Privat complainant not entitled to appeal refusal of pretrial detention

HB.2016.25Tribunale superiore / Giudice unico23 mag 2016Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Basel-Stadt Appellationsgericht, sitting as single judge, dealt with a private complainant’s appeal against a decision of the coercive measures court refusing to order security detention against the accused. Relying on Art. 222 StPO and Federal Supreme Court case law, the court held that the private complainant lacks standing to appeal such detention decisions; this remedy is reserved to the public prosecutor. The court therefore did not enter into the appeal. It ordered the appellant to pay the appeal costs of CHF 500 and refused any party compensation, since no response was obtained and the accused incurred no defense expenses.

Massima Omnilex

Art. 222 StPO; standing to appeal detention decisions; the private complainant is not entitled to challenge a decision refusing pretrial or security detention, even if it alleges a danger to life. According to the system of the StPO, the right of appeal against such detention rulings belongs to the detained person and, by case law, to the public prosecutor; the private complainant is excluded from this remedy. This applies irrespective of whether the decision concerns the refusal of detention or the release of the accused. Where standing is lacking, the appeal is inadmissible and costs are borne by the appellant; no party compensation is due absent procedural participation by the respondent (consid. 1-2).

Testo completo

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

Einzelgericht

HB.2016.25

ENTSCHEID

vom 23. Mai 2016

Mitwirkende

lic. iur. Christian Hoenen

und Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabrielle Kremo

Beteiligte

A____ Beschwerdeführerin

[...]

vertreten durch [...], Advokat,

[...]

gegen

B____ Beschwerdegegner

[...] Beschuldigter

Gegenstand

Beschwerde gegen eine Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts

vom 3. Mai 2016

betreffend Abweisung des Antrags auf Anordnung von Sicherheitshaft

Das Einzelgericht erkennt:

://: Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

Die Beschwerdeführerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens mit einer Gebühr von CHF 500.– (einschliesslich Auslagen).

Mitteilung an:

  • Beschwerdeführerin

  • Staatsanwaltschaft Basel-Stadt

  • Beschwerdegegner

  • Zwangsmassnahmengericht Basel-Stadt

Begründung:

Die kantonale Beschwerdeinstanz beurteilt Beschwerden gegen Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts in den vom Gesetz vorgesehenen Fällen (Art. 20 Abs. 1 lit. c und Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO). Nach Art. 222 StPO kann die verhaftete Person Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten. Von einem Beschwerderecht der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft ist hingegen nicht die Rede. Das Bundesgericht hat jedoch in BGE 137 IV 22 und 87 sowie in diversen weiteren Entscheiden ein Beschwerderecht der Staatsanwaltschaft gegen Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts, mit denen Anträge um Anordnung von Haft abgelehnt oder Haftentlassungen angeordnet werden, anerkannt. In Bezug auf die Privatklägerschaft hat es jedoch die Legitimation zur Beschwerde gegen solche Verfügungen klar verneint, und zwar sowohl unter dem Gesichtspunkt der Bestimmungen der Strafprozessordnung als auch jener des Bundesgerichtsgesetzes (BGE 139 IV 121 E. 4 S. 124 ff.; vgl. auch Forster, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, Art. 222 StPO N 6). Dies gelte sogar dann, wenn vom Angeschuldigten eine Gefahr für das Leben anderer Personen ausgehe. Es ist somit auch in solchen Fällen ausschliesslich Sache der Staatsanwaltschaft, Entscheide betreffend Haftentlassung oder Ablehnung der Inhaftierung der angeschuldigten Person weiterzuziehen. Demzufolge ist auch vorliegend die Privatklägerin nicht legitimiert, den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts, womit die Anordnung von Sicherheitshaft über B____ abgelehnt worden ist, anzufechten. Daraus folgt, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann.

Entsprechend diesem Ausgang hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. Eine Parteientschädigung ist hingegen nicht geschuldet, da keine Vernehmlassungen eingeholt worden sind und daher dem Beschuldigten kein Verteidigungsaufwand entstanden ist.

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin

lic. iur. Christian Hoenen lic. iur. Gabrielle Kremo

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz im Ausland übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Für die Anforderungen an den Inhalt der Beschwerdeschrift wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Parole chiave

standingpretrial detentionsecurity detentioninadmissibilityprivate complainantappeal costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the private complainant had standing to appeal the refusal to order security detention against the accused.

Decisione estratta

No. Only the public prosecutor may challenge such detention rulings; the private complainant lacks standing under the Swiss Criminal Procedure Code and the Federal Supreme Court case law cited by the court.

Motivazione estratta

Art. 222 StPO grants appeal rights to the detained person, and case law recognizes prosecutorial standing, but expressly denies standing to the private complainant, even where danger to life is alleged.

Questione giuridica chiave

Allocation of appeal costs after non-entry

Decisione estratta

The appellant must bear the appeal costs; no party compensation is due because no observations were requested and the accused incurred no defense costs.

Motivazione estratta

Costs follow the unsuccessful procedural outcome, and there was no compensable participation by the respondent.

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