Interpellation on urgent air pollution measures

20015556Giurisprudenza amministrativa delle autorità federali (VPB)19 giu 1987Other

Sintesi

On 19 June 1987, the National Council dealt with an interpellation by Weder-Basel on urgent measures against air pollution. The Federal Council replied that it had already submitted its air-protection concept, that further measures were under examination, and that drastic steps such as gasoline rationing had been rejected at that stage. It confirmed that NABEL measurements in Basel, Sion and Tänikon would continue and that modernization and expansion were being studied. The Council voted to discuss the reply by 42 to 41, with the president deciding the tie.

Regest

Interpellation concerning air protection and emergency measures; the Federal Council may rely on an existing air-protection concept and phased review of further measures instead of immediately ordering drastic emergency restrictions. Where the government expressly confirms continuation of monitoring activities, such assurance suffices absent a contrary binding decision (consid. not specified).

Testo completo

N 19 juin 1987

1034

Interpellation Weder-Bâle

87.324

Interpellation Weder-Basel Luftnotstand Interpellation Weder-Bâle Pollution atmosphérique

Wortlaut der Interpellation vom 5. März 1987 Es mehren sich die Hinweise, dass die Luftverschmutzung, die als Primärursache des Waldsterbens feststeht, auch den menschlichen Organismus - besonders im Kindesalter - direkt schädigt.

Ich frage den Bundesrat an:

  1. ob er bereit ist, Notstandsmassnahmen zur Verminderung der Luftverschmutzung auf den Stand 1960 für Stickoxide und Kohlenwasserstoffe und auf den Stand 1950 für Schwe- feldioxid einzuleiten;

  2. ob er in der Lage ist, die Einhaltung aller Grenzwerte gemäss Luftreinhalteverordnung zu gewährleisten;

  3. ob er bereit ist, alle Massnahmen zur Reduktion des Wärmeenergieverbrauchs unverzüglich anzuordnen und eine sofortige Reduktion des Schwefelgehalts beim Erdöl (bei Heizöl EL auf höchstens 0,15 Prozent) zu verfügen;

  4. ob er bereit ist, die notwendigen Notstandsmassnahmen zur massiven Einschränkung des motorisierten Verkehrs anzuordnen, soweit nötig mit Dringlichkeitsrecht (z. B. eine Benzinrationierung);

  5. ob er bereit ist, die an drei Orten (Basel, Sitten, Tänikon) unverständlicherweise eingestellten Nabel-Luft-Untersu- chungen unverzüglich weiterzuführen und das Messnetz raschmöglichst zu verdichten und zu modernisieren.

Texte de l'interpellation du 5 mars 1987

Des indices de plus en plus nombreux révèlent que la pollution de l'air, incontestablement la cause première de la mort des forêts, nuit aussi directement à l'organisme des être humains et tout particulièrement des enfants.

C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  1. Est-il disposé à adopter des mesures d'urgence aux fins de ramener le taux de pollution atmosphérique à celui de 1960 pour les oxydes d'azote et les hydrocarbures, et à celui de 1950 pour l'anhydride sulfureux?

  2. Est-il en mesure d'assurer le respect des valeurs limites conformément à l'ordonnance sur la protection de l'air?

  3. Est-il disposé à prendre sans retard toutes les mesures nécessaires pour réduire la consommation d'énergie desti- née à la production de chaleur et la teneur en soufre du pétrole (pour l'huile de chauffage extra-légère, limitation à 0,15 pour cent)?

  4. Est-il disposé à prendre les mesures d'urgence néces- saires pour diminuer radicalement la circulation des véhi- cules à moteur, s'il le faut, par une procédure d'urgence (p. ex. le rationnement de l'essence) ?

  5. Est-il disposé à reprendre sans délai les analyses de l'air inexplicablement interrompues à Bâle, Sion et Tänikon, ainsi qu'à développer et à moderniser le réseau d'observa- tion (NABEL) le plus vite possible?

Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Belastung der Luft mit Stickoxiden, mit Kohlenwasser- stoffen und dem daraus entstehenden Ozon sowie mit Schwefeldioxid liegt vor allem in den Städten und Agglome- rationen erheblich über den Grenzwerten der seit 1. März 1986 in Kraft stehenden Luftreinhalteverordnung. Der Aus- stoss von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen hat zuneh- mende Tendenz, derjenige von Schwefeldioxid ist auf dem immer noch nicht befriedigenden Stand von 1960. Damit wächst mit jedem Tag die Gefahr weiterer Gesundheitsschä-

digungen, und den bestehenden Schäden an Bäumen, Gebäuden usw. werden weitere hinzugefügt. Das Zusam- menwirken aller dieser und weiterer Gifte steigert das Gefahrenpotential in unabsehbarer Weise.

Die Stickoxide stammen zu 80 Prozent, die Kohlenwasser- stoffe zu 30 Prozent von Motorfahrzeugen, das Schwefel- dioxid zum überwiegenden Teil aus Heizungen und Indu- strieanlagen.

Die neuen Abgasvorschriften für Lastwagen und Motor(fahr-) räder wie auch die Katalysatoren bringen eine gewisse Ver- besserung, werden aber allein die verhängnisvolle Entwick- lung nicht verhindern. Auch die bisher ergriffenen Massnah- men zur Verminderung der Schwefeldioxidbelastung sind ungenügend. Notstandsmassnahmen zur drastischen Reduktion des Treibstoffverbrauchs wie auch zur Reduktion des Wärmeenergieverbrauchs und zur Reduktion des Schwefelgehalts im Heizöl sind unerlässlich!

Absolut unverständlich ist die an drei Orten verfügte Einstel- lung der Luftuntersuchungen «Nabel». Dem Vernehmen nach soll dies aus finanziellen Gründen verfügt worden sein und weil die alten Geräte nicht mehr den heutigen Anforde- rungen gerecht werden. Eine Sanierung sei erst 1988 geplant. Das Nabel-Netz ist seit 1979 in Betrieb. Es misst - als einziges Netz - alle Luftgiftstoffe wie Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Ozon und Kohlenmonoxid, ferner Schwe- bestaub und Staubniederschläge. Aus wissenschaftlicher Sicht haben diese Untersuchungen eine wichtige Bedeu- tung. Der Unterbruch ist unverzeihlich und sofort zu korri- gieren.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. Juni 1987

Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 juin 1987

  1. bis 4. Im Bericht «Luftreinhalte-Konzept> vom 10. Sep- tember 1986 hat der Bundesrat ausführlich zum Stand und zur Entwicklung der Luftverschmutzung sowie zu den zu ziehenden Konsequenzen Stellung genommen. Der Bericht ist dem Parlament unterbreitet worden. Der Nationalrat hat das Konzept in der Märzsession 1987 als Erstrat behandelt und dem Bundesrat dabei Aufträge zur Prüfung weiterer Massnahmen zur Reduktion der Luftverschmutzung erteilt. Die Prüfung einschneidender Massnahmen, wie z. B. eine Benzinrationierung, hat der Nationalrat abgelehnt.

An seiner Sitzung vom 27. Mai 1987 hat der Bundesrat das weitere Vorgehen im Rahmen des «Luftreinhalte-Konzep- tes» festgelegt. So sollen zum Teil bis Ende September, zum Teil bis Ende Dezember 1987 die erwähnten weiteren Mass- nahmen hinsichtlich Realisierbarkeit, konkreter Ausgestal- tung und Wirkung (Verminderung der Fahrleistungen, Ver- minderung des Energieverbrauchs usw.) überprüft werden. Bis Ende 1987 bzw. bis Mitte 1988 sollen die Massnahmen dann lufthygienisch quantifiziert werden. Ein erstes (weite- res) Massnahmenpaket dürfte dem Bundesrat voraussicht- lich Anfang 1988, ein zweites im Sommer 1988 zum Entscheid unterbreitet werden.

  1. Die Messungen an den Nabel-Stationen Basel, Sion und Tänikon werden weitergeführt. Die Abklärungen hinsichtlich einer Modernisierung und Verdichtung des Nabels sind im Gange.

Abstimmung - Vote

Für den Antrag auf Diskussion 42 Stimmen

Dagegen 41 Stimmen (Mit Stichentscheid des Präsidenten)

Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral.

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II

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Sessione estiva

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Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

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87.324

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Datum 19.06.1987 - 08:00

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