Request for access to tax files became moot

BV.2009.29Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi15 lug 2009Other

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Criminal Court’s I. Complaint Chamber dealt with a customs administration request for access to the Bern cantonal tax files of A. and B. GmbH in connection with a customs-criminal investigation. After the cantonal tax administration first refused the request and later stated that it saw no obstacle to granting access, the court held that the matter had become moot. The case was therefore struck from the docket as erledigt, and no court costs were levied.

Massima Omnilex

Art. 30 Abs. 5 VStrR i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG; mootness of an application for judicial assistance. Becomes unnecessary to adjudicate where the requested authority subsequently agrees to grant inspection and, if necessary, edition of the files, so that no live controversy remains. In such a situation the proceedings are to be removed from the docket as erledigt. Cost allocation follows the outcome; where the matter is moot and no substantive adjudication is rendered, no court costs may be levied in application of Art. 25 Abs. 4 VStrR and Art. 66 Abs. 4 BGG (consid. implied by the dispositive part).

Testo completo

Entscheid vom 15. Juli 2009 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

EIDGENÖSSISCHE ZOLLVERWALTUNG,

Gesuchstellerin

gegen

STEUERVERWALTUNG DES KANTONS BERN,

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Rechtshilfe (Art. 30 Abs. 5 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2009.29

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Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Eidgenössische Zollverwaltung (nachfolgend „EZV“) gegen A. und ge- gen die B. GmbH am 18. März 2009 eine Zollstrafuntersuchung wegen des Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG; SR 631.0) und das Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20) einleitete (act. 1.8);

  • die EZV zur genaueren Abklärung der anonym erhobenen Vorwürfe der Widerhandlungen durch illegalen Arzneimittelimport Einblick in die Steu- erakten von A. und der B. GmbH nehmen wollte, weil insbesondere an- hand der Buchhaltung und der dazugehörigen Belege der B. GmbH, die auch Grundlage für die Veranlagung der direkten Steuern bilden, nach- vollzogen oder zumindest abgeschätzt werden könne, woher die im Inter- net angebotenen Kapseln und andere Produkte stammten und wie sie vertrieben würden;

  • die EZV am 18. März 2009 mittels E-Mail bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern um Einsicht in die Steuerakten von A. und der B. GmbH er- suchte (act. 5.1);

  • die Steuerverwaltung des Kantons Bern mit Schreiben vom 31. März 2009 dieses Ersuchen ablehnte (act. 1.1);

  • die EZV am 16. Juni 2009 gestützt auf Art. 30 Abs. 5 VStrR i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und das Gesuch stellte, die Steuerverwaltung des Kantons Bern sei anzuweisen, ihr bezüglich A. und die B. GmbH betreffenden Steuerak- ten der letzten fünf Steuerperioden, die sich bei der Steuerverwaltung be- finden, vollumfänglich und unentgeltlich Einsicht und, soweit nötig, Edition zu gewähren (act. 1);

  • die Steuerverwaltung des Kantons Bern in ihrer Gesuchsantwort vom

  1. Juli 2009 sich über die Vorgehensweise der EZV wunderte und aus- führte, dass sie die Akteneinsicht bloss verweigert habe, weil sie davon ausgegangen sei, dass es sich im vorliegenden Fall um eine Übertretung handle (act. 5);
  • die Steuerverwaltung des Kantons Bern vom heutigen Kenntnisstand des Sachverhalts ausgehend ausführte, dass dem Gesuch der EZV betreffend die Gewährung um Einsicht bzw. Edition der Steuerakten von A. und der

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B. GmbH für die letzten fünf Steuerperioden nichts entgegenstehe (act. 5);

  • das Verfahren somit gegenstandslos geworden und als erledigt von der Geschäftskontrolle abzuschreiben ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten verlegt werden (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG);

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und erkennt:

  1. Das Gesuch wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Ge- schäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Bellinzona, 15. Juli 2009

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Eidgenössische Zollverwaltung, Oberzolldirektion
  • Steuerverwaltung des Kantons Bern

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Parole chiave

judicial assistancemootnesstax filescustoms investigationcosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the customs administration’s request to compel access to tax files should be granted.

Decisione estratta

The request was struck from the docket as moot because the respondent ultimately no longer opposed access.

Motivazione estratta

Since the cantonal tax administration stated that nothing stood in the way of granting inspection and, if needed, edition of the files, there was no longer a live dispute.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be imposed.

Decisione estratta

No court costs were charged.

Motivazione estratta

Given the outcome of the proceedings, the court ordered no allocation of costs.

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