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Interpellation Iten
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Februar 1985
Risposta scritta del Consiglio federale del 20 febraio 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 février 1985
Non esistono veri problemi tecnici nell'esercizio della galleria stradale del San Gottardo. La stessa è aperta al traffico da oltre 4 anni; è stata percorsa da oltre 13 milioni di veicoli; e la chiusura per difetti agli impianti tecnici non ha superato, in media, un'ora all'anno.
La galleria del San Gottardo è tuttora la galleria del suo genere più lunga del mondo. Taluni suoi impianti sono prototipi. È pertanto chiaro che si abbia dovuto provvedere a qualche perfezionamento o ampliamento. Finora nessun impianto è stato sostituito. Si prospetta tuttavia la sostitu- zione di trasformatori raffreddati mediante PCB e degli analoghi condensatori, poichè il mezzo raffreddante può produrre, ad alte temperature in caso d'incendio, dei gas estremamente tossici. In ossequio alla nuova legge sulla protezione dell'ambiente questo rischio è da eliminare il più presto possibile.
Gas derivanti dalla combustione nei motori che possono essere nocivi in forti concentrazioni, come CO, vengono costantemente contenuti entro i limiti di concentrazione ammissibili mediante appropriata ventilazione. Misure effet- tuate dall'INSAI ne hanno dato la conferma.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bun- desrates befriedigt.
84.491 Interpellation Iten Vernehmlassungsverfahren. Staatspolitische Bedeutung Procédure de consultation. Portée politique
Wortlaut der Interpellation vom 17. September 1984
Im Zusammenhang mit der vom Bundesrat durchgeführ ten Vernehmlassung über Tempo 100/80 stellt sich, ange- sichts von Äusserungen von Mitgliedern der Landesregie- rung, die grundsätzliche Frage nach der staatspolitischen Bedeutung von Vernehmlassungsverfahren in der schweize- rischen Demokratie. Ich frage deshalb den Bundesrat, wel- che Bedeutung den von ihm angeordneten Vernehmlas- sungsverfahren grundsätzlich zukommt.
Aufgrund der Äusserungen einzelner Mitglieder des Bun- desrates, die Ergebnisse des damals noch laufenden Ver- nehmlassungsverfahrens über Tempo 100/80 würden die Landesregierung nur dann beeinflussen, wenn eine grosse Mehrheit der Stellungnahmen die vom Bundesrat in Erwä- gung gezogenen Massnahmen ablehnt, ist offenzulegen, nach welchen Grundsätzen der Bundesrat in einem Ver- nehmlassungsverfahren eingegangene Stellungnahmen auswertet.
Noch während der Dauer des Vernehmlassungsverfah- rens wurde durch einzelne Mitglieder der Landesregierung der Begriff «grosse Mehrheit» in die Diskussion gebracht. Dieser Begriff einer qualifizierten Mehrheit war unserer Demokratie bis heute fremd. Es drängt sich deshalb die Frage auf, woher dieser Begriff stammt und auf welche gesetzliche Grundlage er sich abstützt.
Bezieht sich diese qualifizierte Mehrheit auf die Anzahl der eingelangten Stellungnahmen, auf die Anzahl der Kan- tone bzw. Parteien und Verbände oder auf die Anzahl der
Menschen, die in diesen Kantonen wohnen oder hinter diesen Parteien bzw. Verbänden stehen?
Wie sollen es die zur Stellungnahme aufgerufenen Kan- tonsregierungen, Parteien und Verbände verstehen, wenn Mitglieder der Landesregierung noch im Laufe des Ver- nehmlassungsverfahrens öffentlich verlautbaren, die Ergeb- nisse der Vernehmlassung würden den Bundesrat höchst- wahrscheinlich nicht bei seiner Entscheidung beeinflussen?
Rechnet der Bundesrat bei der Beurteilung der Akzep- tanz eines von ihm in Aussicht genommenen Beschlusses auch die Unterschriftenzahl einer zum gleichen Thema angelaufenen Volksinitiative hinzu?
Erachtet es der Bundesrat für die Beurteilung der Akzep- tanz eines vom ihm in Aussicht genommenen Beschlusses auch die in den Massenmedien publizierten Ergebnisse von Meinungsumfragen als erheblich?
Wenn ja, welche wissenschaftlichen Minimalerfordernisse haben solche Meinungsumfragen zu erfüllen?
Texte de l'interpellation du 17 septembre 1984
En rapport avec la consultation que le Conseil fédéral a ordonnée au sujet des vitesses maximales 100/80 se pose la question fondamentale de la portée dans la démocratie suisse des procédures de consultation sur le plan de la politique générale, compte tenu des déclarations faites par des membres du gouvernement. Je demande donc au Con- seil fédéral quelle portée de principe il attribue aux procé- dures de consultation qu'il organise.
