Criminal appeal discontinued after appellant's death; costs borne by the state

SB.2014.3Tribunale superiore27 lug 2015Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Basel-Stadt Court of Appeal discontinued the criminal appeal because the appellant died shortly after filing the appeal brief, making a judgment impossible. It held that, for cost purposes, the discontinuance is treated like an acquittal under Art. 429(1) StPO. Consequently, all costs of both instances were placed on the state. The appellant’s privately retained counsel was awarded compensation from the court fund for work in the first instance and in the appeal, each amount plus VAT.

Massima Omnilex

Art. 429 Abs. 1 StPO; discontinuance of criminal proceedings after the accused’s death and cost consequences. If the appellant dies during the appeal proceedings, the criminal case cannot be adjudicated on the merits and must be discontinued. For costs, discontinuance is equated with acquittal, so that—save for exceptional cases not at issue—the affected person is entitled to full compensation and the procedural costs of both instances are borne by the state. Counsel’s fees are to be paid from the court fund according to the fee note.

Testo completo

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

Ausschuss

SB.2014.3

ENTSCHEID

vom 27. Juli 2015

Mitwirkende

Dr. Marie-Louise Stamm, lic. iur. Christian Hoenen, lic. iur. Eva Christ,

und Gerichtsschreiber lic. iur. Aurel Wandeler

Beteiligte

A____, geb. […] Berufungskläger

[…]

vertreten durch lic. iur. […], Advokat,

[…]

gegen

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Berufungsbeklagte

Binningerstrasse 21,, 4001 Basel

Privatklägerin

B____, vertreten durch […],

[…]

Gegenstand

Berufung gegen ein Urteil des Strafgerichtspräsidenten

vom 23. Oktober 2013

Verfahrenseinstellung / Kosten

Erwägungen

A____ wurde mit Urteil des Strafgerichts vom 23. Oktober 2013 wegen Beschimpfung und mehrfacher Rassendiskriminierung zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 30.–, Probezeit 2 Jahre, verurteilt. Er hat gegen dieses Urteil durch seinen Privatverteidiger Berufung erklären und die vollumfängliche Aufhebung des Urteils und einen kostenlosen Freispruch beantragen lassen, dies unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren.

Am 14. Juli 2014, kurz nach Einreichen der Berufungsbegründung, ist der Berufungskläger verstorben (Auskunft Einwohnerkontrolle Pratteln). Es kann somit kein Urteil mehr ergehen, weshalb eine Einstellung zu erfolgen hat. In Bezug auf die Kostentragung ist eine Einstellung gemäss Art. 429 Abs. 1 der Strafprozessordnung einem Freispruch gleich zu stellen. Abgesehen von hier nicht zutreffenden Ausnahmen hat die von einer Einstellung betroffene Person Anspruch auf volle Entschädigung. Sämtliche Verfahrenskosten der ersten und zweiten Instanz gehen daher vorliegend zu Lasten des Staates. Ausserdem ist der Privatverteidiger für seine Bemühungen im erst- und zweitinstanzlichen Verfahren aus der Gerichtskasse zu entschädigen (gemäss Honorarnote, insgesamt 13.1 Stunden Aufwand, Ansatz CHF 250.–, zuzüglich Auslagen und MWST).

Demgemäss erkennt das Appellationsgericht (Ausschuss),

://: Das Strafverfahren gegen A____ wird eingestellt.

Lic. iur. […] werden für seine Bemühungen vor erster Instanz eine Entschädigung von CHF 2‘054.– (inkl. Auslagen), zuzüglich 8 % MWST von CHF 164.30, und für die zweite Instanz eine Entschädigung von CHF 1‘313.– (inkl. Auslagen), zuzüglich 8 % MWST von CHF 105.05, aus der Gerichtskasse ausgerichtet.

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber

lic. iur. Eva Christ lic. iur. Aurel Wandeler

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz im Ausland übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Für die Anforderungen an den Inhalt der Beschwerdeschrift wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft können gegen einen allfälligen Entscheid betreffend ihre Entschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b der Strafprozessordnung (StPO) innert 10 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde beim Bundesstrafgericht (Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellinzona) erheben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_360/2014 vom 30. Oktober 2014).

Parole chiave

criminal appealdeath of appellantdiscontinuancecost allocationstate costsdefence compensation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the criminal appeal could still be adjudicated after the appellant's death and had to be discontinued.

Decisione estratta

No further judgment could be rendered; the criminal proceedings had to be discontinued.

Motivazione estratta

After the appellant died shortly after filing the appeal brief, the appellate court held that a judgment was no longer possible.

Questione giuridica chiave

How procedural costs and defence compensation should be allocated after discontinuance.

Decisione estratta

The discontinuance was treated like an acquittal for costs; all first- and second-instance costs were borne by the state, and counsel was to be compensated from the court fund.

Motivazione estratta

Under Art. 429(1) StPO, a discontinuance is equivalent to an acquittal for cost purposes; absent applicable exceptions, the affected person is entitled to full compensation.

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