Non-entry on new disability claim upheld

I 280/03Tribunale federale25 set 2003Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The claimant challenged a cantonal decision that upheld the IV office’s refusal to enter into a new disability application after an earlier rejection. The Federal Insurance Court held that the later ATSG/ATSV did not apply, that a doctor’s letter did not amount to an appeal or a request for revision, and that no sufficiently plausible deterioration in health had been shown for the relevant period. The administrative appeal was dismissed, the non-entry decision remained in force, and no court costs or party compensation were awarded.

Massima Omnilex

Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV; revision of a final disability decision and review of a non-entry decision on a new application: later ATSG/ATSV provisions do not apply where the contested decision predates their entry into force; a medical letter can justify reopening only if it alleges previously existing but then unknown or unproven facts or evidence capable of altering the assessment. In proceedings against a non-entry decision, the Federal Court examines solely whether a plausible worsening of health since the prior refusal was shown; the substantive pension claim is not adjudicated. Where the appeal fails, no party compensation is due, and cost-free proceedings under Art. 134 OG entail no court costs.

Testo completo

Eidgenössisches Versicherungsgericht
Tribunale federale delle assicurazioni
Tribunal federal d'assicuranzas

Sozialversicherungsabteilung
des Bundesgerichts

Prozess
{T 7}
I 280/03

Urteil vom 25. September 2003
II. Kammer

Besetzung
Präsident Schön, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Ursprung; Gerichtsschreiber Hadorn

Parteien
P.________, 1951, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jürg Baur, Bahnhofstrasse 55, 8600 Dübendorf,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur

(Entscheid vom 3. März 2003)

Sachverhalt:
Mit Verfügung vom 24. September 2001 lehnte die IV-Stelle des Kantons Zürich ein erstes Leistungsgesuch von P.________ (geb. 1951) ab. Auf ein neues Begehren trat sie mit Verfügung vom 10. April 2002 nicht ein.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 3. März 2003 ab.
P.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen und beantragen, es sei ihm ab 1. März 2001 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Ferner sei ihm für das kantonale und das letztinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung auszurichten.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, während das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das kantonale Sozialversicherungsgericht hat die gesetzlichen Be-stimmungen zum Vorgehen der Verwaltung bei Eingang einer Neuanmeldung nach vorherigem abgelehntem Leistungsgesuch (Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV) sowie die Rechtsprechung zur Wiedererwägung (BGE 127 V 469 Erw. 4c, 117 V 12 Erw. 2a, je mit Hinweisen) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Entgegen der Behauptung in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 mit der dazu gehörenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV) im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 10. April 2002) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Bestimmungen anwendbar.
2.
2.1 Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass das Schreiben von Dr. med. M.________, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 25. Oktober 2001 nicht als Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. September 2001 betrachtet werden kann. Auf die entsprechenden Erwägungen im kantonalen Entscheid wird verwiesen. Die erwähnte Verfügung ist somit in Rechtskraft erwachsen.
2.2 Ebenso wenig stellt dieses Schreiben ein Begehren um prozessuale Revision dar. Gemäss konstanter Rechtsprechung sind Sozialversicherungsträger verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 126 V 24 Erw. 4b, 46 Erw. 2b, je mit Hinweisen; nunmehr auch Art. 53 Abs. 1 ATSG). Erheblich können nur Tatsachen sein, die zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestanden haben, jedoch unverschuldeterweise unbekannt waren oder unbewiesen geblieben sind (BGE 108 V 167 Erw. 2b; Meyer-Blaser, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, Ziff. III/2 zu Art. 41). Solche damals unbekannt oder unbewiesen gebliebene neue Tatsachen werden im genannten Schreiben von Dr. med. M.________ jedoch nicht vorgebracht.
3.
Demnach bleibt einzig zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ausreichend glaubhaft gemacht hat, dass sich sein Gesundheitszustand seit der Ablehnung des ersten Gesuchs mit der Verfügung vom 24. September 2001 bis zur Neuanmeldung vom 17. Dezember 2001 massgeblich verschlechtert habe. Die Verwaltung hat dies verneint und das zweite Gesuch mit einer Nichteintretensverfügung erledigt. Praxisgemäss prüft das Eidgenössische Versicherungsgericht in solchen Fällen einzig, ob die IV-Stelle zu Recht nicht auf das neue Gesuch eingetreten ist. Der materielle Antrag auf Gewährung einer ganzen Invalidenrente ist hingegen nicht im vorliegenden Prozess zu beurteilen (BGE 109 V 120 Erw. 1). Ferner ist zu beachten, dass das Datum der streitigen Verwaltungsverfügung die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis darstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), weshalb später eingetretene Sachverhaltsänderungen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden können.
4.
Die Vorinstanz hat in ausführlicher und zutreffender Würdigung der medizinischen Berichte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands als nicht glaubhaft beurteilt. Dem ist beizupflichten. Auf die entsprechenden Erwägungen im kantonalen Entscheid kann verwiesen werden. Die mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde neu eingereichten medizinischen Akten vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern, da sie sich nicht auf die hier zu prüfende Zeitspanne beziehen (Erw. 3 hievor in fine).
5.
Das Verfahren ist kostenfrei (Art. 134 OG). Da der Beschwerdeführer unterliegt, hat er weder für das kantonale noch für das letztinstanzliche Verfahren Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 25. September 2003

Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der II. Kammer: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

disability insurancenon-entry decisionrevisionnew applicationhealth deteriorationfinal decisioncost-free proceedingsparty compensation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the ATSG/ATSV applied to the case despite the challenged decision predating their entry into force.

Decisione estratta

No. The applicable law was the pre-2003 social insurance law in force until 31 December 2002.

Motivazione estratta

Temporal applicability depends on the rules in force when the legally relevant facts occurred and on the facts existing when the contested decision was issued; the challenged decision dated 10 April 2002, so the later ATSG/ATSV did not apply.

Questione giuridica chiave

Whether the doctor's letter of 25 October 2001 could be treated as an appeal against the refusal of 24 September 2001 or as a request for revision.

Decisione estratta

No. It was neither a valid appeal nor a request for procedural revision based on newly discovered facts or evidence.

Motivazione estratta

The refusal had become final. Revision requires previously existing but then unknown or unproven facts or evidence capable of changing the legal assessment, which the letter did not present.

Questione giuridica chiave

Whether the claimant had made a plausible showing of a significant deterioration in health between the first refusal and the new application.

Decisione estratta

No. The deterioration was not made sufficiently plausible, so the insurer was entitled to refuse to enter into the new application.

Motivazione estratta

The lower court’s assessment of the medical reports was upheld, and the new medical records filed before the Federal Court did not concern the relevant time period.

Questione giuridica chiave

Whether the claimant was entitled to a full disability pension and party compensation in the appeal proceedings.

Decisione estratta

The merits claim for a full disability pension was not examined in this proceeding, and no party compensation was awarded because the claimant lost.

Motivazione estratta

In a review of a non-entry decision, the court only examines whether the insurer correctly declined to enter into the new claim; costs-free proceedings do not create an entitlement to compensation for the unsuccessful party.

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