Les critères en vertu desquels le Conseil fédéral évalue et apprécie les réponses aux procédures de consultation doi- vent être rendus publics, certains des membres de cette autorité ayant fait des déclarations aux termes desquelles les résultats de la procédure de consultation (alors en cours) sur les vitesses 100/80 n'exerceraient d'influence sur le gouvernement que si les mesures qu'il envisageait à l'épo- que étaient mal accueillies dans la majeure partie des ré- ponses.
Avant même que la procédure de consultation ne soit arrivée à son terme, quelques membres du Conseil fédéral ont introduit dans la discussion la notion de «forte majo- rité». Or cette notion de majorité qualifiée était jusqu'à présent inconnue dans notre système démocratique. C'est pourquoi on doit se demander d'où elle est tirée et sur quoi elle se fonde.
Cette majorité qualifiée s'applique-t-elle au nombre des réponses reçues, à celui des cantons ou partis politiques et associations consultés, voire au nombre de personnes habi- tant ces cantons ou affiliées à ces partis ou associations?
Comment les gouvernements cantonaux, les partis et les associations invités à donner leur avis doivent-ils réagir lorsque des membres du gouvernement central déclarent publiquement, quand bien même la procédure de consulta- tion n'est pas encore close, que selon toute vraisemblance, les résultats de la consultation n'influeront pas sur la déci- sion du Conseil fédéral?
Lorsqu'il quantifie l'accueil positif qui est fait à l'une des décisions qu'il envisage de prendre, le Conseil fédéral ajoute-t-il le nombre des signatures à l'appui d'une demande d'initiative populaire qui vient d'être lancée sur le même sujet?
Lorsqu'il quantifié l'accueil positif qui est réservé à une décision qu'il se propose de prendre, le Conseil fédéral considère-t-il également comme valables et représentatifs les résultats de sondages d'opinion qui ont été publiés par les médias? Si oui, quelles sont les exigences scientifiques minimales auxquelles de tels sondages doivent satisfaire ?
_ 8. De quelle influence politique jouissent les «Lettres au Conseil fédéral» lorsqu'elles sont signées par des parlemen- taires?
N 22 mars 1985
748
Interpellation Ruf-Berne
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Im Zusammenhang mit der vom Bundesrat angeordneten Vernehmlassung zu Tempo 100/80 sind in grossen Teilen des Schweizervolkes Zweifel an der Zweckmässigkeit und Glaubwürdigkeit von Vernehmlassungsverfahren aufge- treten.
Da und dort wurde sogar die Frage laut, weshalb man den Kantonsregierungen, den Vorständen von Parteien und Organisationen und deren Sachbearbeitern diese Arbeit zugemutet hat, wenn deren Bedeutung und Wirksamkeit zum voraus relativiert bzw. eingeschränkt wurde.
Zweck dieser Interpellation ist es, den Bundesrat zu ersu- chen, die demokratischen Spielregeln von Vernehmlas- sungsverfahren zu umschreiben und nach aussen deutlich zu machen, welche staatsrechtliche Bedeutung dem Ver- nehmlassungsverfahren grundsätzlich zukommt und was unter dem von ihm im Zusammenhang mit dem Vernehmlas- sungsverfahren zu Tempo 100/80 verwendeten Begriff Akzeptanz in einer Demokratie eigentlich zu verstehen ist. All jene Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in tage- oder wochenlanger Arbeit Argumente und Berechnungen zusam- mengetragen haben, haben Anspruch darauf, zu wissen, aufgrund welcher Kriterien ihre Arbeiten ausgewertet werden.
Wenn Mitglieder der Landesregierung von geringen oder grossen Mehrheiten sprechen, drängen sich Fragen auf, da die Demokratie qualifizierte Mehrheiten nicht kennt. Wichtig zu wissen ist deshalb, ob der Bundesrat zur Ermittlung dieser qualifizierten Mehrheit die Anzahl der eingelangten Stellungnahmen oder die Anzahl der durch diese Stellung- nahmen vertretenen Personen heranzieht.
Vernehmlassungen in ihrer bisherigen Art dienten doch vor allem dem Zweck, Argumente pro und contra zu suchen, die möglicherweise von unserer Regierung oder ihrer Verwal- tung zum Teil oder ganz übersehen oder anders gewichtet worden sind. Wer von dieser Zielsetzung abgeht, läuft Gefahr, durch das Vernehmlassungsverfahren weniger das Argumentarium zur Sache zu erweitern, als vielmehr in Form einer selektiven Urabstimmung Meinungsäusserun- gen abzurufen. Damit ist gesagt, dass man dann logischer- weise jene Stimmen nicht mehr anhören will, die eine diffe- renzierte Stellungnahme abgeben, statt eine vorgesehene Massnahme nur zu bejahen oder nur zu verneinen.
