Jurisdiction over collective daily allowance insurance disputes

731 07 395Altro tribunale2 apr 2008Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

D. sued Y. Insurance for additional daily sickness benefits after his employment ended and the insurer reduced payments. The district court declined jurisdiction. The Cantonal Court of Basel-Landschaft held that its Social Insurance Division is competent for collective daily allowance insurance disputes under VVG as well as supplemental health insurance disputes, and that venue was proper under the Federal Act on Civil Procedure and the insurer's forum clause. It therefore entered into the claim.

Massima Omnilex

Art. 85 Abs. 1 and 2 VAG; § 54 Abs. 1 lit. a VPO; collective daily allowance insurance under the VVG may fall within the jurisdiction of the cantonal social insurance court, provided the canton has assigned such disputes to that court. The decisive criterion is the functional connection with supplemental health insurance and the social insurance context; the privatrechtliche nature of the insurance relationship does not preclude cantonal allocation. Territorial jurisdiction is governed by the GestG, subject to a valid forum agreement under Art. 9 Abs. 1 GestG; a clause permitting the claimant's residence as forum is effective if applicable.

Testo completo

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 2. April 2008 (731 07 395)

Die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, beschränkt sich nicht nur auf Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach den Vorschriften des KVG. Sie umfasst auch Streitigkeiten aus kollektiven Krankentaggeldversicherungsverhältnissen nach den Vorschriften des VVG zwischen Versicherten und privaten Versicherungsträgern, die die soziale Krankenversicherung nicht durchführen (Art. 85 Abs. 1 und 2 VAG, § 54 Abs. 1 lit. a VPO; E. 1.2).

Die örtliche Zuständigkeit bei Streitigkeiten aus kollektiven Krankentaggeldversicherungsverhältnissen nach den Vorschriften des VVG zwischen Versicherten und privaten Versicherungsträgern, die die soziale Krankenversicherung nicht durchführen, richtet sich nach dem GestG (Art. 3 Abs. 1 lit. b GestG, Art. 9 Abs. 1 GestG; E. 1.3).

Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung

Zuständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, zur Beurteilung von Streitigkeiten aus kollektiven Krankentaggeldversicherungsverhältnissen nach VVG

Sachverhalt

**D.**war bei der T. AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Y. Versicherungs-Gesellschaft kollektiv krankentaggeldversichert. Seit dem 28. April 2003 war er zu 100 % arbeitsunfähig. Gleichentags kündigte die T. AG das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2004. Bis zum Austritt aus dem Betrieb der T. AG leistete die Y. Versicherungs-Gesellschaft das Krankentaggeld auf der Basis einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit. Danach richtete die Y. Versicherungs-Gesellschaft das Krankentaggeld nur noch gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 30 % aus.

**D.**erhob Klage gegen die Y. Versicherungs-Gesellschaft beim Bezirksgericht G. Darin beantragte er unter o/e-Kostenfolge zulasten der Beklagten, es sei diese zu verurteilen, ihm Fr. 11'089.90 nebst Zins zu 5 % seit 31. März 2004 zu bezahlen. Die Beklagte schloss in ihrer Klagantwort auf Abweisung der Klage.

Mit Urteil der Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts G. wurde mangels sachlicher Zuständigkeit des Bezirksgerichts G. nicht auf die Klage von D. eingetreten. Die Prozessakten wurden zuständigkeitshalber ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsgericht, weitergegeben.

Erwägungen

1.1 Versicherungsverhältnisse zwischen Versicherten und privaten Versicherungsträgern, die - wie die Beklagte - die soziale Krankenversicherung nicht durchführen, unterstehen dem VVG und werden dem Privatrecht zugeordnet. Es stellt sich deshalb die Frage, ob das Kantonsgericht für die vorliegende Klage sachlich zuständig ist.

