Family reunification requires funds covering social minimum

RRE Nr. 1956Altro tribunale5 lug 1993

Sintesi

The court states that family reunification under Art. 39(1)(c) BVO is permissible only if the foreign national can support the family with sufficient financial means. In assessing sufficiency, the authority may follow the SKöF guidelines, which require that the monthly living costs of the foreign national and the joining family members be covered by income. The applicable benchmark is a social subsistence minimum, not the debt-enforcement minimum, because the latter would create an avoidable risk of social assistance dependency. This is to be weighed within the authority’s discretion under Art. 4 ANAG.

Regest

Art. 39 Abs. 1 lit. c BVO; Art. 4 ANAG; family reunification and sufficient financial means: the authority may, in the exercise of discretion, assess financial sufficiency by reference to the SKöF guidelines. Those guidelines are intended to secure not merely the indispensable minimum of existence, but a social subsistence minimum; the debt-enforcement minimum is not the relevant benchmark. Equal treatment of applicants is thereby ensured, and the risk of subsequent reliance on welfare may be avoided in the public interest.

Testo completo

Dem Ausländer kann der Familiennachzug nur dann bewilligt werden, wenn er u. a. über genügend finanzielle Mittel für den Unterhalt seiner Familie verfügt (Art. 39 Abs. 1 lit. c BVO). Die Vorinstanz hält sich bei der Beurteilung, ob genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, an die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für öffentliche Fürsorge (SKöF). Damit ist auch eine rechtsgleiche Behandlung aller Gesuchsteller gewährleistet. Nach diesen Richtlinien sind die monatlichen Lebenshaltungskosten des Ausländers und der nachziehenden Familienmitglieder zu ermitteln. Die monatlichen Lebenshaltungskosten müssen durch das Einkommen gedeckt sein. Die Richtsätze der SKöF sollen nicht nur den unbedingt notwendigen Lebensbedarf, sondern ein soziales Existenzminimum sichern. Zur Ansicht, es sei das betreibungsrechtliche Existenzminimum heranzuziehen, kann bemerkt werden, dass damit von vornherein einem fürsorgerischen Risiko Vorschub geleistet würde. Tritt der Fürsorgefall ein, müssen die Leistungen wiederum nach Massgabe der höheren Ansätze des SKöF berechnet werden. Dieser unerwünschten Nebenwirkung, deren Vermeidung im öffentlichen Interesse steht, ist im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens gestützt auf Art. 4 ANAG zu begegnen (Peter Kottusch, Zur rechtlichen Regelung des Familiennachzuges von Ausländern, im Schweiz. Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht, ZBl 90/1989, S. 337ff.)

Parole chiave

immigrationfamily reunificationfinancial meanssocial minimumwelfare riskequal treatment