Appeal struck out for failure to file declaration

STK 2020 17Altro tribunale21 apr 2020Withdrawn

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Sintesi Omnilex

The Schwyz Cantonal Court dealt with an appeal by the private complainant against a criminal judgment. Although the notice of appeal was filed in time, no appeal declaration was submitted within the statutory 20-day deadline after service of the reasoned judgment. The court held that this failure means the appeal was not validly perfected and must be struck out as waived. It ordered the second-instance court costs to be borne by the state and did not award compensation.

Massima Omnilex

Art. 399 StPO; validity of the appeal requires both a timely notice of appeal and a timely appeal declaration, unless the judgment is served already reasoned. If the appeal declaration is not filed within the statutory time limit, the appeal is not validly perfected; the omission is treated as a waiver, so the appellate court does not proceed under Art. 403 StPO but strikes the appeal off the roll. In such a case, costs may be charged to the state, and compensation is denied absent compensable effort (consid. 2).

Testo completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 21. April 2020

STK 2020 17

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Privatklägerin und Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

**1.**C.________, Beschuldigter und Berufungsgegner, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________, **2.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt

Biberbrugg, 8836 Bennau, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwalt E.________, 3.****F.________, Privatklägerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin G.________,

betreffend

sexuelle Handlungen mit Kindern, Pornografie, Einziehung

(Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts vom 5. Dezember 2019, SGO 2019 31);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass das Strafgericht Schwyz den Beschuldigten mit Urteil vom 5. Dezember 2019 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 aStGB und Art. 197 Abs. 1 i.V.m. Abs. 4 StGB schuldig sprach, ihn mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren bestrafte, ihm während 10 Jahren jede berufliche oder organisierte ausserberufliche Tätigkeit verbot, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, den Beschuldigten im Übrigen freisprach, die Genugtuungsforderung von A.________ im Betrag von Fr. 5'000.00 und deren Entschädigungsforderung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO in Höhe von Fr. 1'430.00 abwies sowie die Verwendung der beschlagnahmten Gegenstände und die Kosten- und Entschädigungsfolgen regelte;

  • dass die anwaltliche Vertretung von A.________ gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil am 27. Dezember 2019 fristgerecht Berufung angemeldet hat (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihr das begründete Urteil am Montag, 16. März 2020 zugestellt wurde (vgl. Zustellbeleg KG-act. 3);

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am Montag, 6. April 2020 endete, keine Berufungserklärung eingegangen ist;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 399 N 10 f.; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 f. und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt worden ist, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwältin B.________ (2/R), Rechtsanwältin G.________ (2/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Vor­instanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES, unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldungen inkl. an die KOST) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

21. April 2020 kau

Parole chiave

appeal declarationwaivertime limitcriminal procedurecostsstruck out

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal must be treated as abandoned because no appeal declaration was filed in time.

Decisione estratta

The appeal was only notified, not declared; this amounts to a subsequent waiver, so the case was struck from the docket.

Motivazione estratta

Notice of appeal and appeal declaration are mandatory validity requirements under Art. 399 StPO. Since no declaration was filed within the 20-day period, the appeal was not properly perfected.

Questione giuridica chiave

Allocation of second-instance costs after the appeal is struck out.

Decisione estratta

The second-instance court costs were charged to the state, and no compensation was awarded.

Motivazione estratta

Given the procedural outcome and lack of compensable effort, costs fall to the state and no indemnity is due.

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