Complaint withdrawn in seizure case; costs imposed

BV.2011.7Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi10 mag 2011Withdrawn

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. challenged the ESBK seizure of cash, objects and mirrored data. After the Federal Criminal Court had refused legal aid, A. withdrew the complaint. The court held that a withdrawal remains admissible even without an explicit rule under the new administrative criminal appeal provisions, because the dispositive power of the parties allows it. The complaint was therefore struck from the docket as terminated. The appellant was ordered to pay a court fee of CHF 200.

Massima Omnilex

Rückzug der Beschwerde im verwaltungsstrafrechtlichen Beschwerdeverfahren; Zulässigkeit trotz fehlender ausdrücklicher Ordnung nach neuem Recht aufgrund der Dispositionsmaxime. Der Rückzug beendet den Streitgegenstand und rechtfertigt die Abschreibung des Verfahrens als erledigt (vgl. Art. 32 Abs. 2 BGG analog). Die Kostenfolge richtet sich mangels besonderer Regelung nach dem allgemeinen Grundsatz, dass die zurückziehende beschwerdeführende Partei die Gerichtskosten trägt; die Gebühr ist nach den einschlägigen Kostenbestimmungen auf das reglementarische Minimum festzusetzen (vgl. Art. 66 Abs. 1 BGG analog; Art. 25 Abs. 4 VStrR; Art. 73 StBOG; BStKR).

Testo completo

Beschluss vom 10. Mai 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwältin Annette Wisler Albrecht,

Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2011.7 (Nebenverfahren: BP.2011.18)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend „ESBK“) gegen B. eine Strafuntersuchung führt wegen des Verdachts der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spielbankengesetz, SBG; SR 935.52);

  • sie mit Verfügung vom 8. März 2011 Bargeld im Betrag von Fr. 1'080.-- so- wie diverse Gegenstände und gespiegelte Daten beschlagnahmte, welche am 24. Februar 2011 durch die Kantonspolizei Bern bei A. sichergestellt worden waren (act. 2.1);

    1. hiergegen am 11. März 2011 bei der ESBK Beschwerde zu Handen der
    2. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhob (act. 1);
  • die I. Beschwerdekammer mit Beschluss vom 30. März 2011 das von A. zusammen mit der Beschwerde eingereichte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abwies (act. 9);

  • A. seine Beschwerde nachfolgend mit Eingabe vom 3. Mai 2011 zurückzog (act. 11).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die seit 1. Januar 2011 für das Beschwerdeverfahren im Bereich des Ver- waltungsstrafrechts anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen keine Rege- lung für den Rückzug einer Beschwerde und dessen Folgen mehr vorsehen (vgl. zu den bisher anwendbaren gesetzlichen Grundlagen beispielsweise den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2010.79 vom 10. Dezem- ber 2010), ein solcher aber im Rahmen der Dispositionsmaxime auch ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage zulässig ist (vgl. ZIEGLER, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 386 StPO N. 3);

  • der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be- schwerdeverfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann (vgl. nebst der angeführten bisherigen Praxis auch Art. 32 Abs. 2 BGG für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesgericht und hierzu HÄRRI, Basler Kommentar, Basel 2008, Art. 32 BGG N. 16);

  • 3 -

  • die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. hierzu den Be- schluss des Bundesstrafgerichts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2, so- wie den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2010.77 vom 12. Janu- ar 2011);

  • die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf das reglementarisch vorgesehene Minimum von Fr. 200.-- festgesetzt wird (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundes- strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent- schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 11. Mai 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwältin Annette Wisler Albrecht
  • Eidgenössische Spielbankenkommission

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Parole chiave

seizurewithdrawal of appealcostsadministrative criminal proceduredocket closurelegal aid

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the withdrawn complaint should be removed from the docket as terminated

Decisione estratta

The complaint was withdrawn and the proceedings were struck from the docket as concluded.

Motivazione estratta

Withdrawal of a complaint is admissible under the disposition principle even without an explicit procedural rule; withdrawal ends the dispute and permits administrative closure.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs after withdrawal of the complaint

Decisione estratta

The appellant must bear the court fee, fixed at CHF 200.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings; by analogy to the Federal Supreme Court rules, the withdrawing appellant bears the costs, and the fee is set at the regulatory minimum.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.