Appeal inadmissible for lack of substantiation

BEK 2019 73Altro tribunale16 mag 2019Inadmissible

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The Cantonal Court of Schwyz dealt with an appeal against a district court order granting definitive debt enforcement opening for CHF 4,224 plus interest. The appellant filed an unreasoned, lay appeal and failed to remedy the defect despite a formal opportunity to do so. The court therefore did not enter into the appeal. It imposed reduced court costs of CHF 100 on the appellant and awarded no party compensation.

Massima Omnilex

Art. 321 CPC; appeal must be substantiated and contain requests specifying the scope of challenge and the grounds of complaint; otherwise, and if the defect is not remedied within the appellate time limit after a warning under Art. 132 CPC, the appellate court shall not enter into the matter. For lay submissions, the formal requirements are applied less strictly, but subsequent substantive supplementation after expiry of the time limit remains excluded. Costs follow the outcome under Art. 106(1) CPC; where no response is ordered, no party compensation is due.

Testo completo

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 16. Mai 2019

BEK 2019 73

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

gegen

B.________ AG, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 11. März 2019, ZES 2019 53);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 11. März 2019 der Gesuchstellerin in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamtes Oberiberg für den Betrag von Fr. 4'224.00 nebst Zins zu 5 % seit 15. Januar 2019 die definitive Rechtsöffnung erteilte (vgl. angef. Verfügung);

  • dass der Gesuchsgegner mit Beschwerde vom 12. April 2019 diesen Entscheid des Bezirksgerichts Schwyz beim Kantonsgericht anfocht;

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist, die Beschwerde insbesondere Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, und in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet, mithin im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/‌Afheldt, in: Sutter-Somm/‌Hasenböhler/‌Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/‌Staehelin/‌Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei an Laieneingaben zwar etwas weniger strenge Anforderungen zu stellen sind (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch ausgeschlossen ist (Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO);

  • dass der Gesuchsgegner in der Beschwerde vom 12. April 2019 diese inhaltlichen Anforderungen offenkundig nicht erfüllte, weil er zwar Anträge stellte, aber die Beschwerde nicht begründete (vgl. KG-act. 1);

  • dass dem Gesuchsgegner – weil es sich um eine Laieneingabe handelt – mit Verfügung vom 15. April 2019 diese Mängel aufgezeigt wurden und er darauf hingewiesen wurde, dass er innert der Rechtsmittelfrist die Beschwerde verbessern könne, und dass im Säumnisfall auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde (KG-act. 2);

  • dass der Gesuchsgegner bis dato keine verbesserte Eingabe einreichte, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 132 ZPO);

  • dass eine Prüfung der nachmalig eingereichten Akten ergab, dass der Beschwerdeführer die Beschwerde am letzten Tag der Frist der Post übergab, weshalb eine Verbesserung ohnehin nicht mehr möglich gewesen wäre (s. Aktenüberweisungsschreiben, KG-act. 6);

  • dass damit nicht nur der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids, sondern auch die übrigen Anträge des Beschwerdeführers unbegründet blieben;

  • dass am Nichteintreten nichts zu ändern vermag, dass die Hauptforderung unterdessen bezahlt wurde, s. KG-act. 4 (nicht aber die Verzugszinsen, die Spruchgebühr, die Parteientschädigung sowie die weiteren Kosten, KG-act. 4/2, was unwidersprochen blieb);

  • dass die (wegen des Nichteintretens reduzierten) Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO (und evtl. Art. 107 Abs. 1 lit. e sowie Art. 242 ZPO) dem Gesuchsgegner aufzuerlegen sind;

  • dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, weil keine Beschwerdeantwort eingeholt wurde;

  • dass das Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG in die Kompetenz des Vorsitzenden fällt;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 100.00 werden dem Gesuchsgegner auferlegt.

3. Parteientschädigungen werden nicht gesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 4'224.00.

5. Zufertigung an A.________ (1/R), die B.________ AG (1/R), die Vor­instanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

16. Mai 2019 kau

Parole chiave

legal openinginadmissibilitysubstantiationcure of defectslay submissionappellate procedurecourt costsparty compensation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the definitive legal opening order was admissible despite lacking reasons.

Decisione estratta

No. The appeal did not meet the mandatory written substantiation requirements and the defect was not cured within the time limit.

Motivazione estratta

Under Art. 321 CPC, an appeal must contain requests and reasons showing the extent and grounds of challenge. The appellant filed only requests, not reasons, and despite being invited to remedy the defect under Art. 132 CPC, he did not submit a corrected filing in time.

Questione giuridica chiave

How the costs of the appeal proceedings should be allocated.

Decisione estratta

The reduced appeal costs were charged to the appellant.

Motivazione estratta

Because the appeal was not entered into, the costs were imposed on the losing party under Art. 106(1) CPC.

Questione giuridica chiave

Whether a party compensation was owed.

Decisione estratta

No party compensation was awarded.

Motivazione estratta

No response to the appeal was requested, so no compensable participation by the respondent was shown.

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