Withdrawal of complaint ends seizure appeal; costs imposed on appellants

BB.2011.16,BB.2011.17,BB.2011.18Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi15 apr 2011Withdrawn

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Criminal Court’s I. Complaint Chamber dealt with three appellants who had challenged a decision lifting a seizure in a criminal investigation conducted by the Federal Prosecutor’s Office. During the exchange of written submissions, their counsel withdrew the complaint and asked that no costs be charged. The court held that the withdrawal was admissible under Art. 386(2)(b) CCP, that it terminated the dispute, and that the case had to be struck from the docket. It further held that no exception justified departing from the ordinary cost rule, so the appellants were ordered to pay a CHF 200 court fee, set off against their CHF 1,500 advance, with CHF 1,300 to be reimbursed.

Massima Omnilex

Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO; Rückzug der Beschwerde im schriftlichen Verfahren; Kostenfolgen nach Art. 428 Abs. 1 und 2 StPO. Wird eine Beschwerde vor Abschluss des Schriftenwechsels zurückgezogen, erledigt dies den Streit und führt zur Abschreibung des Verfahrens. Die zurückziehende Partei gilt kostenrechtlich als unterliegend; ein Abweichen von der Regel des Art. 428 Abs. 1 StPO setzt einen Ausnahmegrund nach Abs. 2 voraus. Liegt kein solcher vor, sind die Verfahrenskosten der beschwerdeführenden Partei aufzuerlegen; bei bereits geleistetem Kostenvorschuss ist die Verrechnung und allfällige Rückerstattung des Überschusses anzuordnen (vgl. Erw. 1-2).

Testo completo

Beschluss vom 15. April 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Giuseppe Muschietti, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

  1. A.,
  2. B.,
  3. C., alle vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Rüdy,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Einziehungsbeschlagnahme (Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummern: BB.2011.16, BB.2011.17, BB.2011.18

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft gegen D. eine Untersuchung führt wegen des Ver- dachts der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 StGB sowie des versuch- ten Betrugs gemäss Art. 146 StGB (Akten BA, pag. 1-00001);

  • sie im Rahmen dieses Verfahrens u. a. die bei der Bank E. AG liegenden Vermögenswerte der F. Ltd. beschlagnahmte (Akten BA, pag. 7.2.1.-00001 ff.);

  • sie die diesbezügliche Beschlagnahme mit Verfügung vom 31. Januar 2011 aufhob (act. 1.1);

  • Rechtsanwalt Rüdy im Namen der eingangs erwähnten Beschwerdeführer

    als (mutmassliche) Privatkläger hiergegen am 14. Februar 2011 bei der

    1. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob und
    2. a. die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragte (act. 1);
  • Rechtsanwalt Rüdy im Rahmen des Schriftenwechsels vor der I. Be- schwerdekammer die Beschwerde mit Eingabe vom 5. April 2011 zurück- zog und diesbezüglich beantragt, den Beschwerdeführern keine Kosten aufzuerlegen (act. 16);

  • diese Eingabe der Bundesanwaltschaft am 6. April 2011 zur Kenntnis ge- bracht worden ist (act. 17).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses bei schriftlichen Verfahren bis zum Abschluss des Schriftenwechsels und allfälliger Beweis- oder Akten- ergänzungen zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO);

  • die Rückzugserklärung (Abstand) den Rechtsstreit beendet (in diesem Sin- ne CALAME, Commentaire romand, Bâle 2011, n°4 ad art. 386 CPP);

  • das Beschwerdeverfahren demzufolge als erledigt von der Geschäftskon- trolle abgeschrieben werden kann (in diesem Sinne ZIEGLER, Basler Kom- mentar, Basel 2011, Art. 386 StPO N. 4);

  • 3 -

  • die Parteien die Kosten des Beschwerdeverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens tragen, wobei als unterliegend auch die Par- tei gilt, die die Beschwerde zurückzieht (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • die vor Inkrafttreten der StPO geltenden Prozessordnungen und die Recht- sprechung vorsahen, dass die zuständige Behörde unter gewissen Um- ständen von der allgemeinen Regel (im Sinne des Art. 428 Abs. 1 StPO) abweichen konnte, wobei in Art. 428 Abs. 2 StPO diese Ausnahmen vom Gesetzgeber aber offenbar bewusst nur zum Teil übernommen wurden (vgl. hierzu Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1328; vgl. auch DOMEISEN, Basler Kom- mentar, Basel 2011, Art. 428 StPO N. 17; GRIESSER, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010; Art. 428 StPO N. 6);

  • vorliegend kein Ausnahmegrund im Sinne von Art. 428 Abs. 2 StPO vor- liegt, weshalb der Antrag der Beschwerdeführer, ihnen keine Kosten aufzu- erlegen, nicht gutgeheissen werden kann;

  • die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf Fr. 200.-- festgesetzt (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstraf- gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädi- gungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet wird;

  • die Bundesstrafgerichtskasse den Beschwerdeführern daher Fr. 1'300.-- zurückzuerstatten hat;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erle- digt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt, un- ter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.--.

Die Bundesstrafgerichtskasse hat den Beschwerdeführern Fr. 1'300.-- zu- rückzuerstatten.

Bellinzona, 15. April 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Bernhard Rüdy
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Parole chiave

withdrawalcomplaintseizurecostswritten proceedingsdocket removalcriminal procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint had to be struck from the docket after withdrawal.

Decisione estratta

Yes. In written proceedings, an appeal may be withdrawn until completion of the exchange of briefs and any evidentiary or file supplements; the withdrawal ends the dispute and the case is removed from the docket.

Motivazione estratta

The court found a valid withdrawal under Art. 386(2)(b) CCP, which terminates the proceedings.

Questione giuridica chiave

Who bears the costs after withdrawal of the complaint.

Decisione estratta

The appellants had to bear the court fee; no exception under Art. 428(2) CCP applied.

Motivazione estratta

A withdrawing party is treated as unsuccessful for costs purposes, and the court saw no reason to depart from the general rule.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.