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RF.2010.69 ΓÇó Allocation of debtor’s free amount in child support deficiency cases
RF.2010.69Altro tribunale28 giu 2011Other
The excerpt concerns the calculation of a maintenance debtor’s contributory capacity in a deficiency situation. The court states that the debtor’s own subsistence minimum must be protected, but only for the debtor personally, not for all household members. Child-related expenses of cohabiting children and maintenance paid to children in another household are excluded from capacity assessment. Any surplus is first allocated among all entitled children; if insufficient, the shortfall is distributed across all children. The court indicates that the father’s free amount should be apportioned according to each child’s share of the overall deficit.
Child maintenance; determination of contributory capacity and allocation of the debtor’s free amount in deficiency cases. The debtor’s own subsistence minimum must be preserved, yet only the debtor may invoke it; items pertaining to other household members or maintenance paid for children in another household are not part of the debtor’s own minimum. In case of insufficient income, any surplus above the debtor’s minimum is to be distributed among all entitled children in light of their respective needs and the other parent’s capacity; if a deficit remains, it must be borne proportionally by all children and affected families. This ensures equal treatment of children (consid. as cited).
Aus den Erwägungen:
Das eigene Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen ist bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge (...) in jedem Fall zu respektieren (BGE 127 III 60 f.; 126 III 353 ff.; 123 III 1). Das Bundesgericht präzisierte (…), dieser könne allerdings nur für seine eigene Person die Sicherung der Existenz beanspruchen und nicht für sämtliche Familienmitglieder, die mit ihm zusammenleben (BGE 137 III 59; BGer 5A_352/2010). Nur so lasse sich die Gleichbehandlung der unterhaltsberechtigten Kinder in Mankofällen gewährleisten. Demnach sind zur Ermittlung der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners also alle kinderbezogenen Positionen der im gleichen Haushalt wohnenden Kinder auszuscheiden und Unterhaltsbeiträge, die der Unterhaltsschuldner seinen in einem anderen Haushalt lebenden Kindern bezahlt, nicht mit einzubeziehen. Ausser Acht bleiben auch diejenigen Positionen, die ausschliesslich den (zweiten) Ehegatten bzw. Lebenspartner des Rentenschuldners betreffen. Soweit das Einkommen des Unterhaltsschuldners sein eigenes Existenzminimum übersteigt, ist dieser Überschuss zunächst unter alle unterhaltsberechtigten Kinder (nach Massgabe ihrer jeweiligen Bedürfnisse und der Leistungsfähigkeit des anderen Elternteils) zu verteilen. Reicht der allfällige Überschuss des unterhaltspflichtigen Elternteils nicht aus, um die Bedürfnisse all seiner Kinder zu decken, so ist das Manko auf alle Kinder und somit auf alle betroffenen Familien zu verteilen.
Das Prinzip der Gleichbehandlung der Kinder legt es nun nahe, den Freibetrag des Vaters entsprechend dem prozentualen Anteil der Kinder am gesamten Manko aufzuteilen.