Non-entry for failure to pay cost advance in extradition appeal

RR.2010.96Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi7 lug 2010Inadmissible

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Sintesi Omnilex

A. appealed the Federal Office of Justice’s extradition decision to the II. Criminal Appeals Chamber of the Federal Criminal Court. After being ordered to pay a CHF 3,000 cost advance and granted an extension, he still did not pay and did not request installment payment or legal aid. The court held that the appeal had to be declared inadmissible under the applicable procedural rules and imposed court costs of CHF 300 on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG; cost advance in appeal proceedings; non-payment after warning leads to non-entry. If the advance is not paid within the extended deadline and no facilities or legal aid are requested, the appeal is not admitted; in case of doubt, timely payment must be proven by the obligated party. The unsuccessful party bears the court costs pursuant to Art. 63 Abs. 1 VwVG, with fees determined under the Federal Criminal Court fee regulation (Art. 63 Abs. 5 VwVG; Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG).

Testo completo

Entscheid vom 7. Juli 2010 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Roy Garré und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Marion Schmid

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Endres,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ,

Beschwerdegegner

Gegenstand Internationale Rechtshilfe an Deutschland

Auslieferung (Art. 55 IRSG)

Kostenvorschuss (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2010.96

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Staatsanwaltschaft Berlin am 3. Juli 2009 einen Haftbefehl gegen A. zur Vollstreckung eines Urteils des Amtsgerichts Tiergarten in Berlin vom
  1. September 2008 bzw. eines Berufungsurteils des Landgerichts Berlin vom 26. November 2008 wegen Computerbetrugs erliess;
  • die deutschen Behörden gemäss Ausschreibung vom 5. Oktober 2009 im Schengener Informationssystem um Verhaftung von A. zwecks Auslieferung ersuchten;

  • die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin in diesem Zusammenhang mit Aus- lieferungsersuchen vom 10. November 2009 um Auslieferung von A. für die ihm im obgenannten Haftbefehl vom 3. Juli 2009 zur Last gelegten Straftaten ersuchte;

  • sich A. anlässlich der Befragung durch die Staatsanwaltschaft Zug am

  1. Februar 2010 gegen eine vereinfachte Auslieferung aussprach; ihm gleichzeitig eine Frist von 14 Tagen zur Einreichung einer Stellungnahme gewährt wurde; innert der gesetzten Frist beim Bundesamt für Justiz (nach- folgend „BJ“) keine Stellungnahme einging;
  • das Advokatur & Notariatsbüro HütteLAW AG dem BJ mit Datum vom
  1. März 2010 die Vertretung von A. anzeigte und um Akteneinsicht bat, wel- che mit Schreiben vom 24. März 2010 gewährt wurde;
  • das BJ mit Entscheid vom 1. April 2010 die Auslieferung von A. an Deutsch- land für die dem Auslieferungsersuchen vom 10. November 2009 zugrunde liegenden Straftaten bewilligte (act. 1.2);

  • A. mit Beschwerde vom 6. Mai 2010 an die II. Beschwerdekammer des Bun- desstrafgerichts gelangte (act. 1);

  • der Beschwerdeführer am 11. Mai 2010 über seinen Rechtsvertreter eingela- den wurde, bis zum 25. Mai 2010 einen Kostenvorschuss von CHF 3'000.-- zu leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 3);

  • der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 19. Mai 2010 um Fristerstreckung für die Bezahlung des Kostenvorschusses von 60 Tagen ersuchte (act. 4);

  • 3 -

  • die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts eine Fristerstreckung bis zum 25. Juni 2010 bewilligte (act. 4);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VwVG), und die Rechtzeitigkeit im Zweifelsfall vom Pflichtigen zu beweisen ist;

  • der Beschwerdeführer den ihm auferlegten Kostenvorschuss innert der ver- längerten Frist nicht bezahlt und weder um Zahlungserleichterungen noch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat;

  • auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG);

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig wird (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG); für die Berechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichts- gebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung ge- langt (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG ); die Gerichtsge- bühr vorliegend auf Fr. 300.-- anzusetzen ist.

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 8. Juli 2010

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Michael Endres
  • Bundesamt für Justiz

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Parole chiave

extraditionmutual legal assistancecost advancenon-entryappeal inadmissibilitycourt costslegal aiddeadline

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could proceed despite non-payment of the ordered cost advance

Decisione estratta

The appeal could not be entered into because the appellant did not pay the advance within the extended deadline and sought neither payment facilities nor legal aid.

Motivazione estratta

Under Art. 30 lit. b SGG in conjunction with Art. 63(4) VwVG, failure to pay the advance after due warning requires non-entry; timeliness is the party's burden to prove.

Questione giuridica chiave

Court costs after non-entry

Decisione estratta

Court costs were imposed on the appellant and set at CHF 300.

Motivazione estratta

The unsuccessful appellant bears the costs; the court fee was fixed under the applicable court-fees regulation.

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