Untimely complaint against search and seizure

BV.2007.15Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi11 gen 2008Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Criminal Court's I. Appeals Chamber held that A. AG's challenge to the customs authority's house search and seizure was late. The company had learned of the measures on 11 December 2007, so the three-day deadline expired on 14 December 2007. A faxed complaint had no valid filing effect, and the postal envelope was only postmarked on 15 December 2007. The court therefore refused to enter into the complaint and did not consider the later reply. Costs of CHF 500 were imposed on A. AG.

Massima Omnilex

Art. 28 Abs. 3 VStrR; Art. 31 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 21 Abs. 1 VwVG; timeliness and formal validity of complaints against coercive measures. A complaint must be filed within three days of knowledge of the contested official act and must reach the competent authority or be handed to the Swiss post within the deadline. Transmission by fax does not constitute a valid filing because it lacks the original signature; a missing signature may be cured only where the defect is inadvertent, not where the party deliberately chooses fax transmission. An untimely complaint is inadmissible; subsequent submissions cannot cure the lapse (consid. 2).

Testo completo

Entscheid vom 11. Januar 2008 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A. AG,

Beschwerdeführerin

gegen

EIDGENÖSSISCHE ZOLLVERWALTUNG, Oberzolldirektion,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Hausdurchsuchung und Beschlagnahme (Art. 26 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 und Art. 48 Abs. 1 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2007.15

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Eidg. Zollverwaltung (nachfolgend „EZV“) am 21. November 2007 gegen die A. AG eine Zollstrafuntersuchung wegen des Verdachts der Widerhand- lung gegen das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) eröffnet hat (Akten EZV 64.1.18510.000474.06, act. 5.2);

  • die Räumlichkeiten der A. AG in Z. am 11. Dezember 2007 einer Untersu- chung unterzogen wurden und hierbei mit Beschlagnahmeverfügung gleichen Datums diverse Unterlagen der A. AG beschlagnahmt wurden (Akten EZV 64.1.18510.000474.06, act. 5.5 und 5.7);

  • der A. AG die Beschlagnahmeverfügung anlässlich der Hausdurchsuchung am 11. Dezember 2007 eröffnet wurde (Akten EZV 64.1.18510.000474.06, act. 5.7);

  • die A. AG gegen die Durchsuchung sowie gegen die Beschlagnahme Be- schwerde erhob, wobei sie der EZV die Beschwerdeschrift am 14. Dezember 2007 vorab per Telefax (act. 1.1) zustellte, währenddem der die Beschwerde- schrift beinhaltende Briefumschlag am 15. Dezember 2007 in Y. durch die deutsche Post abgestempelt worden ist (act. 1);

  • die EZV die Beschwerde mitsamt ihrer Äusserung der I. Beschwerdekammer am 20. Dezember 2007 weiterleitete und hierbei beantragte, dass auf die Be- schwerde infolge verspäteter Erhebung der Beschwerde nicht einzutreten, diese evtl. abzuweisen sei, unter Kostenfolge (act. 2);

  • die I. Beschwerdekammer die A. AG am 27. Dezember 2007 einlud, bis

  1. Januar 2008 eine allfällige Beschwerdereplik, welche sich auf die Frage der rechtzeitigen und rechtsgültigen Beschwerdeerhebung zu beschränken habe, einzureichen (act. 3);
  • die A. AG der I. Beschwerdekammer am 7. Januar 2008 eine Eingabe per Telefax zukommen liess (act. 4);

  • der Briefumschlag, welcher die vom 7. Januar 2008 datierende Eingabe der A. AG beinhaltete, am 8. Januar 2008 in Z. von der deutschen Post abge- stempelt worden ist (act. 4);

  • 3 -

  • gemäss Art. 28 Abs. 3 VStrR die Beschwerde gegen eine Amtshandlung in- nert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung einzureichen ist;

  • gemäss Art. 31 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 21 Abs. 1 VwVG schriftliche Einga- ben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde eingereicht oder zu de- ren Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomati- schen oder konsularischen Vertretung übergeben werden müssen;

  • Eingaben der Behörde auch elektronisch, unter Benützung der anerkannten elektronischen Signatur, übermittelt werden können (Art. 31 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 21a VwVG);

  • eine mittels Telefax (Fernkopie) eingereichte Beschwerdeschrift keine Origi- nal-Unterschrift enthält, weswegen gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung eine Beschwerde per Telefax nicht gültig erhoben werden kann (BGE 121 II 252 E. 4b S. 256; vgl. zuletzt auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_739/2007 vom 28. November 2007 E. 1.2);

  • Beschwerdeschriften, deren Unterschrift fehlt, nur innert Nachfrist verbessert werden können, wenn die Unterlassung unfreiwillig erfolgt ist, nicht aber, wenn diese bewusst – durch Übermittlung per Telefax – geschieht (vgl. zu- letzt das Urteil des Bundesgerichts 9C_739/2007 vom 28. November 2007 E. 1.2);

  • vorliegend die A. AG am 11. Dezember 2007 von den angefochtenen Amts- handlungen Kenntnis erhielt, womit die dreitägige Beschwerdefrist gemäss Art. 28 Abs. 3 VStrR am 14. Dezember 2007 ablief;

  • der Übermittlung der Beschwerdeschrift per Telefax am 14. Dezember 2007 nach dem Gesagten keine fristwahrende Wirkung zukommt;

  • die Beschwerdeschrift zudem nicht innerhalb der Beschwerdefrist der schweizerischen Post übergeben worden sein kann, da der entsprechende Umschlag erst am 15. Dezember 2007 durch die deutsche Post in Y. abge- stempelt worden ist;

  • sich die Beschwerde damit als verspätet erweist, weshalb auf sie nicht einzu- treten ist;

  • 4 -

  • dasselbe sinngemäss auch für die vom 7. Januar 2008 datierende Be- schwerdereplik der A. AG, in welcher sie sich im Übrigen zur Rechtzeitigkeit gar nicht äussert, zu gelten hat, weswegen diese im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die A. AG die gerichtlichen Kosten zu tragen hat (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Ge- richtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf Fr. 500.-- festge- setzt wird (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsge- bühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32);

  • 5 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der A. AG auferlegt.

Bellinzona, 14. Januar 2008

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A. AG
  • Eidgenössische Zollverwaltung, Oberzolldirektion

Beilage

  • 1 Einzahlungsschein

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions- richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Parole chiave

customs criminal lawhouse searchseizuredeadlinefax filingsignature requirementinadmissibilitycourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the house search and seizure was filed within the statutory time limit

Decisione estratta

The complaint was time-barred because the fax submission had no suspensive filing effect and the postal mailing was also outside the three-day period.

Motivazione estratta

The appellant learned of the measures on 2007-12-11, so the deadline expired on 2007-12-14. Under the applicable rules, a filing must reach the authority or be handed to the Swiss post in time; a fax lacks an original signature and therefore does not validly lodge the complaint.

Questione giuridica chiave

Whether the later reply of 2008-01-07 had to be considered

Decisione estratta

The reply was not considered because it did not cure the untimely filing and did not address timeliness in any event.

Motivazione estratta

The same admissibility defect applied to the reply, which could not remedy the expired deadline.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs

Decisione estratta

A. AG must bear the court costs, fixed at CHF 500.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings.

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