Extradition appeal withdrawn; proceedings struck out and costs imposed

RR.2011.6Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi3 feb 2011Withdrawn

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The II. Criminal Appeal Chamber of the Federal Criminal Court dealt with an appeal against an extradition decision concerning A. to Monaco. After the appellant withdrew the appeal, the court struck the case from the docket. It held that the withdrawing appellant was to be treated as the losing party and ordered him to pay court costs of CHF 300. No merits ruling on extradition was made.

Massima Omnilex

Withdrawal of appeal; costs in extradition proceedings. Where the appellant withdraws the complaint, the appellate proceedings become moot and are to be struck out without examination of the merits; the withdrawing party is in principle deemed unsuccessful and bears the costs under Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG in conjunction with Art. 63 Abs. 1 VwVG. The amount of the fee is fixed according to the applicable cost regulations and the administrative workload (cf. Art. 5, 8 Abs. 3 lit. a, 22 Abs. 3 BStKR).

Testo completo

Entscheid vom 3. Februar 2011 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Roy Garré und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Marion Schmid

Parteien

A., zurzeit in Haft, vertreten durch Rechtsanwalt Ge- org Naegeli,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS- LIEFERUNG,

Beschwerdegegner

Gegenstand Auslieferung an Monaco

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG)

Rückzug der Beschwerde

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2011.6

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • Interpol Monaco mit Meldung vom 7. Mai 2010 um Fahndung und Festnahme des deutschen Staatsangehörigen A. zwecks späterer Auslieferung ersuchte;

  • A. am 21. Oktober 2010 im Kanton St. Gallen festgenommen und gleichen- tags in provisorische Auslieferungshaft versetzt wurde;

  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) seinen Auslieferungshaftbefehl vom 22. Oktober 2010 A. am 25. Oktober 2010 eröffnete; dieser unangefoch- ten blieb;

  • mit Schreiben vom 22. Oktober 2010 die monegassische Regierung die Schweiz formell um Auslieferung von A. für die ihm im Haftbefehl des zustän- digen Gerichts in Monaco vom 30. April 2010 i.V.m. dem Beschluss dessel- ben Gerichts vom 25. Juni 2010 zur Last gelegten Straftaten ersuchte;

  • A. anlässlich seiner Einvernahme vom 3. November 2010 erklärte, mit einer vereinfachten Auslieferung nicht einverstanden zu sein und am 1. Dezember 2010 seine schriftliche Stellungnahme zum monegassischen Auslieferungs- ersuchen einreichte;

  • das BJ am 9. Dezember 2010 gegen A. den Auslieferungsentscheid erliess, womit es die Auslieferung von A. an Monaco für die dem Auslieferungsersu- chen der monegassischen Regierung vom 22. Oktober 2010 zugrunde lie- genden Straftaten bewilligte (act. 1.2);

  • A. mit Beschwerde vom 10. Januar 2011 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragt, der Auslieferungsentscheid sei aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1);

  • der Beschwerdeführer nach Einladung zur Leistung eines Kostenvorschusses (act. 3) mit Schreiben vom 25. Januar 2011 den Rückzug der Beschwerde mitteilte (act. 5);

  • das Beschwerdeverfahren daher zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt abzuschreiben ist;

  • davon auszugehen ist, der Beschwerdegegner werde entgegen seines Schreibens an die monegassischen Behörden vom 26. Januar 2011 (act. 6) mit der Auslieferung des Beschwerdeführers bis zur Eröffnung des vorliegen- den Entscheides zuwarten;

  • 3 -

  • der Beschwerdeführer, welcher seine Beschwerde zurückzieht, grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes (Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71) i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG die Gerichtskosten zu tragen hat (Entscheide des Bun- desstrafgerichts RR.2010.101 vom 20. Juli 2010; RR.2008.253 vom 27. Ok- tober 2008; RR.2007.70 vom 30. Mai 2007, je m.w.H); angesichts des verur- sachten Kanzleiaufwandes die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 300.-- an- zusetzen ist (vgl. Art. 5, 8 Abs. 3 lit. a und 22 Abs. 3 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abge- schrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 8. Februar 2011

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Georg Naegeli
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Parole chiave

extraditionwithdrawalcostsappealproceedings struck outinternational legal assistance

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal proceedings should be terminated after the appellant withdrew the appeal.

Decisione estratta

The proceedings were struck out as concluded because the appeal had been withdrawn.

Motivazione estratta

Once the appellant notified withdrawal, there was no further need to decide the merits, so the case had to be removed from the docket.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs after withdrawal of the appeal.

Decisione estratta

The withdrawing appellant was treated as the losing party and had to pay the court fee.

Motivazione estratta

Under the applicable procedural rules, a party who withdraws the appeal is generally considered unsuccessful and must bear the costs; the fee was set in view of the administrative work involved.

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