Short-term illness may be proved without medical certificate

ZZ.1976.1Altro tribunale7 apr 1976Dismissed

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Sintesi Omnilex

An employer challenged an employee's claim for full wages after a 3.5-day illness, arguing that no doctor's certificate had been produced and that an internal sickness fund would have covered the loss only with such a certificate. The court held that short-term illness need not be proved exclusively by a medical certificate and may also be established by credible witness evidence. It further held that Art. 324b OR concerns obligatorily insured employees and does not apply to the employer's own company sickness fund. The challenge was dismissed and the wage-payment obligation confirmed.

Massima Omnilex

Art. 324a, 324b OR; proof of short-term illness and wage continuation; a sickness-related incapacity to work need not in all cases be evidenced by a doctor's certificate. Where the illness is brief or minor and medical consultation would not ordinarily be expected, the employee may prove the incapacity by any suitable and credible means, including witness testimony (consid. 1). An internal or private company sickness fund does not fall under Art. 324b OR; the provision is confined to employees obligatorily insured by law, in particular under statutory accident insurance. Contractual or workplace instructions requiring a certificate after a certain number of days are merely order regulations and cannot make the doctor's certificate the exclusive means of proof (consid. 2).

Testo completo

Geschäftsnummer:** ZZ.1976.1**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:08.04.1976
FindInfo-Nummer:O_ZK.2014.745
Titel:** Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers, Beweis der Krankheit mit Arztzeugnis**
Resümee:** Art. 324a un 324b OR - Eine kurzfristige Krankheit kann auch anders als mit einem Arztzeugnis bewiesen werden. Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers.**
SOG 1976 Nr. 1 ** Art. 324a und Art. 324b OR.**- Eine kurzfristige Krankheit kann auch anders als mit einem Arztzeugnis bewiesen werden. Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers. In einem arbeitsrechtlichen Prozess ging es um die Frage, ob der Arbeitnehmer, der sich krank gemeldet und die Arbeit nach 3 1/2tägiger Absenz wieder aufgenommen hatte, auch ohne Vorlegung eines Arztzeugnisses Anspruch auf den vollen Lohn hatte. Das Obergericht als Nichtigkeitsbeschwerde-Instanz äusserte sich dazu wie folgt: Nach Art. 324 lit. a Abs. 1 OR hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer u. a. bei Verhinderung wegen Krankheit für beschränkte Zeit den Lohn zu entrichten, wenn das Arbeitsverhältnis mehr als drei Monate gedauert hat. Das ist hier unbestrittenermassen der Fall. Grundsätzlich besteht also eine Lohnzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Arbeitnehmer. Das Gesetz schreibt nicht vor, dass eine Krankheit in jedem Fall (auch bei kurzen und leichten Erkrankungen, wo man den Arzt nicht beizuziehen pflegt) nur durch ein Arztzeugnis bewiesen werden kann. Es liegt deshalb keine willkürliche Tatbestandsfeststellung vor, wenn das Arbeitsgericht in casu diesen Beweis durch das glaubwürdige Zeugnis der Ehefrau des Beschwerdegegners für erbracht ansieht. Nun beruft sich die Beschwerdeführerin aber auch auf Art. 324 lit. b Abs. 1 OR und behauptet, sie sei nicht zahlungspflichtig, da eine betriebliche Krankenkasse bestehe, die in solchen Fällen, eine ärztliche Bescheinigung vorausgesetzt, anstelle des Arbeitgebers den vollen Lohnausfall entschädigt hätte. Vorerst sei dazu bemerkt, dass es die Beschwerdeführerin auch im Beschwerdeverfahren unterlassen hat, ein Reglement der Krankenkasse vorzulegen. In den Akten wird lediglich auf eine schriftliche Orientierung des Arbeitgebers im Betrieb hingewiesen, die besagt, dass bei Krankheit am 3. Krankheitstag ein Arztzeugnis vorgelegt werden sollte, da sonst eine Lohnzahlung nicht erfolgen könne. Ebenso wird im Anstellungsvertrag in Art. 4 darauf hingewiesen, dass für Krankheitsfälle, die länger als zwei Tage dauern, ein Arztzeugnis beigebracht werden müsse. Bei diesen Vorschriften kann es sich aber nur um Ordnungsvorschriften handeln. Ein Arztzeugnis kann nicht einziges und ausschliessliches Erfordernis zum Nachweis einer Krankheit sein. Dem Arbeitnehmer muss es gestattet sein, die Krankheit auch mit andern Mitteln, wie etwa hier mit Zeugenbeweis, zu beweisen. Was die Befreiung des Arbeitgebers von der Zahlungspflicht nach Art. 324b Abs. 1 OR betrifft, so bezieht sie sich auf Arbeitnehmer, die "auf Grund gesetzlicher Vorschrift obligatorisch versichert sind" (insbesondere SUVA).Die Bestimmung kann vorliegend, wo das Verhältnis zur eigenen Betriebskrankenkasse in Frage steht, nicht angerufen werden. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 8. April 1976*

Parole chiave

employment contractwage continuationillness proofmedical certificatewitness evidencesickness fund

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether a short illness must be proved exclusively by a doctor's certificate to trigger wage payment under Art. 324a OR.

Decisione estratta

No. A short or minor illness may be proved by other credible evidence, including witness testimony, so the wage claim is not excluded for lack of a medical certificate.

Motivazione estratta

The statute does not require proof of illness in every case by medical certificate. For brief illnesses, where a doctor would not ordinarily be consulted, other evidence may suffice; here the wife's testimony was accepted as credible.

Questione giuridica chiave

Whether an employer can avoid wage payment under Art. 324b OR because a private company sickness fund would compensate the loss only upon medical certification.

Decisione estratta

No. Art. 324b OR applies to employees obligatorily insured by law, not to the employer's own company sickness fund arrangement.

Motivazione estratta

The provision refers to legally mandated insurance, especially SUVA-type coverage. It cannot be relied on for the relationship with an internal or private company sickness fund.

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