Deletion of criminal record entry after probation expired

SK.2006.12Tribunale penale federale / Camera penale2 ott 2006Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Office of Justice requested deletion of A.'s criminal record entry concerning a 2004 Federal Criminal Court judgment for multiple money laundering. The court found that the two-year probation period had expired, and the criminal record showed neither revocation nor substitute measures during probation. It therefore ordered deletion of the entry and waived court fees. The decision was issued by the president of the Criminal Chamber and may be challenged by nullity complaint to the Federal Supreme Court.

Massima Omnilex

Art. 41 Ziff. 4 StGB; deletion of a criminal judgment from the criminal record after successful completion of probation. Where the probation period has expired and the criminal record extract shows neither revocation of the suspended sentence nor a substitute measure during probation, the competent sentencing authority may order deletion of the entry. For the composition of the deciding chamber, the sanction imposed in the judgment to be deleted is decisive. Court fees may be waived where the deletion can be ordered without additional expenditure (consid. 1).

Testo completo

Entscheid vom 2. Oktober 2006 Strafkammer Besetzung Bundesstrafrichter Peter Popp, Präsident, Gerichtsschreiberin Helen Rüegsegger Parteien

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Sektion Strafregister, Bundesrain 20, 3003 Bern, Antragsteller

A., Verurteilte

Gegenstand

Löschung des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 17. August 2004 im Strafregister

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: SK.2006.12

  • 2 - Der Präsident zieht in Erwägung, dass − das Bundesstrafgericht mit Urteil vom 17. August 2004 A. der mehrfachen Geldwä- scherei schuldig gesprochen hat und sie dafür mit 30 Tagen Gefängnis, unter An- rechnung von zwei Tagen Untersuchungshaft bestrafte und die Strafe unter Anset- zung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben hat (Urteil vom 17. Au- gust 2004 in SK.2004.2, S. 61); − das Bundesamt für Justiz, Sektion Strafregister, mit dem Löschungsantrag vom
  1. August 2006 bezüglich des oben erwähnten Urteils an das Bundesstrafgericht gelangte (pag. 1.100.1); − die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 4. September 2006 nichts gegen eine Löschung des Strafregistereintrages einzuwenden hatte (pag. 1.800.5); − wenn sich die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt hat und die Bussen und die unbedingt ausgesprochenen Nebenstrafen vollzogen sind, die zuständige Behörde des Urteilskantons die Löschung des Urteils im Strafregister verfügen kann (Art. 41 Ziff. 4 StGB); − es sich bei der Löschung im Strafregister um eine nachträgliche Anordnung handelt, für welche grundsätzlich jene Behörde, die die Strafe ausgefällt hat, zuständig ist (vgl. HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Ba- sel 2005, § 45 N. 16); − es sachgerecht erscheint, bezüglich der Besetzung der Strafkammer auf die im zu löschenden Urteil angeordnete Sanktion abzustellen; − vorliegend in Anbetracht der ausgefällten Sanktion von 30 Tagen Gefängnis der Kammerpräsident für die Löschung zuständig ist (vgl. Art. 27 Abs. 1 lit. a SGG); − das Urteil der Verurteilten A. am 17. August 2004 eröffnet worden ist und die zwei- jährige Probezeit gestützt auf die konstante Praxis des Bundesgerichts somit an die- sem Tag zu laufen begonnen hat (Entscheid des Bundesgerichts 6S.506/2001 vom
  2. Februar 2002, E. 1a mit Hinweisen); − daher zum heutigen Zeitpunkt die Probezeit abgelaufen ist; − für die Frage, ob das Verhalten der Verurteilten die Löschung rechtfertigt, im Grund- satz auf das Strafregister abzustellen ist (RS 1977 Nr. 226); − gemäss dem vom Bundesstrafgericht eingeholten und zu den Akten genommenen Strafregisterauszug während der Probezeit weder ein Widerruf nach Art. 41 Ziff. 3
  • 3 - Abs. 1 StGB noch eine Ersatzmassnahme gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB ange- ordnet worden ist (pag. 1.400.1); − der Eintrag des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 17. August 2006 daher zu lö- schen ist; − der Verzicht auf die Erhebung einer Gebühr dann angezeigt erscheint, wenn der Richter ohne zusätzlichen Aufwendungen eine Löschung verfügen kann (analog Art. 172 Abs. 1 BStP); − deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden; − die verfügte Urteilslöschung der Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht un- terliegt (Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG).

  • 4 - Demnach entscheidet der Präsident:

  1. Der Eintrag des Urteils des Bundesstrafgerichts vom 17. August 2006 betreffend A. im Strafregister wird gelöscht.
  2. Dieser Entscheid wird dem Bundesamt für Justiz, Sektion Strafregister, A. sowie, zur Kenntnisnahme, der Schweizerischen Bundesanwaltschaft mitgeteilt.

Im Namen der Strafkammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident Die Gerichtsschreiberin Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Schweizerischen Bundes- gerichts geführt werden (Art. 33 Abs. 3 lit. b SGG). Die Nichtigkeitsbeschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, Kassationshof, 1000 Lausanne 14 innert 30 Tagen seit Zustellung des vorliegenden Ent- scheids einzureichen. Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begründet werden, dass der angefochtene Entscheid eidgenös- sisches Recht verletzt (Art. 268 Ziff. 1 BStP).

Parole chiave

criminal recorddeletionprobationsuspended sentencemoney launderingcourt fees

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the criminal judgment against A. should be deleted from the criminal record after expiry of probation.

Decisione estratta

Yes. The probation period had expired and the record showed no revocation or substitute measure during probation; the entry had to be deleted.

Motivazione estratta

Under Art. 41 no. 4 StGB, deletion is permissible once probation is successfully completed and the relevant penalties have been executed. The court relied on the criminal record extract and found no intervening revocation or substitute measure.

Questione giuridica chiave

Whether court fees should be charged for the deletion procedure.

Decisione estratta

No fees were imposed because the deletion could be ordered without additional expenditure.

Motivazione estratta

A fee waiver was considered appropriate where the judge can order deletion without extra work, by analogy to Art. 172 para. 1 BStP.

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