Clarification and rectification of invalidity pension judgment

I 577/01Tribunale federale12 feb 2002Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Insurance Court joined two requests by the cantonal IV office and the insured seeking clarification or rectification of its prior judgment of 14 August 2001 concerning the start dates of an invalidity pension. It held that the operative part of the earlier judgment conflicted with the reasoning and that the dates had to be corrected. The corrected dispositive grants the insured a quarter invalidity pension from 1 December 1997 and a full pension from 1 March 1998. No court costs were charged, and the insured received CHF 500 in compensation from the court fund.

Massima Omnilex

Art. 145 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 135 OG; Erläuterung und Berichtigung bundesgerichtlicher Entscheide. Die Erläuterung dient der Klärung eines unklaren, unvollständigen, zweideutigen oder mit den Erwägungen widersprüchlichen Dispositivs; sie erfasst indessen nicht die Erwägungen als solche, ausser soweit deren Heranziehung zum Verständnis des Dispositivs unerlässlich ist. Die Berichtigung bezweckt die Behebung von Redaktions-, Rechnungs- und Kanzleiversehen. Steht das Dispositiv mit den Erwägungen im Widerspruch, ist die Entscheidformel in dem Sinn zu berichtigen, wie es den Erwägungen und dem festgestellten Rechtsanspruch entspricht (consid. 2-3).

Testo completo

[AZA 7]
I 577/01
I 648/01 Gb

III. Kammer

Bundesrichter Lustenberger, Ferrari und nebenamtlicher
Richter Maeschi; Gerichtsschreiberin Polla

Urteil vom 12. Februar 2002

in Sachen
IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich, Gesuchstellerin,

und
S.________, Gesuchstellerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,
betreffend Erläuterung bzw. Berichtigung des Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 14. August 2001

in Sachen:
S.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,

gegen
IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich

A.- Mit Verfügungen vom 12. März 1999 sprach die IV-Stelle des Kantons Zürich S.________ mit Wirkung ab

  1. April 1998 eine halbe und ab 1. Juli 1998 ein ganze Invalidenrente zu. Die gegen die Gewährung einer halben Rente für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1998 erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im dem Sinne teilweise gut, dass die Verfügung aufgehoben und festgestellt wurde, dass ab 1. März 1998 Anspruch auf eine Viertelsrente und ab 1. Juni 1998 auf eine ganze Invalidenrente bestehe (Entscheid vom 25. September 2000). In teilweiser Gutheissung der von S.________ mit dem Begehren um Zusprechung einer höheren Rente ab einem früheren Zeitpunkt erhobenen Verwaltungsgerichtsbeschwerde änderte das Eidgenössische Versicherungsgericht den angefochtenen Entscheid und die Verwaltungsverfügungen vom 12. März 1999 dahingehend ab, dass der Versicherten ab
  2. März 1998 eine Viertelsrente, ab 1. April 1998 ein halbe Rente und ab 1. Mai 1998 eine ganze Invalidenrente zugesprochen wurde (Urteil vom 14. August 2001; I 650/00).

B.- Die IV-Stelle des Kantons Zürich ersucht mit Eingabe vom 17. September 2001 um Erläuterung bzw. Berichtigung des letztinstanzlichen Urteils mit der Feststellung, dass die Rentenfestsetzung im Widerspruch zu den Erwägungen stehe und rechnerische Unstimmigkeiten enthalte.
S.________ lässt mit Schreiben vom 18. September 2001 ebenfalls um Erläuterung bzw. Berichtigung des Urteils vom 14. August 2001 ersuchen, wobei sie geltend macht, auf Grund der Erwägungen bestehe Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Dezember 1997 und auf eine ganze Rente ab 1. März 1998.
Die IV-Stelle und S.________ verzichten auf eine Vernehmlassung zum Erläuterungs- bzw. Berichtigungsgesuch der Gegenpartei.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- Weil die beiden Erläuterungs- bzw. Berichtigungsgesuche das nämliche Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 14. August 2001 betreffen und sich die gleichen Rechtsfragen stellen, sind die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE 123 V 215 Erw. 1, 120 V 466 Erw. 1 mit Hinweisen).

2.- Ist der Rechtsspruch eines bundesgerichtlichen Entscheides unklar, unvollständig oder zweideutig oder stehen seine Bestimmungen untereinander oder mit den Entscheidungsgründen im Widerspruch oder enthält er Redaktions- oder Rechnungsfehler, so nimmt das Bundesgericht auf schriftliches Gesuch einer Partei die Erläuterung oder Berichtigung vor (Art. 145 Abs. 1 OG). Diese Regelung gilt laut Art. 135 OG in gleicher Weise für die Erläuterung oder Berichtigung von Entscheiden des Eidgenössischen Versicherungsgerichts.