Die Vernehmlassung hat sich in den letzten Jahren sehr oft als probates Mittel der demokratischen und föderativen Wil- lensbildung in unserem Land unter gleichzeitiger Achtung vor regionalen Interessen oder sprachlichen Minderheiten erwiesen. Eine deutliche Klarstellung für die Zukunft scheint deshalb aus staatspolitischen Überlegungen geboten. Der Bundesrat soll klären, ob Vernehmlassungen in Zukunft nur noch Alibicharakter haben sollen, um die politische Landschaft auszukundschaften und Popularitätsforschun- gen anzustellen, oder ob der Vernehmlassung nicht wie- derum die klassische Bedeutung des Suchens neuer oder besserer Argumente, des Dialogs also, zukommen soll. Ist letzteres nach wie vor der Fall, soll die Qualifizierung und Quantifizierung bis nach Abschluss des Verfahrens mit Rücksicht auf und aus Achtung vor denjenigen, die noch am Denken sind, unterbleiben.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Dezember 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 décembre 1984
Die Vernehmlassungsverfahren sind ein Teil des Vorverfah- rens der Gesetzgebung. Sie dienen der Konstultation mög- lichst breiter Kreise, die zu einem in Vorbereitung stehenden Erlass aus ihrer beruflichen, wirtschaftlichen politischen oder anderweitigen Erfahrung einen wesentlichen Aussage machen können. Neben anderen Entscheidungsgrundlagen (so zum Beispiel Berichte von Expertenkommissionen, Stu- dien der Verwaltung) sind die Vernehmlassungen somit eines der wichtigen Elemente der Willensbildung des Bun- desrates.
Die Vernehmlassungsergebnisse werden vom Bundesrat
sorgfältig geprüft und im Hinblick auf den Beitrag beurteilt, den sie zur Lösung des anstehenden Problems zu leisten vermögen. In diese Beurteilung werden gegebenenfalls auch weitere Stellungnahmen einbezogen, so etwa zur glei- chen Sache hängige Volksinitiativen, Briefe und andere Willensäusserungen von Parlamentariern, Publikationen in den Medien usw. Schliesslich spielt dabei auch das Verhält- nis der positiven zu den negativen Stellungnahmen eine Rolle. Demgegenüber hat der Bundesrat bezüglich der Ergebnisse von Meinungsumfragen schon wiederholt Vor- behalte geäussert. Die Beurteilung der Ergebnisse eines Vernehmlassungsverfahrens bedeutet somit stets ein umsichtiges Abwägen der Gesamtheit der Stellungnahmen.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt.
84.906 Interpellation Ruf-Bern Volksabstimmungen. Privilegierung des Bundesrates an Radio und Fernsehen Votations populaires. Interventions du Conseil fédéral à la radio et à la TV
Wortlaut der Interpellation vom 12. Dezember 1984
Seit Jahren wird der Bundesrat mit der ganzen Macht seiner Amtsautorität an Radio und Fernsehen vor eidgenössischen Volksabstimmungen gegenüber den Urhebern von Initiati- ven und Referenden privilegiert. Regelmässig kann die Lan- desregierung ihren Standpunkt in einer eigenen Sendung auf allen drei SRG-Sendeketten ohne Widerspruch durch irgendwelche Seite vertreten, wogegen Initianten nie Gele- genheit zu einer ähnlich ausführlichen Stellungnahme in einem eigenen Sendegefäss eingeräumt wird. Breite Bevöl- kerungskreise empfinden dieses Vorgehen des Bundesrates - vor allem seine Auftritte am Monopolmedium Fernsehen - als einen Missbrauch seiner Stellung gegenüber den Volks- rechten und als eine fragwürdige Beeinflussung des demo- kratischen Meinungsbildungsprozesses, zumal die Landes- regierung ihren Standpunkt bereits im «Bundesbüchlein» umfangreich und ausführlicher als die Vertreter von Initian- ten und Referenten darlegen kann.
Fragen an den Bundesrat:
Wie rechtfertigt der Bundesrat seine bisherigen einseiti- gen Erklärungen an Radio und Fernsehen der SRG vor eidgenössischen Volksabstimmungen, insbesondere vor Urnengängen über Initiativen und Referenden? Ist diese Informationspraxis der «ältesten Demokratie» der Welt wür- dig? Seit wann gilt die heutige Regelung?
Glaubt der Bundesrat, es sei mit dem elementaren demo- kratischen Grundsatz der freien Meinungsbildung vereinbar, wenn eine staatliche Behörde direkt massgebliche Beein- flussungen der Stimmbürgerschaft vornimmt und dadurch Urheber von Initiativen und Referenden von vornherein be- nachteiligt?
a. Wie ist die skizzierte einseitige Praxis mit Artikel 13 der Konzession für die Schweizerische Radio- und Fernseh- gesellschaft, die von den SRG-Programmen eine «objektive, umfassende und rasche Information» verlangt, in Überein- stimmung zu bringen?
b. Verlangen diese Richtlinien nicht eine zwingende Gleich- stellung des Bundesrates mit den Vertretern von Initiativen und Referenden?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Iten Vernehmlassungsverfahren. Staatspolitische Bedeutung Interpellation Iten Procédure de consultation. Portée politique
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1985
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
84.491
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.03.1985 - 08:00
Date
Data
Seite
747-748
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Pagina
Ref. No
20 013 285
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