Review of deportation detention upheld

AUS.2019.19Tribunale amministrativo17 apr 2019Confirmed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Basel-Stadt Administrative Court reviewed ex officio the migration authority’s order of deportation detention against A____, who had tried to leave Switzerland with forged Greek identity documents. The single judge found that the prerequisites for waiving an oral hearing were met because removal was expected within eight days and A____ had consented in writing. On the merits, the court held that there were concrete indications of absconding under the Foreign Nationals Act, so detention for 12 days was lawful and proportionate. No costs were charged, and the Migration Office was ordered to notify the judgment in a language understandable to A____.

Massima Omnilex

Art. 80 Abs. 2 and 3 AIG; judicial review of deportation detention and waiver of oral hearing; a hearing may be dispensed with if removal is expected within eight days and the person concerned expressly agrees in writing, and the file is clear. Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG: detention is lawful where concrete indications show risk of absconding, in particular conduct evidencing resistance to official orders. The assessment of necessity and proportionality turns on the concrete behaviour of the foreign national and the absence of equally effective milder measures. Cost-free proceedings follow from the applicable cantonal statute (consid. 1-3).

Testo completo

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

als Verwaltungsgericht Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht

AUS.2019.19

URTEIL

vom 17. April 2019

Beteiligte

Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt,

Spiegelgasse 12, 4001 Basel

gegen

A____, geb. [...], von Albanien,

zurzeit in Haft im Gefängnis Bässlergut,

Freiburgerstrasse 48, 4057 Basel

Gegenstand

Verfügung des Migrationsamtes vom 16. April 2019

betreffend Anordnung der Ausschaffungshaft

Nach Durchsicht der Akten und in Erwägung,

dass A____ am 15. April 2019 bei seinem Versuch, nach Frankreich auszureisen, durch die Schweizerische Grenzwacht kontrolliert worden ist und sich dabei mit einer totalgefälschten griechischen Identitätskarte sowie einem totalgefälschten, griechischen Führerausweis ausgewiesen hat,

dass er gleichentags um 12 Uhr dem Migrationsamt Basel-Stadt übergeben worden ist, welches ihn mit Verfügung vom 16. April 2019 aus der Schweiz und dem Schengenraum weggewiesen und zur Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung eine Ausschaffungshaft von 12 Tagen angeordnet hat,

dass gemäss Art. 80 Abs. 2 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG, SR 142.20) die Rechtmässigkeit und Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde zu überprüfen sind, wozu eine Einzelrichterin am Appellationsgericht als Verwaltungsgericht zuständig ist (vgl. § 2 des Gesetzes über den Vollzug der Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, SG 122.300),

dass das Gericht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichten kann, wenn die Ausschaffung voraussichtlich innerhalb von acht Tagen nach der Haftanordnung erfolgen wird und die betroffene Person sich damit schriftlich einverstanden erklärt hat (Art. 80 Abs. 3 AIG),

dass das Migrationsamt in seiner Verfügung vom 16. April 2019 festgehalten hat, für albanische Bürger könne mit einem Ausweisverlustschein unverzüglich ein Flug in die Heimat gebucht werden,

dass der Beurteilte überdies sein Einverständnis unterschriftlich bestätigt hat, womit die Voraussetzungen für den Verzicht auf eine Verhandlung vorliegend erfüllt sind,

dass eine mündliche Verhandlung aufgrund der klaren Aktenlage auch entbehrlich erscheint,

dass nach den gesetzlichen Vorschriften ein Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs einer erstinstanzlichen Wegweisung unter anderem dann in Haft genommen werden kann, wenn konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass er sich der Ausschaffung entziehen will, insbesondere weil sein bisheriges Verhalten darauf schliessen lässt, dass er sich behördlichen Anordnungen widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG),

dass sich A____ anlässlich seiner Kontrolle durch Beamte der Schweizerischen Grenzwacht mit gefälschten Dokumenten ausgewiesen hat, die er sich mit dem Ziel besorgt hatte, sich unberechtigt längere Zeit im Schengenraum aufhalten zu können,

dass er bereits während rund eines Jahres bei seiner Freundin in Frankreich gelebt und dort auch gelegentlich ohne Bewilligung gearbeitet hat,

dass dieses Verhalten deutlich macht, dass er nicht gewillt ist, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten, sondern in Freiheit untertauchen würde, um seinen weiteren Verbleib in Frankreich zu ermöglichen,

dass eine mildere Massnahme als die angeordnete Haft zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs nicht zweckmässig erscheint,

dass das Verfahren kostenlos ist (§ 4 Abs. 1 des Gesetzes über den Vollzug der Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht),

erkennt die Einzelrichterin:

://: Auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung wird verzichtet.

Die über A____ angeordnete Ausschaffungshaft ist vom 15. April 2019, 12 Uhr, bis zum 27. April 2019, 12 Uhr, rechtmässig und angemessen.

Es werden keine Kosten erhoben.

Das Migrationsamt wird angewiesen, A____ das vorliegende Urteil in einer für ihn verständlichen Sprache zu eröffnen.

Mitteilung an:

A____

Migrationsamt Basel-Stadt

Staatssekretariat für Migration

VERWALTUNGSGERICHT BASEL-STADT

Die Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht

lic. iur. Saskia Schärer

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Diese ist mit einem Antrag und einer Begründung zu versehen. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.

Parole chiave

deportation detentionrisk of abscondingwaiver of hearingforged documentscost-free proceedingsnotification in understandable language

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether an oral hearing could be dispensed with in the detention review

Decisione estratta

The requirements for dispensing with a hearing were met because removal was expected within eight days and the detainee gave written consent; a hearing was also unnecessary on the clear file.

Motivazione estratta

Art. 80(3) AIG allows waiver of a hearing when both conditions are satisfied. The authority stated that a flight home could be booked immediately for Albanian nationals with a loss-of-documents certificate, and the detainee signed his consent.

Questione giuridica chiave

Whether deportation detention was lawful and proportionate

Decisione estratta

The ordered detention was lawful and appropriate from 15 April 2019, 12:00 to 27 April 2019, 12:00.

Motivazione estratta

Concrete indications of absconding existed under Art. 76(1)(b)(4) AIG: the detainee used forged documents, had previously lived and worked irregularly in France, and his conduct showed unwillingness to comply with legal orders; no milder effective measure was available.

Questione giuridica chiave

Whether court costs had to be charged

Decisione estratta

No costs were imposed because the procedure is free of charge.

Motivazione estratta

The cantonal statute on enforcement of coercive measures in foreign nationals law provides for cost-free proceedings.

Questione giuridica chiave

Whether the migration authority had to communicate the judgment in a language understandable to the detainee

Decisione estratta

The migration authority was instructed to serve the judgment in a language understandable to A____.

Motivazione estratta

The court issued a notification instruction as part of the operative part.

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