Opponent may be heard but not file motions on legal aid

RBOG 1995 Nr. 32Altro tribunale23 nov 1995Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

Y asked the Obergericht to revoke X’s previously granted legal aid with appointed counsel in pending divorce-modification appeal proceedings. The court held that the opposing party may be heard on legal-aid issues and may point out that the requirements are absent or have fallen away, but may not formally seek relief. Such submissions are to be treated as notices; nevertheless, to avoid forcing a separate procedural cycle, the court may treat them as a request and enter into them. The court therefore admitted Y’s submission for consideration.

Massima Omnilex

§ 80 aZPO (TG); legal aid proceedings and participation of the opposing party: the process opponent may be heard upon request and may inform the court of facts suggesting that the requirements for legal aid are absent or have ceased, but is not entitled to file formal motions. Such submissions are not applications in the strict sense; however, because the court decides ex officio and a renewed review is ordinarily triggered, the court may treat the notice as a request and enter into it unless the submission is manifestly unfounded. This applies also on appeal and in subsequent review of changed circumstances.

Testo completo

Im Verfahren betreffend unentgeltliche Prozessführung ist die Gegenpartei auf deren Verlangen hin anzuhören, jedoch nicht zu Anträgen berechtigt


§ 80 aZPO (TG)


1. X führte ein Berufungsverfahren gegen ihren früheren Ehemann Y betreffend Abänderung des Scheidungsurteils. Das Obergericht bewilligte ihr die unentgeltliche Prozessführung mit Offizialanwalt. Y stellte in der Folge das Gesuch, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben und X sei die unentgeltliche Prozessführung mit Offizialanwalt rückwirkend zu verweigern.

2. a) Wird ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung eingereicht, können Gericht oder Gerichtspräsident vom Gesuchsteller Unterlagen verlangen und ihn einvernehmen, amtliche Auskünfte einholen und auch den Prozessgegner anhören (§ 80 Abs. 2 ZPO). Dieses Recht, den Prozessgegner anzuhören, besteht nicht nur im Zeitpunkt der Bewilligung des Gesuches, sondern ohne weiteres auch dann, wenn der Rechtsstreit an eine höhere Instanz gezogen wird, welche ihrerseits die Frage der unentgeltlichen Prozessführung neu prüfen kann (§ 83 Abs. 2 ZPO), oder dann, wenn zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung im Lauf des Prozesses dahingefallen sind (§ 84 ZPO). Kann die Gegenpartei des Hauptprozesses im Verfahren betreffend unentgeltliche Prozessführung aber angehört werden, kann sie sich ihrerseits auch ohne entsprechende Aufforderung an das Gericht wenden, um sich zur Frage der unentgeltlichen Prozessführung zu äussern. Zu Recht weist allerdings die Gesuchsgegnerin darauf hin, dass die Gegenpartei nicht berechtigt ist, Anträge zu stellen; sie darf indessen dem zuständigen Gericht Hinweise darüber geben, dass die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung aus ihrer Sicht nicht bestehen oder weggefallen sind, und zwar sowohl mit Blick auf die Bedürftigkeit der betroffenen Partei als auch hinsichtlich der Prozessaussichten. Solche Hinweise der Gegenpartei des Hauptprozesses sind vom zuständigen Gericht, welches über die Frage der unentgeltlichen Prozessführung weitgehend von Amtes wegen zu entscheiden hat, als Anzeige entgegenzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob gegen die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung seinerzeit Rechtsmittel ergriffen worden sind.

b) Ist die Gegenpartei des Hauptprozesses im Verfahren betreffend unentgeltliche Prozessführung nicht berechtigt, Anträge zu stellen, kann sie im Grunde genommen auch kein Gesuch um Entzug des Armenrechts einreichen. Es rechtfertigt sich indessen, eine solche Anzeige als Gesuch zu behandeln, da es - vorbehalten den Fall offensichtlicher Unbegründetheit der Vorbringen - regelmässig eine Neuüberprüfung der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung durch das Gericht nach sich zieht und insofern ein Zwischenverfahren auslöst, welches seinerseits unter Umständen wieder zu Kosten- und Entschädigungsfolgen führen kann. In diesem Sinne ist auf das Gesuch einzutreten.

Obergericht, 23. November 1995, ZP 95 19

Parole chiave

legal aidcounterparty participationprocedural standingex officio reviewfamily law

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the opposing party in legal-aid proceedings may file motions for revocation of legal aid.

Decisione estratta

The opposing party is not entitled to file formal motions, but may be heard and may submit indications that the conditions for legal aid are no longer met.

Motivazione estratta

Section 80 ZPO allows the court to hear the opposing party; this applies also on appeal and when reassessing later loss of entitlement. Because the court decides ex officio, such submissions are to be treated as notices, not formal applications.

Questione giuridica chiave

Whether Y’s request to revoke X’s legal aid should be treated as an admissible application.

Decisione estratta

Although the counterparty lacks standing to apply in the strict sense, the court treated the submission as a request and entered into it because it typically triggers a renewed review and may have procedural cost consequences.

Motivazione estratta

A notice by the counterparty can be treated as a request unless it is manifestly unfounded; this allows the court to re-examine the legal-aid entitlement and open a separate interim proceeding.

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