Extended lease is not treated as a terminated lease under Art. 260 OR

OG 1991 12Altro tribunale8 nov 1990Confirmed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant appealed an order in summary proceedings that required her to allow access to her rented apartment for the installation of new windows. The court held that a judicial extension of the lease does not amount to a terminated tenancy within the meaning of Art. 260 OR. An extended lease is a special legal relationship distinct from an ordinary terminated contract. Because the tenant’s interests are protected by the reasonableness assessment for the proposed works, renovation access may still be ordered. The appeal was therefore dismissed and the access order confirmed.

Massima Omnilex

Art. 260 OR; extended tenancy and renovation access; a judicially extended lease is not equivalent to a terminated lease. The extension creates a sui generis legal relationship that does not fall under the rule barring renovation works after termination merely because the contractual notice period has expired. The purpose of Art. 260 OR is not to prevent renovations for the entire duration of possible extensions; rather, in each case the tenant’s interests are safeguarded through the statutory requirement that the contemplated works be reasonable (consid. 1).

Testo completo

In einem Befehlsverfahren nach § 348 ZPO wurde die Beklagte verhalten, dem Kläger bzw. den von ihm beauftragten Handwerkern für die Einsetzung von neuen Fenstern für die Dauer von einmal zwei Stunden und einmal sechs Stunden an einem Werktag den Zutritt zu ihrer Mietwohnung in der Liegenschaft des Klägers zu gewähren. Dagegen erhob die Beklagte Rekurs. Im Entscheid wurde zur Frage, ob der ergangene Befehl vor Art. 260 OR standhält, ausgeführt:

Zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid vor Art. 260 OR standhält. Streitig ist dabei, ob ein erstrecktes Mietverhältnis als gekündigtes nach Art. 260 Abs. 1 OR zu gelten hat. Die ratio legis ist im angefochtenen Entscheid richtig wiedergegeben. Danach soll der Mieter bei gekündigtem Mietverhältnis grundsätzlich nicht mehr bloss die Unannehmlichkeiten von Renovationsarbeiten ertragen müssen, ohne davon auch noch angemessen profitieren zu können.

Grundsätzlich wird ein Rechtsverhältnis zu einem gekündigten durch Ausübung des Gestaltungsrechtes der Kündigung und endet als solches mit Ablauf der Kündigungsfrist. Verbleibt der Mieter aufgrund einer richterlichen Erstreckung (oder eines gerichtlichen Vergleiches im Erstreckungsverfahren) über den vertraglichen Kündigungstermin hinaus im Mietobjekt, geschieht dies aufgrund eines besondern, an bestimmte Voraussetzungen gebundenen und mit bestimmten Folgen versehenen Rechtsinstitutes (Moser Markus, Die Erstreckung des Mietverhältnisses, Diss. FR, Zürich 1975, S. 105). Zwischen Vermieter und Mieter entsteht durch die Erstreckung somit ein Rechtsverhältnis sui generis, das nicht gleichzusetzen ist mit einem gekündigten Vertragsverhältnis. Diese Betrachtungsweise findet ihre Bestätigung darin, dass der Zweck des Art. 260 OR - in Anbetracht der nach Gesetz möglichen sehr langen Erstreckungsdauern für Wohnungen und Geschäftsräume - nicht darin bestehen kann, Renovationen grundsätzlich auf Jahre hinaus zu verunmöglichen. Dies insbesondere auch deshalb nicht, weil in jedem konkreten Einzelfall der Interessenlage des Mieters über die Voraussetzung der Zumutbarkeit der vorgesehenen Arbeiten am Mietobjekt Rechnung zu tragen ist.

Parole chiave

tenancy extensionrenovation accessterminated leasereasonablenesssummary proceedings

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether an extended tenancy is to be treated as a terminated lease under Art. 260 OR so that renovation access can be ordered.

Decisione estratta

No. An extended tenancy is a sui generis legal relationship and is not equivalent to a terminated contractual lease for purposes of Art. 260 OR.

Motivazione estratta

Termination normally ends the contractual relationship upon expiry of the notice period. By contrast, a judicial extension allows the tenant to remain under a special legal institution with its own conditions and consequences. The purpose of Art. 260 OR does not require renovations to be blocked for years, especially since the tenant's interests are protected through the statutory test of reasonableness.

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