Further grace period for cost advance after legal aid request

Nr. 10/2020/13Tribunale superiore15 set 2020Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The appellant argued that the cantonal court violated Art. 101(3) CPC by granting only one deadline after rejecting his legal aid request and then issuing a non-entry decision without a further grace period. The court held that when a request for legal aid is filed within the grace period and later rejected, one additional final deadline must be given for payment of the cost advance. Since the cantonal court did exactly that and only then issued the non-entry decision, it did not breach the CPC.

Massima Omnilex

Art. 101 Abs. 3 ZPO; Kostenvorschuss und unentgeltliche Rechtspflege während der Nachfrist: Wird innerhalb der Nachfrist zur Leistung des Gerichtskostenvorschusses ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, so ist bei dessen Abweisung einmal noch eine letzte Nachfrist anzusetzen. Erfolgt die Zahlung auch dann nicht, darf das Gericht ohne weitere Fristansetzung auf die Klage nicht eintreten. Diese zusätzliche Frist ist zwingend; eine weitergehende Fristsetzungspflicht besteht indessen nicht (E. 2).

Testo completo

2020 1

Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses – Art. 101 Abs. 3 ZPO. Wird innerhalb der Nachfrist nach Art. 101 Abs. 3 ZPO ein Gesuch um unentgelt- liche Rechtspflege gestellt, ist bei dessen Abweisung nur noch eine letzte Nachfrist zu gewähren (E. 2). OGE 10/2020/13 vom 15. September 2020 Keine Veröffentlichung im Amtsbericht Aus den Erwägungen 2.1. Zur Begründung seiner Anträge bringt der Berufungskläger im Wesentli- chen vor, das Kantonsgericht habe Art. 101 Abs. 3 ZPO verletzt, indem es ihm nach Abweisung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nur noch eine Frist zur Bezahlung des Gerichtskostenvorschusses gesetzt habe und dann ohne eine weitere Nachfrist auf die Klage nicht eingetreten sei. 2.2. Gemäss Art. 101 Abs. 1 ZPO setzt das Gericht eine Frist zur Leistung des Gerichtskostenvorschusses. Nach Art. 101 Abs. 3 ZPO tritt das Gericht auf eine Klage nicht ein, wenn der Gerichtskostenvorschuss auch innert einer Nachfrist nicht geleistet wird. Wird innerhalb der Nachfrist nach Art. 101 Abs. 3 ZPO ein Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, ist bei dessen Abweisung eine wei- tere Frist zur Leistung des Kostenvorschusses zu gewähren (vgl. BGE 138 III 163 = Pra 2013 Nr. 98 E. 4.2 f.; BGE 138 III 672 = Pra 2013 Nr. 24 E. 4.2.1; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, Band 1, Art. 1-149 ZPO, Art. 101 N. 4, S. 1051). Wird auch in dieser Frist der Kostenvorschuss nicht geleistet, kann ohne weitere Fristansetzung ein Nichteintretensentscheid ergehen (vgl. Sterchi, Art. 101 N. 4, S. 1051). 2.3. Indem das Kantonsgericht dem Berufungskläger nach Abweisung des in der Nachfrist nach Art. 101 Abs. 3 ZPO eingereichten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege noch eine weitere Nachfrist zur Leistung des Gerichtskostenvor- schusses setzte und dann androhungsgemäss nach ungenutzter Frist auf die Klage nicht eintrat, hat es Art. 101 Abs. 3 ZPO nicht verletzt.

Parole chiave

cost advancelegal aidgrace periodnon-entrycivil procedure

Yes. If a legal aid request is filed within the grace period under Art. 101(3) CPC and is rejected, one further and final grace period must be granted; if the advance is still unpaid, non-entry may follow without any further deadline.

Art. 101(1) CPC requires a time limit for the cost advance, and Art. 101(3) CPC permits non-entry only if the advance remains unpaid after the grace period. However, established case law and commentary require an additional deadline when a timely legal aid request is rejected during that grace period.

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