No standing to challenge witness summonses; appeal inadmissible

BB.2006.64Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi20 set 2006Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Criminal Court's Appeals Chamber held that the accused had been timely informed of the scheduled witness hearings and had no entitlement to force a postponement of those dates. The right to attend witness examinations is a procedural right that must be enabled, but it is up to the accused to arrange attendance or representation. Because the complaint was manifestly unfounded, the court did not enter into it. The request for suspensive effect became moot. Costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 29 Abs. 2 and 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK; Art. 219 Abs. 1 BStP: The accused is entitled, as a rule, to be notified in time of witness examinations and to attend them at least once with the possibility of asking supplementary questions. However, there is no entitlement to have the hearing dates postponed; the entitled person must organize attendance or representation. The right to be heard is of formal character and the validity of the procedural act is not affected by whether the right is exercised. A manifestly unfounded complaint may be disposed of by non-entry; ancillary requests for suspensive effect then become moot.

Testo completo

Entscheid vom 20. September 2006 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Bernard Bertossa und Tito Ponti, Gerichtsschreiberin Petra Williner

Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Erni,

Beschwerdeführer

gegen

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Vorinstanz EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH- TERAMT,

Gegenstand Beschwerde betreffend Verletzung von Parteirechten und Gesuch um aufschiebende Wirkung (Art. 214 Abs. 1 und 218 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2006.64

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt (nachfolgend „Untersuchungs- richteramt“) gegen A. und weitere Beschuldigte wegen fahrlässigen Tötungs- und Körperverletzungsdelikten eine Voruntersuchung führt (act. 1.1);

  • das Untersuchungsrichteramt am 11. September 2006 B. als Zeuge auf den

  1. September 2006, 09:00 Uhr (act. 1.1), C. als Zeuge auf den 26. Septem- ber 2006, 09:00 Uhr (act. 1.2), D. als Zeuge auf den 26. September 2006, 10:30 Uhr (act. 1.3) und E. als Zeuge auf den 28. September 2006, 13:30 Uhr (act. 1.4) vorlud;
  • diese Vorladungen dem Verteidiger von A. in Kopie zugestellt wurden (act. 1.1, 1.2, 1.3 und 1.4);

  • A. gegen diese Vorladungen mit Beschwerde vom 18. September 2006 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen verlangt, die Vorladungen seien aufzuheben und das Untersuchungsrichteramt sei anzuweisen, die erneute Vorladung der Zeugen mit der Verteidigung abzusprechen; überdies sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen (act. 1);

  • mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens auf die Durchführung eines Schrif- tenwechsels verzichtet wurde (Art. 219 Abs. 1 BStP);

  • dem Beschuldigten nach Art. 29 Abs. 2 und 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK in der Regel mindestens einmal Gelegenheit zu geben ist, den Einvernahmen von Zeugen beizuwohnen und Ergänzungsfragen zu stellen (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 252 N. 6);

  • die zur Anwesenheit berechtigten Personen von Verhandlungsterminen rechtzeitig zu benachrichtigen sind, wobei sie aber keinen Anspruch auf Ver- schiebung der Tagfahrt haben (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 396 N. 20; vgl. TPF BB.2006.43 vom 14. September 2006 E. 5.2, BK_B 016/04 [8G.26/2004] vom 27. Mai 2004 E. 3.5);

  • A. vorliegend vom Untersuchungsrichteramt rund zwei Wochen vor den Ein- vernahmen und mithin rechtzeitig über die konkret anberaumten Zeugenein- vernahmen in Kenntnis gesetzt wurde, nachdem er bereits am 4. Septem- ber 2006 über die geplanten Einvernahmedaten informiert worden war (act. 1.9);

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  • A. keinen Anspruch auf Verschiebung dieser Termine hat;

  • es A. überlassen bleibt, ob er die ihm eingeräumte Gelegenheit zur Teilnah- me an den Einvernahmen wahrnehmen will oder nicht;

  • es ausschliesslich ihm obliegt, sich so zu organisieren, dass er den Einver- nahmen persönlich beiwohnen kann oder für eine angemessene Vertretung gesorgt ist;

  • im Übrigen der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist (vgl. BGE 125 I 113, 118 E. 3), die zur Frage stehenden Prozesshandlungen deshalb in ihrer Gültigkeit nicht berührt werden, ungeachtet der Tatsache, ob der Be- rechtigte von seinem Recht Gebrauch mache oder nicht (vgl. HAU- SER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 251 N. 4);

  • sich die Beschwerde nach dem Gesagten zum Vorneherein als unbegründet erweist und somit das Beschwerdeverfahren ohne Weiterungen durch Nicht- eintretensentscheid zu erledigen ist (Art. 219 Abs. 1 BStP; vgl. TPF BB.2005.43 vom 7. Juli 2005 E. 5);

  • das Gesuch um aufschiebende Wirkung damit gegenstandslos wird;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens A. die Kosten desselben zu tragen hat (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32);

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und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 21. September 2006

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Lorenz Erni
  • Schweizerische Bundesanwaltschaft
  • Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Parole chiave

witness examinationright to be heardnotificationnon-entrysuspensive effectcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the witness summonses violated the accused's procedural rights and had to be annulled

Decisione estratta

The accused had been notified in time of the scheduled witness hearings and had no right to demand postponement; the summonses remained valid.

Motivazione estratta

The right to attend witness examinations and ask supplementary questions must generally be afforded at least once, but the entitled person must organize attendance or representation. The right to be heard is formal in nature and does not invalidate the procedural acts if not exercised.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal should have suspensive effect

Decisione estratta

The request became moot because the appeal was not entered into.

Motivazione estratta

Once the appeal was found manifestly unfounded and disposed of by non-entry, the request for suspensive effect no longer had an object.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged to the appellant

Decisione estratta

Court costs were imposed on the appellant, with the fee set at CHF 500.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the non-entry decision.

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