No admissible challenge without an appealable cantonal decision

BG.2007.31Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi12 dic 2007Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. appealed to the Federal Criminal Court contesting the territorial jurisdiction of the Freiburg criminal authorities in a defamation case and asking for suspensive effect. The court held that no appealable cantonal decision on jurisdiction had been submitted and that the complaint was therefore premature. It noted that A. could still raise the objection at the scheduled hearing and later challenge an appealable decision if one were issued. The complaint was not entered upon, the suspensive-effect request became moot, and the appellant was ordered to pay CHF 300 in court costs.

Massima Omnilex

Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG, Art. 279 Abs. 2 BStP; admissibility of a complaint concerning territorial jurisdiction requires an appealable cantonal decision or a failure to decide thereon. If the appellant has not produced such an object, the complaint is premature and inadmissible. The mere allegation that the cantonal authorities have not reacted to a request does not suffice where the party can still raise the objection before the competent authority and obtain a reviewable decision. A request for suspensive effect becomes moot when the main complaint is not entered upon (consid. relevant).

Testo completo

Entscheid vom 12. Dezember 2007 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Alex Staub, Vorsitz, Barbara Ott und Tito Ponti, Gerichtsschreiber David Heeb

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

  1. KANTON FREIBURG, Kantonsgericht,

  2. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich,

  3. KANTON THURGAU, Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau,

Beschwerdegegner

Gegenstand Örtlicher Gerichtsstand und aufschiebende Wirkung (Art. 279 Abs. 2 und Art. 218 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BG.2007.31

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Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • gegen A. im Kanton Freiburg ein Strafverfahren wegen Ehrverletzung (Art. 173 StGB) hängig ist (act. 1);

  • A. mit Beschwerde vom 6. Dezember 2007 bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die interkantonale Zuständigkeit der Strafverfol- gungsbehörden des Kantons Freiburg bestreitet und beantragt, die Behör- den des Kantons Zürich, evtl. Kanton Thurgau seien berechtigt und ver- pflichtet zu erklären, die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1);

  • A. zudem beantragt, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren, da gegen ihn im Kanton Freiburg ein Strafverfahren wegen Ehr- verletzung geführt werde (act. 1);

  • gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG i.V.m. Art. 279 Abs. 2 BStP gegen den Entscheid einer kantonalen Strafverfolgungsbehörde über die Zuständigkeit sowie wegen Säumnis beim Erlass eines solchen Entscheides bei der Be- schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (TPF BG.2004.12 vom 12. August 2004 E. 2.2; TPF BG.2005.7 vom

  1. März 2005 E. 1.1);
  • A. keinen Entscheid der Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg über ihre Zuständigkeit eingereicht hat und folglich kein Anfechtungsobjekt vorliegt (wie bereits im Verfahren TPF BG.2007.28 vom 4. Dezember 2007);

  • A. geltend macht, die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg hät- ten nicht auf sein Schreiben vom 29. September 2007 reagiert, wonach er die Überweisung des Falles an die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich verlangt habe;

  • A. damit sinngemäss eine Säumnis der Strafverfolgungsbehörden des Kan- tons Freiburg beim Erlass eines Entscheides über die Zuständigkeit geltend macht;

  • A. aber die Möglichkeit hat und im Übrigen bereits mit Entscheid der I. Be- schwerdekammer vom 4. Dezember 2007 (TPF BG.2007.28 vom 4. De- zember 2007) darauf hingewiesen wurde, seine Unzuständigkeitseinrede bei der Verhandlung vor den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Frei- burg vom 18. Dezember 2007 (siehe TPF BG.2007.28 vom 4. Dezember

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2007 act. 1.1) erneut vorzubringen und einen anfechtbaren Entscheid über die Zuständigkeit zu verlangen, welcher allenfalls bei der I. Beschwerde- kammer des Bundesstrafgerichts angefochten werden könnte;

  • im Hinblick auf den Ausgang des Verfahrens auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 219 Abs. 1 BStP);

  • die Beschwerde demnach verfrüht und mangels eines gültigen Anfech- tungsobjektes nicht einzutreten ist (siehe dazu TPF BG.2007.28 vom 4. De- zember 2007; TPF BB.2006.35 vom 17. November 2006);

  • das Gesuch um aufschiebende Wirkung damit gegenstandslos wird;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens A. die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 300.-- festgesetzt wird (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32).

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird als gegenstandslos von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 12. Dezember 2007

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Kantonsgericht
  • Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
  • Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau

Beilage:

  • 1 Einzahlungsschein

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Parole chiave

territorial jurisdictioninadmissibilityprematuritysuspensive effectcourt costscriminal procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the cantonal authorities' territorial jurisdiction was admissible without an appealable decision on competence

Decisione estratta

The complaint was premature and inadmissible because no appealable cantonal decision on jurisdiction had been submitted.

Motivazione estratta

The court held that, under the applicable provisions, review requires an appealable decision or a failure to decide. A. had not produced such a decision, and he could still raise the jurisdictional objection at the upcoming Freiburg hearing and seek a reviewable ruling.

Questione giuridica chiave

Whether the request for suspensive effect should be granted

Decisione estratta

The request became moot once the complaint was found inadmissible.

Motivazione estratta

Because the main complaint could not be entered upon, there was no basis for deciding provisional relief.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs

Decisione estratta

The appellant had to pay the court fee of CHF 300.

Motivazione estratta

Costs followed the unsuccessful outcome of the proceedings.

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