1.2 Art. 85 Abs. 1 und 2 VAG überlässt es den Kantonen, Streitigkeiten aus der Zusatzversicherung den Sozialversicherungsgerichten zur Beurteilung zuzuweisen. In diesem Rechtsgebiet üben diese dann aber Zivilgerichtsbarkeit aus (Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, § 32 N 1; BGE 124 III 229 E. 2b). Der Kanton Basel-Landschaft hat von dieser Befugnis Gebrauch gemacht und das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht in § 54 Abs. 1 lit. a VPO für sachlich zuständig erklärt. Entgegen der früher teilweise vertretenen Meinung, wonach die sachliche Zuständigkeit des kantonalen Sozialversicherungsgerichts auf Zusatzversicherungen nach den Vorschriften des KVG beschränkt bleibe, umfasst diese auch kollektive Krankentaggeldversicherungsverhältnisse zwischen Versicherten und privaten Versicherungsträgern, die die soziale Krankenversicherung nicht durchführen. Massgebend für die Begründung der sachlichen Zuständigkeit ist dabei, dass ein genereller Konnex zwischen der KVG-Grundversicherung besteht, deren Leistungen im Sinne eines integralen sozialversicherungsrechtlichen Charakters ergänzt werden. Durch die privatrechtliche Krankentaggeldversicherung geht der Charakter einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nicht verloren, da die Lohnfortzahlungspflicht gemäss Art. 324 a und b OR eine sozialpolitisch begründete Massnahme im Rahmen des Arbeitsrechts darstellt (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 6. Auflage, Zürich 2006, N 5 zu Art. 324 a/b OR) und von einem Teil der Lehre gar als Ergänzung zum Sozialversicherungsrecht bezeichnet wird (Manfred Rehbinder, Berner Kommentar, Der Arbeitsvertrag, Art. 319-362 OR, Bern 1985, N 1 zu Art. 324a OR). Hinzu tritt, dass es mit der Rechtsgleichheit nicht vereinbar wäre, wenn die zivilrechtlichen Verfahren aus Krankenzusatzversicherungen von privaten Trägern, die nur die Krankenzusatzversicherungen betreiben, anders behandelt würden als diejenigen Verfahren, die aus Streitigkeiten mit anerkannten Krankenversicherern entstehen (vgl. Beschluss des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 17. November 2004, KK.200200016, E. 3.2.3. und 3.4.). Das Kantonsgericht ist für die vorliegende Klage daher sachlich zuständig.

1.3 Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach GestG. Gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b GestG ist eine Klage gegen eine juristische Person grundsätzlich an deren Sitz zu erheben. Art. 9 Abs. 1 GestG hält fest, dass - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - die Parteien für einen bestehenden oder künftigen Rechtsstreit über Ansprüche aus einem bestimmten Rechtsverhältnis einen Gerichtsstand frei vereinbaren können. Gemäss Art. 15 der "Allgemeinen Bedingungen (AVB) für Kollektiv-Krankenversicherung mit Leistungsdauer 730 Tage abzüglich Wartefrist (BVG-Koordinationsprodukt) Ausgabe 1/1993" steht dem Versicherungsnehmer wahlweise der Gerichtsstand Z. als schweizerischer Hauptsitz der Y. Versicherungs-Gesellschaft oder der schweizerische Wohnsitz oder Sitz des Versicherungsnehmers oder Anspruchsberechtigten zur Verfügung. Der Kläger hat seinen Wohnsitz in G. Das Kantonsgericht ist folglich auch örtlich zur Behandlung der Streitigkeit zuständig. Auf die Klage ist einzutreten.

2. - 5. (materielle Erwägungen)

6. (Kosten)

KG SV vom 2. April 2008 i.S. D. (731 07 395).

Parole chiave

jurisdictionvenuedaily sickness benefitssupplemental insuranceprivate insurerforum agreementsocial insurance court

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Cantonal Court, Social Insurance Division, has subject-matter jurisdiction over a collective daily allowance insurance dispute under VVG.

Decisione estratta

Yes. The division is competent not only for supplemental health insurance disputes under KVG, but also for collective daily allowance insurance disputes under VVG against private insurers not conducting social health insurance.

Motivazione estratta

Cantonal law assigned such disputes to the social insurance court. The court treated collective daily allowance insurance as having a sufficient link to social insurance, and held that equal treatment would be undermined if disputes with private insurers were excluded.

Questione giuridica chiave

Whether venue in Basel-Landschaft is proper for the claim against the insurer.

Decisione estratta

Yes. Territorial jurisdiction is governed by the Federal Act on the Civil Procedure Code; the parties also agreed to a forum clause allowing the claimant's residence as venue, and the claimant lived in G.

Motivazione estratta

Under Art. 3(1)(b) and Art. 9(1) GestG, a claim against a legal entity is brought at its seat unless a valid forum agreement provides otherwise. The insurer's conditions allowed the claimant's residence as a forum.

Questione giuridica chiave

Whether the claim should be entered into after the district court declined jurisdiction.

Decisione estratta

Yes. The district court's non-entry was set aside in effect, and the cantonal court entered into the claim.

Motivazione estratta

Because both subject-matter and territorial jurisdiction existed, the claim was admissible before the cantonal court.

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