Invalidity pension case remanded for further medical assessment

c-5832-2008Tribunale amministrativo federale / 3a divisione11 giu 2009Partially Granted

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Sintesi Omnilex

The Federal Administrative Court upheld the appeal in substance and set aside the IVSTA's refusal of an invalidity pension. It agreed that the medical record was not sufficiently clarified, especially because the translations and existing documents did not allow a reliable assessment of work capacity. The court ordered a remand for a multidisciplinary expert assessment in Switzerland and a new pension decision. No court fees were imposed, and the appellant was awarded CHF 500 in party compensation.

Massima Omnilex

Art. 49 lit. b and Art. 61 Abs. 1 VwVG; incomplete establishment of relevant facts in social-insurance proceedings. Where the medical basis of an administrative pension decision is not sufficiently clarified and the file does not permit a reliable assessment of work capacity, the decision is to be annulled and the matter remitted to the authority for further investigation and a new decision. A remand counts as success of the appealing party for costs purposes; no procedural costs are levied, and a reasonable party compensation may be awarded under Art. 64 Abs. 1 VwVG and the VGKE.

Testo completo

BVGer C-5832/2008

Entscheiddatum: 11.06.2009Publikationsdatum: 07.07.2009

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-5832/2008

{T 0/2}

Urteil vom 11. Juni 2009

Besetzung

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Johannes Frölicher,

Gerichtsschreiber Daniel Golta.

Parteien

A._______,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Antic Ljubomir Bube,

Zustelldomizil: B._______,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 29. Juli 2008.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) das Leistungsbegehren von A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) mit Verfügung vom 29. Juli 2008 abwies,

dass sie die Verfügung sinngemäss damit begründete, dass der Beschwerdeführer für die zuletzt ausgeübte Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei, dass ihm aber eine dem Gesundheitszustand angepasste leichtere Erwerbstätigkeit zugemutet werden könne, womit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von nur 18% resultiere,

dass der Beschwerdeführer die besagte Verfügung mit Beschwerde vom 28. August 2008 (Datum Poststempel 6. September 2008; Eingang Bundesverwaltungsgericht: 15. September 2008) anfocht und sinngemäss beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IVSTA zurückzuweisen,

dass die IVSTA mit Stellungnahme vom 13. Februar 2009 unter Bezugnahme auf den Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD Rhone) vom 3. Februar 2009 beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne der Stellungnahme des RAD Rhone an die IVSTA zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist, und vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass die Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 19. September 2008 zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen wurde,

dass der RAD Rhone in seiner Stellungnahme vom 3. Februar 2009 erklärte, dass ein Grossteil der medizinischen Unterlagen - jedenfalls in der übersetzten Form - keinen Sinn machten und anhand der vorliegenden Unterlagen nicht mit ausreichender Sicherheit zur Frage der Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit Stellung genommen werden könne und dass daher eine pluridisziplinäre Expertise (Neurologe, Psychiater, Internist) in der Schweiz indiziert sei um eine medizinische Standortbestimmung vorzunehmen,

dass sich die IVSTA in ihrer Stellungnahme vom 13. Februar 2009 der Beurteilung des RAD Rhone anschloss und damit sinngemäss feststellte, dass die Verfügung vom 29. Juli 2008 auf einem mangelhaft eruierten medizinischen Sachverhalt beruhe und sich die Durchführung einer pluridisziplinären Begutachtung in der Schweiz als notwendig erweise,

dass der Beschwerdeführer sinngemäss rügte, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem Antrag der IVSTA nicht entsprochen werden sollte,

dass Art 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 29. Juli 2008 aufzuheben und die Sache zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2 VwVG),

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann,

dass dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 500.- auszurichten ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 29. Juli 2008 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 500.- zugesprochen.

Dieses Urteil geht an:

den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)

die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])

das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Golta

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Parole chiave

invalidity pensionmedical assessmentremandincomplete fact-findingparty compensationcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the IVSTA decision denying an invalidity pension had to be set aside for incomplete medical fact-finding and the case remanded.

Decisione estratta

Yes. The medical file was insufficiently clarified; a multidisciplinary expertise in Switzerland was necessary before a new pension decision could be made.

Motivazione estratta

The RAD Rhone found that the translated medical records were largely incomprehensible and did not permit a reliable assessment of work capacity; the authority itself accepted that the facts were inadequately established. Under Art. 49 lit. b and Art. 61(1) VwVG, incomplete fact-finding justifies annulment and remand.

Questione giuridica chiave

Whether procedural costs should be imposed on the appellant.

Decisione estratta

No. As the appeal succeeded through remand, no procedural costs were charged.

Motivazione estratta

A remand counts as success for the appealing party; therefore no court fees were levied under Art. 63(1)-(2) VwVG.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was entitled to a party compensation.

Decisione estratta

Yes. The appellant, represented by counsel, was awarded a party compensation of CHF 500 at the expense of the IVSTA.

Motivazione estratta

Under Art. 64(1) VwVG, the prevailing party may receive reimbursement of necessary and proportionate costs; the court fixed compensation at CHF 500 pursuant to VGKE.

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