vielmehr die bestehende Wasserkraftnutzung gerecht entschädigt so- wie der haushälterische Umgang mit der Elektrizität gefördert werden.
Die heutige Regelung benachteiligt insbesondere die Bergge- biete. Dies hat Bundesrat Flavio Cotti am 5. Dezember 1989 im Ständerat im Rahmen der Debatte über das Gewässerschutz- gesetz bestätigt. Bezüglich der heute in der Gesetzgebung festgeschriebenen Wasserzinsen sprach er von einer «Verzer- rung in unserer Marktwirtschaft, die objektiv das Berggebiet penalisiert».
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. Februar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 février 1990
Im Sommer 1985 haben die eidgenössischen Räte eine mas- sive Erhöhung des Wasserzinsmaximums beschlossen. Das Ausmass der Erhöhung ging über die Anträge des Bundes- rates hinaus und entsprach vollständig den offiziellen Forde- rungen der Bergkantone. Einzig der Zeitpunkt der Erhöhung wurde etwas hinausgeschoben und abgestuft. Das neue Maxi- mum ist erst seit Anfang 1990 in Kraft. Eine erneute Erhöhung drängt sich noch nicht auf.
Anlässlich der genannten Revision wurde auch die Frage der Aufhebung des Bundesmaximums aufgeworfen, u. a. von sei- ten der Bergkantone. Angesichts der grundsätzlichen damit verbundenen Probleme wurde jedoch nicht darauf insistiert. Auch hier stellt sich die Frage, ob schon nach so kurzer Zeit wieder über die gleichen Fragen diskutiert werden soll. Die Aufhebung des Bundesmaximums liesse sich im übrigen nicht auf Gesetzesstufe realisieren, sondern würde eine Aen- derung von Artikel 24bis Absatz 3 der Bundesverfassung vor- aussetzen.
Angesichts des Umstandes, dass das Bundesgesetz über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte in den Bereichen, die bei der Revision 1985 zurückgestellt wurden, ohnehin revidiert werden soll, ist der Bundesrat dennoch bereit, die aufgeworfe nen Fragen zu prüfen. In diesem Sinn beantragt er, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.778
Motion Zwingli Titel von Volksinitiativen Titre des initiatives populaires
Wortlaut der Motion vom 13. Dezember 1989
Der Bundesrat wird beauftragt, das Bundesgesetz über die po- litischen Rechte vom 17. Dezember 1976 (SR 161.1) dahinge- hend abzuändern, dass im Titel von Volksinitiativen in der Form eines ausgearbeiteten Entwurfs nur auf die Verfassungs- bestimmung, die aufgehoben oder geändert oder mit der die Verfassung ergänzt werden soll, verwiesen werden darf und dass die Bundeskanzlei im übrigen den Titel festlegt sowie dass der Titel von Volksinitiativen in der Form einer allgemei- nen Anregung nach Anhörung der Initianten von der Bundes- kanzlei festgelegt wird.
Texte de la motion du 13 décembre 1989
Le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres un projet de modification de la loi du 17 décembre 1976 sur les droits politiques (RS 161.1), de telle sorte que ne soit autorisée dans le titre des initiatives populaires présentées sous la forme d'un projet rédigé de toutes pièces que la mention de la dispo- sition constitutionnelle à abroger ou à modifier, ou de la dispo- sition visant à compléter la constitution; dans ce cas, la Chan- cellerie fédérale déterminera le titre de l'initiative populaire. S'agissant d'initiative populaire conçue en termes généraux, la Chancellerie fédérale fixera le titre, d'entente avec les au- teurs de l'initiative.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Wegen eines Missverständnisses gilt meine Motion 658/ 89.460 vom 7. Juni 1989 mit 70 Mitunterzeichnern formell als zurückgezogen. Es war dies niemals meine oder meiner Mit- unterzeichner Absicht, weshalb ich die Motion im Wortlaut nochmals einreiche. Aus Gründen der Praktikabilität verzichte ich dabei darauf, die Unterschriften der Mitunterzeichner nochmals zu sammeln in der Ueberzeugung, dass Bundesrat und Parlament die Bedeutung meines Antrages auch so rich- tig einzuschätzen wissen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. Februar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 février 1990
Bisher überbindet Artikel 69 Absatz 2 BPR der Bundeskanzlei die Aufgabe, den Titel einer Volksinitiative zu ändern, wenn er kommerziell oder personell wirbt, zu Verwechslungen Anlass gibt oder offensichtlich irreführt.
Schärfere Formulierungen wurden 1976 bei der Vorberatung des Bundesgesetzes über die politischen Rechte eingehend diskutiert und ausdrücklich abgelehnt. Der Ständerat wollte bereits damals die Kompetenz zur Betitelung der Volksinitiati- ven ausschliesslich der Bundeskanzlei einräumen, doch lehnte dies der Nationalrat strikte ab, um zeitraubenden und unergiebigen juristischen und politischen Auseinanderset- zungen bei jeder Volksinitiative vorzubeugen.
Die Frage einer Titeländerung wird bei jeder Volksinitiative ge- nau geprüft. Sie wird in einer formellen Vorprüfungsverfügung aufgrund schriftlicher, einlässlich begründeter Anträge des Rechtsdienstes der Bundeskanzlei entschieden, und diese Verfügung ist beim Bundesgericht durch Verwaltungsge- richtsbeschwerde anfechtbar. Ueber die Kriterien der Praxis hat der Bundesrat das Parlament 1979 in seinem Geschäfts- bericht (S. 2 bis 3) wie folgt unterrichtet:
«Bisher tauchten nur Probleme bezüglich des Aenderungs- grundes ‹offensichtliche Irreführung> auf, weil vereinzelte Initia- tiventitel suggestive Elemente enthielten. Für die Handha- bung dieses Prüfungselementes wurden deshalb Kriterien entwickelt. Die Bundeskanzlei geht in ihrer Praxis nun davon aus, dass ein Initiativentitel nicht für sich allein beurteilt werden darf. Wenn die Initiative selbst die im Titel formulierten Begeh- ren enthält - auch wenn sie unrealisierbar erscheinen sollten -, kann der Titel nicht als ‹offensichtliche Irreführung› betrach- tet werden.»
Das Parlament hat diese Praxis weder bei der Beratung des Geschäftsberichts 1979 noch in den konkreten Fällen, in de- nen Kritik laut wurde, bei der Behandlung in den Räten je be- anstandet.
Erschwert ist eine Titeländerung durch den wenig glücklichen Wortlaut der Bestimmung: Gefährlich sind weniger die «offen- sichtlichen» Irreführungen als vorab die weniger leicht erkenn- baren, indirekten; das qualifizierende Kriterium verlangt aber zur Titeländerung eine besonders schwerwiegende Irrefüh- rung, ansonsten das Bundesgericht die Massnahme nicht schützen könnte.
Eine strengere Praxis bei der Beurteilung von Initiativentiteln setzt somit in jedem Fall eine Gesetzesänderung voraus. Der Vernehmlassungsentwurf einer Studienkommission zur Revi- sion der Bundesgesetzgebung über die politischen Rechte vom September 1988 schlug zu Artikel 69 Absatz 2 BPR die
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Jahr
1990
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.773
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.03.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
699-700
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Pagina
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20 018 431
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