Non-entry for failure to pay cost advance in mutual legal assistance

RR.2010.203Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi5 ott 2010Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. appealed a Schaffhausen mutual legal assistance decision ordering disclosure of evidentiary materials for German criminal proceedings. The II. Criminal Chamber of the Federal Criminal Court had required a CHF 4,000 cost advance and warned that failure to pay would lead to non-entry. A. neither paid the advance nor sought instalments or legal aid. The court therefore did not enter into the appeal and imposed court fees of CHF 300 on him.

Massima Omnilex

Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG; non-payment of the ordered cost advance leads to non-entry if the party neither pays within the deadline nor seeks payment relief or legal aid. Timely payment is established only if the amount is credited in time to the authority’s postal or Swiss bank account; the burden of proving timeliness lies, in case of doubt, on the person liable to pay (consid. on advance payment). Where the appeal is not entered into, court costs are charged to the appellant pursuant to Art. 63 Abs. 1 and 5 VwVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG.

Testo completo

Entscheid vom 5. Oktober 2010 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Patrick Robert-Nicoud und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Marion Schmid

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

UNTERSUCHUNGSRICHTERAMT DES KANTONS SCHAFFHAUSEN, Beschwerdegegner

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch- land

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Kostenvorschuss (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2010.203

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ein Ermittlungsverfahren gegen A. wegen Verdachts der Verletzung der Unterhaltspflicht führt;

  • die deutschen Behörden in diesem Zusammenhang mit Rechtshilfeersuchen vom 21. Januar 2010 an die Schweiz gelangten und um polizeiliche Befra- gung von A.s Arbeitgeber sowie um Einholung einer Kontoübersicht betref- fend eines Kontos bei der B. ersuchten;

  • das Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhausen (nachfolgend „Un- tersuchungsrichteramt“) mit Eintretensverfügung vom 22. April 2010 dem Rechtshilfeersuchen entsprach und die Einholung eines Lohnausweises so- wie eines Leumundsberichts von A. verfügte; es zudem die B. aufforderte abzuklären, ob A. über das Konto Nr. 1 verfügte und im positiven Fall um Zustellung eines Kontoauszuges ersuchte;

  • mit Schlussverfügung vom 9. August 2010 das Untersuchungsrichteramt die Herausgabe des Erhebungsberichts der Schaffhauser Polizei vom 27. April 2010, des Leumundsberichts der Schaffhauser Polizei vom 30. Juli 2010 so- wie von Auszügen des Kontos von A. bei der B. für den Zeitraum Januar 2008 bis Januar 2009 verfügte;

  • A. gegen die Schlussverfügung mit Beschwerde vom 7. September 2010 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte, darin mitteilte, die Begründung folge in einem gesonderten Schreiben und um schriftliche Bestätigung des Beschwerdeeingangs ersuchte (act. 1);

  • der Beschwerdeführer am 9. September 2010 eingeladen wurde, bis zum

  1. September 2010 einen Kostenvorschuss von CHF 4'000.-- zu leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 4);
  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VwVG), und die Rechtzeitigkeit im Zweifelsfall vom Pflichtigen zu beweisen ist;

  • 3 -

  • der Beschwerdeführer den ihm auferlegten Kostenvorschuss nicht bezahlte und weder um Zahlungserleichterungen noch um die Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege ersuchte;

  • auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG);

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig wird (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG); für die Berechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsge- bühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung gelangt (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG); die Gerichtsgebühr vor- liegend auf Fr. 300.-- anzusetzen ist.

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 6. Oktober 2010

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Herrn A.
  • Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhausen
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Parole chiave

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Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal could proceed despite non-payment of the ordered cost advance.

Decisione estratta

No. Since the appellant failed to pay the advance and did not request instalments or legal aid, the court could not enter into the appeal.

Motivazione estratta

The court held that timely payment required crediting the amount to the postal or bank account in Switzerland within the set deadline; the appellant bore the burden of proving timeliness. Non-payment triggered the announced consequence of non-entry.

Questione giuridica chiave

Whether court fees should be imposed on the appellant after non-entry.

Decisione estratta

Yes. The appellant was ordered to pay court costs of CHF 300.

Motivazione estratta

As the proceedings ended adversely for the appellant, he was liable for costs; the court applied the federal rules on court fees for the Federal Criminal Court.

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