Official defense granted for aggravated theft case

ZZ.1982.12Altro tribunale6 gen 1982Modified

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

R. sought appointment of official defense counsel in proceedings for qualified theft. The Gerichtspräsident denied the request, reasoning that only a short suspended prison sentence was likely. The Obergericht held that under the revised § 9 Abs. 1 lit. c StPO, indigence is no longer required and an official defender must be appointed whenever the offense is abstractly punishable by more than five years' imprisonment, unless the accused chooses private counsel. Because qualified theft carried up to ten years' imprisonment, the complaint was allowed and counsel had to be appointed.

Massima Omnilex

§ 9 Abs. 1 lit. c StPO; official defense in serious cases after the 1978 amendment: The prior requirement of indigence was abolished. Mandatory appointment now depends on whether the accused has not appointed private counsel and the investigated offense is abstractly punishable by more than five years' imprisonment. The concretely expected sentence remains relevant only within this framework; once the statutory maximum exceeds the threshold, the authority must appoint official defense counsel irrespective of the accused's financial situation. The question of whether the defense is free of charge is reserved for the judgment; the defense fee is to be included in the procedural costs (consid. 2-3).

Testo completo

Geschäftsnummer:** ZZ.1982.12**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:07.01.1982
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.111
Titel:** Amtlicher Verteidiger. Zur neuen, 1978 in Kraft getretenen Fassung der genannten Bestimmung**
Resümee:§ 9 Abs. 1 lit. c StPO. Amtlicher Verteidiger. Zur neuen, 1978 in Kraft getretenen Fassung der genannten Bestimmung.
SOG 1982 Nr. 12 **§ 9 Abs. 1 lit. c StPO.*Amtlicher Verteidiger. Zur neuen, 1978 in Kraft getretenen Fassung der genannten Bestimmung. R., gegen den eine Strafuntersuchung wegen qualifizierten Diebstahls hängig war, ersuchte um Bestellung eines amtlichen Verteidigers. Der Gerichtspräsident wies das Gesuch ab. Zur Begründung führte er aus, R. habe aufgrund der konkreten Umstände lediglich eine kürzere Gefängnisstrafe unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges zu erwarten. Die von R. gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Obergericht mit folgender Begründung gut: Der hier interessierende § 9 Abs. 1 StPO lautete vor der Revision des Gesetzes über die Gerichtsorganisation im Jahre 1977 wie folgt: "Dem Beschuldigten, der die Kosten der Verteidigung nicht selber aufbringen kann, ist ein amtlicher Verteidiger zu bestellen: a) .... b) .... c) in schweren Fällen, namentlich wenn eine Zuchthausstrafe oder eine Massnahme im Sinne der Artikel 14, 15, 42 bis 45 des Strafgesetzbuches in Frage kommt. In andern Fällen von Verbrechen oder Vergehen kann dem Beschuldigten ein amtlicher Verteidiger bestellt werden, wenn es besondere Umstände erheischen". Nach dieser Fassung musste somit, wenn lit. c zur Anwendung gelangen sollte, einerseits eine Bedürftigkeit seitens des Beschuldigten vorliegen, anderseits wurde das Vorhandensein eines schweren Falles vorausgesetzt. Letzteres war namentlich dann der Fall, wenn eine Zuchthausstrafe oder eine Massnahme in Frage kam. Demnach war nicht die abstrakte Strafdrohung, sondern die konkret zu erwartende Strafe massgebend. In der Praxis erwies sich diese Formulierung in gewissen Fällen als hinderlich, z.B. dann, wenn ein Beschuldigter aus falscher Sparsamkeit, Sturheit oder wegen seines Geisteszustandes die Beiziehung eines privaten Verteidigers verweigerte. Das Obergericht entschied deshalb, § 9 StPO dürfe trotz seines Wortlauts nicht auf die Fälle der Bedürftigkeit beschränkt werden. Wenn die Notwendigkeit der Mitwirkung eines Verteidigers während der Voruntersuchung oder bei der Hauptverhandlung vor Amtsgericht bejaht werden müsse, so sei dem Beschuldigten, der trotz Aufforderung keinen privaten Verteidiger bezeichne, ein amtlicher Verteidiger zu bestellen (RB 1973, Nr. 16). Anlässlich der Revision der GO wurde § 9 Abs. 1 StPO in diesem Sinne geändert (§ 119 GO).Im Satz 1 wurde das Erfordernis der Bedürftigkeit gestrichen und statt dessen die Wendung "der nicht selbst einen privaten Verteidiger bestimmt hat" aufgenommen. In lit. c sodann ist noch immer die Rede von schweren Fällen, doch wurde neu bestimmt, es sei eine amtliche Verteidigung anzuordnen, wenn eine Zuchthausstrafe über 5 Jahre angedroht sei. Die konkret auszufällende Strafe kann demnach immer noch massgebendes Kriterium sein. Sobald aber ein Delikt Gegenstand der Strafuntersuchung ist, das abstrakt mit mehr als 5 Jahren Zuchthaus bedroht ist, muss dem Beschuldigten -- unbekümmert seiner wirtschaftlichen Situation -- ein amtlicher Verteidiger bestellt werden, sofern er nicht selbst einen Privatverteidiger bestimmt. Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass R., dem ein mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bedrohter qualifizierter Diebstahl vorgeworfen wird, ein amtlicher Verteidiger bestellt werden muss. Ob diese Verteidigung unentgeltlich ist oder nicht, wird anlässlich der Urteilsfällung entschieden. Die durch das Gericht festzusetzende und auszuzahlende Verteidigungsgebühr wird zu den Verfahrenskosten geschlagen, über deren Tragung im Urteil zu befinden ist (§ 9 Abs. 3 StPO). * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 7. Januar 1982

Parole chiave

official defensequalified theftindigencemaximum penaltyprivate counselcriminal procedureprocedural costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether an official defense counsel had to be appointed under § 9 Abs. 1 lit. c StPO after the 1978 amendment.

Decisione estratta

Yes. For offenses punishable abstractly by more than five years' imprisonment, an official defense must be appointed if the accused has not chosen private counsel, regardless of financial situation.

Motivazione estratta

The revised text removed the prior indigence requirement and replaced it with the rule that official defense is mandatory in serious cases where the offense is punishable by more than five years' imprisonment. The decisive criterion remains the abstract statutory penalty, not the concretely expected sentence.

Questione giuridica chiave

Whether the refusal to appoint counsel could stand because only a short suspended sentence was expected.

Decisione estratta

No. The court held that the expected concrete sentence no longer controls once the offense is abstractly punishable by more than five years' imprisonment.

Motivazione estratta

The amendment aimed to extend protection beyond cases of need and avoid situations where a defendant declines private counsel for non-financial reasons; therefore the abstract maximum penalty triggers mandatory appointment.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.