Die Erläuterung dient (für das Folgende siehe BGE 110 V 222) dazu, Abhilfe zu schaffen, wenn die Entscheidformel (Dispositiv) unklar, unvollständig, zweideutig oder in sich widersprüchlich ist. Sie kann sich ferner auf Gegensätze zwischen den Entscheidungsgründen und dem Dispositiv beziehen (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. , S. 228; Grisel, Traité de droit administratif, Bd. II S. 945-946), nicht dagegen auf die Entscheidungsgründe als solche (BGE 101 Ib 223 Erw. 3; Saladin, Das Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes, S. 216). Die Erwägungen unterliegen der Erläuterung nur, wenn und insoweit der Sinn der Entscheidformel (Dispositiv) erst durch Beizug der Entscheidungsgründe ermittelt werden kann (BGE 104 V 53 Erw. 1 mit Hinweis; RSKV 1982 Nr. 479 S. 59 Erw. 1a).
Die Berichtigung ist dazu bestimmt, Redaktions- und Rechnungsfehler sowie Kanzleiversehen zu beheben (BGE 110 V 222; vgl. auch Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Bd. V, S. 76 ff.).
3.- Im Urteil vom 14. August 2001 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht die von der IV-Stelle auf Grund der Arbeitsunfähigkeit vorgenommene Invaliditätsbemessung dem Grundsatz nach bestätigt, teilweise jedoch einen anderen Grad der Arbeitsunfähigkeit angenommen und diese auf 20 % für die Zeit bis März 1997, 50 % für April bis Oktober 1997, 80 % für November 1997 bis Februar 1998 und 100 % ab März 1998 festgesetzt. Nicht damit überein stimmt die Schlussfolgerung, wonach die Voraussetzungen für eine Viertelsrente ab 1. März 1998, für eine halbe Rente ab 1. April 1998 und für eine ganze Rente ab 1. Mai 1998 erfüllt waren.
Vielmehr ist der Anspruch auf die Viertelsrente gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG bereits am 1. Dezember 1997 entstanden (1 Monat zu 80 %, 7 Monate zu 50 % und 4 Monate zu 20 % = 42,5 %). Ab 1. März 1998 steht der Versicherten eine ganze Rente zu, nachdem sie in diesem Zeitpunkt bereits mehr als drei Monate in dem für den Anspruch auf die ganze Rente erforderlichen Mass von mindestens zwei Dritteln arbeits- und erwerbsunfähig war (Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV). Die Erwägungen und das Dispositiv des Urteils vom 14. August 2001 sind in diesem Sinn zu berichtigen.
Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I. Die Erläuterungs- bzw. Berichtigungsgesuche werden
gutgeheissen.

II. Dispositiv-Ziffer I des Urteils vom 14. August 2001 wird dahingehend berichtigt, dass S.________ Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Dezember 1997 und auf

eine ganze Invalidenrente ab 1. März 1998 hat.
III. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

IV. S.________ wird für dieses Verfahren aus der Gerichtskasse eine Parteientschädigung von Fr. 500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zugesprochen.

V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse
des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherung
zugestellt.
Luzern, 12. Februar 2002

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Vorsitzende der III. Kammer:

Die Gerichtsschreiberin:

Parole chiave

invalidity pensionclarificationrectificationdispositive contradictioncourt costsparty compensationdisability assessment

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the 14 August 2001 judgment should be clarified or rectified because its dispositive part conflicted with the reasoning and contained calculation errors.

Decisione estratta

Yes. The court held that the dispositive part had to be corrected so that it matched the reasoning on the disability percentages.

Motivazione estratta

Clarification is available when the operative part is unclear, incomplete, contradictory, or inconsistent with the reasons; rectification is available for drafting or calculation errors. Here, the reasoning established a pension entitlement from earlier dates than those stated in the dispositive part.

Questione giuridica chiave

From which dates the insured was entitled to a quarter and a full invalidity pension after correction.

Decisione estratta

A quarter pension was due from 1 December 1997, and a full invalidity pension from 1 March 1998.

Motivazione estratta

Based on the disability assessment, the insured met the requirements for a quarter pension already on 1 December 1997. By 1 March 1998, she had already been incapacitated to the extent required for more than three months, justifying a full pension from that date.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged in the clarification/rectification proceedings and whether the insured should receive party compensation from the court fund.

Decisione estratta

No court costs were charged, and the insured received CHF 500 in party compensation from the court fund.

Motivazione estratta

The court ordered the proceedings without costs and granted compensation for the successful request.

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