No legal aid in property division before the registrar

ZZ.1981.5Altro tribunale28 giu 1981Other

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Sintesi Omnilex

The Obergericht, acting as supervisory authority over the registrar’s offices, answered an inquiry concerning whether parties in property division proceedings before the Amtschreiber can claim free legal aid. It held that the applicable cantonal rules contain no basis for such a claim. Section 37 VRG on cost exemption applies only to appeal proceedings, while the registrar may at most facilitate fee waiver or deferral under the fee tariff with approval by the competent financial authority. Because the registrar’s procedure is one of voluntary jurisdiction and differs fundamentally from judicial proceedings, civil-procedure rules on legal aid do not apply by analogy.

Massima Omnilex

§ 68 Abs. 2 EGZGB; § 37 VRG; §§ 11, 114 f. Amtschreibereiverordnung; no entitlement to unentgeltliche Rechtspflege in proceedings before the registrar. The registrar’s procedure in property division is governed by the special cantonal regime and constitutes voluntary jurisdiction aimed at an amicable settlement. Section 37 VRG on exemption from costs applies only to appeal proceedings. A general right to legal aid cannot be derived from the fee tariff; the tariff provisions on deferral and waiver merely authorize a discretionary fee relief subject to the competent financial authority and are not equivalent to free legal aid. Since disagreement of the parties leads them to the court, where legal aid may be sought, no analogy to the civil procedure rules is warranted (consid. 1-3).

Testo completo

Geschäftsnummer:** ZZ.1981.5**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:29.06.1981
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.261
Titel:** Güterausscheidung vor dem Amtschreiber, unentgeltliche Rechtspflege**
Resümee:§ 68 Abs. 2 EGZGB; § 37 VRG. Im Güterausscheidungsverfahren vor dem Amtschreiber besteht kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege.
SOG 1981 Nr. 5 **§ 68 Abs. 2 EGZGB; § 37 VRG.*Im Güterausscheidungsverfahren vor dem Amtschreiber besteht kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Das Obergericht als Aufsichtsbehörde über die Amtschreibereien wurde von einem Amtschreiber angefragt, ob im Güterausscheidungsverfahren vor dem Amtschreiber von den Parteien die unentgeltliche Rechtspflege beansprucht werden könne. Das Obergericht beantwortete die Anfrage wie folgt: 1. Das Verfahren vor dem Amtschreiber wird gemäss § 2 Abs. 2 EG ZGB durch das EG ZGB selbst, das Verwaltungsrechtspflegegesetz und subsidiär auf dem Verordnungsweg geregelt. In den erwähnten kantonalen Erlassen ist keine Bestimmung enthalten, die eine Grundlage zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor dem Amtschreiber sein könnte. § 37 Abs. 3 VRG betreffend Kostenbefreiung bezieht sich nur auf das Beschwerdeverfahren. Jedoch ist eine Kostenbefreiung gemäss Art. 11 Abs. 2 des kantonalen Gebührentarifs mit Zustimmung der Finanzkontrolle resp. durch Entscheid des Finanz-Departementes möglich. Der Amtschreiber kann dabei nicht allein entscheiden. Die Möglichkeit des Erlasses unterscheidet sich grundsätzlich vom Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Letzterer lässt sich aus § 11 des Gebührentarifs nicht ableiten. Auch spricht das Vorhandensein der Bestimmungen über Stundung und Erlass in § 11 des Gebührentarifes gegen eine Gesetzeslücke betreffend die unentgeltliche Rechtspflege. Der Gebührentarif stützt sich auf den im Jahre 1979 revidierten § 371 EG ZGB. 2. Gemäss § 68 Abs. 2 EG ZGB und § 114 f. der Amtschreibereiverordnung hat der Amtschreiber unter gewissen Voraussetzungen die Güterausscheidung von Amtes wegen vorzunehmen. Können sich die Parteien jedoch nicht einigen, so sind sie an den Richter zu verweisen. Das Verfahren vor dem Amtschreiber gehört somit zur sogenannten freiwilligen Gerichtsbarkeit. Bei Uneinigkeit der Parteien kann der Amtschreiber keinerlei Entscheidung treffen wie der Richter. Deshalb kann auch keine Rede davon sein, dass dem Amtschreiber im Güterausscheidungsverfahren dieselbe Rolle zukomme wie dem Richter im Zivilprozess. Sind sich die Parteien nicht einig, so bleibt es ihnen unbenommen, den Richter anzurufen und bei diesem um die unentgeltliche Rechtspflege nachzusuchen. Im Verfahren vor dem Amtschreiber wird lediglich versucht, durch geeignete Massnahmen eine gütliche Regelung durch die Parteien selbst herbeizuführen. Keine Partei kann deshalb in diesem Stadium als schutzbedürftig im Sinne der bundesrechtlichen Armenrechtsgarantie angesehen werden (BGE 63 I 211/12).Die Verfahren vor dem Amtschreiber und dem Gericht sind grundsätzlich derart verschieden, dass sich eine analoge Anwendung der Bestimmungen der Zivilprozessordnung über die unentgeltliche Rechtspflege nicht rechtfertigt. Auch nach Bundesrecht besteht hier kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, da keine Gefahr besteht, dass eine Partei ohne eine solche Hilfe in ihrem Recht gekürzt wird (BGE 63 I 211). 3. Im Verfahren vor dem Amtschreiber verbleibt demnach lediglich die generelle Möglichkeit des Erlassgesuches gemäss § 11 Abs. 2 und 3 des Gebührentarifs. Es wäre zweckmässig, wenn im Zusammenhang mit Kostenvorschuss-Verfügungen auf diese Möglichkeit einer bedürftigen Partei hingewiesen würde. * Gesamtgericht, Urteil vom 29. Juni 1981

Parole chiave

legal aidfee waivervoluntary jurisdictionproperty divisionregistrar proceedingssupervisory review

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether parties in property division proceedings before the registrar have a right to free legal aid.

Decisione estratta

No. The applicable cantonal rules contain no basis for free legal aid before the registrar; only fee waiver or deferral may be available under the fee tariff, and that is not the same as a legal entitlement to legal aid.

Motivazione estratta

The proceeding is governed by the EG ZGB, the Administrative Procedure Act, and subsidiary regulations. Section 37 VRG on cost exemption applies only to appeal proceedings. The registrar may not decide unilaterally on fee waiver; this depends on the financial control or the finance department. The registrar’s procedure is voluntary jurisdiction aimed at an amicable settlement, and if the parties disagree they must go to the judge, where they may request legal aid. Because the registrar’s and court proceedings are fundamentally different, no analogous application of civil procedure rules on legal aid is justified.

Questione giuridica chiave

Whether the registrar may only refer needy parties to the tariff provisions on deferral or waiver of fees.

Decisione estratta

Yes. In the registrar proceedings, the only remaining possibility is an application for fee waiver under the tariff provisions, not legal aid as such.

Motivazione estratta

The existence of explicit provisions on deferral and waiver in the fee tariff excludes a gap that would justify importing a general legal-aid entitlement.

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