No appeal against language choice and recusal request dismissed

BB.2005.116Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi20 dic 2005Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. challenged a Federal Prosecutor's act of 8 November 2005 requesting the opening of a preliminary investigation and asked that the proceedings be conducted in German and that prosecutor B. be barred for alleged bias. The Federal Criminal Court's Appeals Chamber held that the language request was inadmissible because no appealable order or omission existed. The challenge to the prosecutor's act was dismissed, and the request to prohibit further steps was struck off as moot after the same-day recusal decision. Costs of CHF 1,000 were imposed on A. and offset against the advance.

Massima Omnilex

Art. 105bis Abs. 2 i.V.m. Art. 214 BStP; appealability of prosecutorial acts and lack of an appeal object for language requests. A complaint lies only against an order or omission by the Federal Prosecutor causing unjustified prejudice. A request raised for the first time before the court, without an underlying order or alleged omission, is inadmissible for lack of an appealable object. Where the challenge to a procedural act rests exclusively on an asserted bias ground already disposed of in separate recusal proceedings, the corresponding request is to be dismissed; if the requested interim prohibition loses purpose after the recusal decision, it becomes moot and is struck off. Costs follow the event (Art. 245 BStP, Art. 156 Abs. 1 OG).

Testo completo

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2005.116

Entscheid vom 20. Dezember 2005 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Andreas J. Keller und Tito Ponti, Gerichtsschreiberin Petra Williner

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Björn Bajan,

Beschwerdeführer

gegen

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschwerde gegen Amtshandlung des Bundesan- walts (Art. 105 bis Abs. 2 i.V.m. Art. 214 BStP); Verfah- renssprache (Art. 97 BStP)

  • 2 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwaltschaft“) ein bereits hängiges Strafverfahren am 16. August 2004 auf A. wegen Geld- wäscherei im Sinne von Art. 305 bis StGB ausdehnte (BA pag. 001000002);

  • der anwaltlich vertretene A. am 28. September 2005 gegen eine im Rahmen des Strafverfahrens ergangene Verfügung der Bundesanwaltschaft vom

  1. September 2005 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde führen liess und unter anderem erstmalig verlangte, Staatsan- walt B. sei von der vorliegenden Strafuntersuchung zufolge Befangenheit zu entheben (act. 1, S. 2 im Verfahren BB.2005.106);
  • die Bundesanwaltschaft am 8. November 2005 beim eidgenössischen Unter- suchungsrichter die Voruntersuchung beantragte (act. 1.2);

  • A. am 15. November 2005 mittels einer als Beschwerde bezeichneten Recht- schrift an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen verlangt, die Verfügung bzw. Amtshand- lung vom 8. November 2005 sei aufzuheben, und es sei Staatsanwalt B. zu untersagen, bis zum Entscheid der Beschwerdekammer des Bundesstrafge- richts über seine Enthebung von dieser Strafuntersuchung zufolge Befangen- heit weitere Verfahrenshandlungen vorzunehmen; ausserdem sei die Strafun- tersuchung einschliesslich das vorliegende Beschwerdeverfahren auf Deutsch weiterzuführen (act. 1);

  • mit Blick auf das Ergebnis des vorliegenden Entscheids auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 219 Abs. 1 BStP);

  • das vorliegende Beschwerdeverfahren ohne präjudizielle Wirkung aus- nahmsweise in deutscher Sprache geführt wird;

  • die Beschwerde den Parteien und einem jeden zu steht, der durch eine Ver- fügung oder durch die Säumnis des Bundesanwalts einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 105 bis Abs. 2 BStP i.V.m. 214 Abs. 2 BStP);

  • der Beschwerdeführer erstmals vor der Beschwerdekammer des Bundes- strafgerichts verlangt, das Verfahren sei inskünftig in deutscher Sprache zu führen;

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  • folglich in diesem Zusammenhang weder eine Verfügung vorliegt, noch eine Säumnis der Beschwerdegegnerin gerügt wird, weshalb auf die Beschwerde in diesem Punkt mangels Beschwerdeobjekts nicht eingetreten wird;

  • zumindest bei summarischer Betrachtung nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschwerdeführer durch den blossen Antrag der Beschwerdegegnerin auf Eröffnung der Voruntersuchung vom 8. November 2005 beschwert ist, was aber mit Blick auf die nachstehende Abweisung des Begehrens offen gelas- sen werden kann;

  • der Beschwerdeführer die Aufhebung der Verfügung bzw. Amtshandlung der Beschwerdegegnerin vom 8. November 2005 nämlich einzig mit der Befan- genheit des Bundesanwalts begründet, und die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit heutigem Entscheid im Verfahren BB.2005.106 auf sein Ausstandsbegehren nicht eintrat, weshalb vorliegend das entsprechende Begehren abzuweisen ist;

  • mit Ausfällung desselben Entscheids das Begehren des Beschwerdeführers, wonach dem erwähnten Staatsanwalt bis zum Ausstandsentscheid der Be- schwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Vornahme weiterer Verfah- renshandlungen zu untersagen sei, zufolge Gegenstandslosigkeit abzu- schreiben ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten des- selben zu tragen hat (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG), und die Ge- richtsgebühr auf Fr. 1’000.-- anzusetzen ist (Art. 3 des Reglements vom

  1. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32), wobei dieser Betrag mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zu verrechnen ist.
  • 4 -

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist und sie nicht zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wird.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1’000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- verrechnet.

Bellinzona, 21. Dezember 2005

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Björn Bajan
  • Schweizerische Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Parole chiave

criminal procedureappealabilitylanguage of proceedingsrecusalmootnesscourt costspreliminary investigation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the proceedings had to be conducted in German

Decisione estratta

The complaint was inadmissible on this point because no appealable order or omission was shown.

Motivazione estratta

The request to use German was raised for the first time before the court; it did not concern a challenged order or alleged omission by the respondent, so there was no appeal object.

Questione giuridica chiave

Whether the prosecutor's request to open the preliminary investigation of 8 November 2005 should be annulled for alleged bias

Decisione estratta

The request for annulment was dismissed.

Motivazione estratta

The appellant relied solely on the prosecutor's alleged bias, but the court had already declared the recusal request inadmissible in a separate decision the same day; therefore the challenge to the act failed.

Questione giuridica chiave

Whether the prosecutor should be prohibited from taking further procedural steps pending a recusal decision

Decisione estratta

The request became moot and was removed from the docket.

Motivazione estratta

Because the court issued its decision on the recusal matter, the interim prohibition request no longer had any purpose.

Questione giuridica chiave

Who bears the costs of the proceedings

Decisione estratta

The appellant had to pay the court fee, offset against the advance payment.

Motivazione estratta

As the appellant was unsuccessful, the costs were imposed on him under the applicable cost rules.

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