Unentgeltliche legal aid in objection proceedings for disability insurance

I 113/07Tribunale federale21 mar 2007Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The claimant appealed a Bern IV Office decision refusing disability benefits and, in parallel, requested free legal representation for the objection proceedings. The IV Office and later the Bern Administrative Court rejected that request for the objection stage, although the cantonal court granted legal aid for the court appeal. Before the Federal Court, the claimant challenged only the refusal of legal aid in the objection proceedings and also sought legal aid for the federal case. The Federal Court held that the dispute in the objection stage was not unusually difficult and that the objection only briefly contested the medical assessment. It therefore dismissed the appeal, denied federal legal aid for lack of prospects, and imposed no court costs.

Massima Omnilex

Art. 37 Abs. 4 ATSG; unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungs- und Einspracheverfahren nur bei erforderlicher anwaltlicher Vertretung; im Einspracheverfahren besteht ein Anspruch lediglich ausnahmsweise bei schwierigen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen, die anderweitige Hilfe nicht erlauben. Eine bloss kurze Bestreitung des medizinischen Gutachtens in einem durchschnittlich komplexen Fall genügt nicht. Art. 152 OG: Bundesgerichtliche unentgeltliche Rechtspflege setzt hinreichende Erfolgsaussichten voraus; bei offensichtlicher Unbegründetheit entfällt der Anspruch (consid. 2).

Testo completo

{T 7}
I 113/07

Urteil vom 21. März 2007
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Lustenberger und Seiler,
Gerichtsschreiber Maillard.

Parteien
M.________, 1954, Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Andreas Gafner,
Nidaugasse 24, 2502 Biel,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom
22. Dezember 2006.

In Erwägung,
dass M.________ gegen eine rentenablehende Verfügung der IV-Stelle Bern vom 9. November 2005 am 8. Dezember 2005 durch einen Anwalt Einsprache erheben und zugleich um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung für das Einspracheverfahren ersuchen liess,
dass die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2006 die Einsprache und das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abwies,
dass M.________ dagegen Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern erhob mit dem Antrag auf Zusprechung einer angemessenen Invalidenrente und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das Einsprache- und Beschwerdeverfahren,
dass das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 22. Dezember 2006 die Beschwerde samt Begehren um unentgeltliche Verbeiständung im Einspracheverfahren abwies, für das Beschwerdeverfahren indessen die unentgeltliche Verbeiständung gewährte,
dass M.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben hat mit dem Antrag, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei insoweit aufzuheben, als darin die unentgeltliche Prozessführung im Einspracheverfahren verneint wurde, und zugleich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren ersucht,
dass der angefochtene Entscheid vor dem 1. Januar 2007 ergangen ist, weshalb sich das Verfahren noch nach OG richtet (Art. 132 Abs. 1 BGG),
dass nach Art. 37 Abs. 4 ATSG im Verwaltungsverfahren mit Einschluss des Einspracheverfahrens die unentgeltliche Verbeiständung nur gewährt wird, wenn die Verhältnisse es erfordern, was eine bewusste Erschwerung gegenüber der Formulierung von Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG darstellt, weshalb sich im Einspracheverfahren eine anwaltliche Verbeiständung nur in Ausnahmefällen aufdrängt, bei denen schwierige rechtliche und tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine sonstige Verbeiständung z.B. durch Sozialdienste nicht in Betracht fällt (BGE 132 V 200 E. 4.1),
dass sich vorliegend im Einspracheverfahren einzig die Frage der medizinischen Beurteilung des Beschwerdeführers stellte und sich die Einsprache in ihrem materiellen Teil darauf beschränkte, auf ca. einer Seite das medizinische Gutachten in Frage zu stellen,
dass dies keinen Ausnahmefall mit schwierigen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen, sondern im Gegenteil einen Fall von unterdurchschnittlicher Komplexität darstellt,
dass eine Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung in diesem Fall darauf hinausliefe, in praktisch allen oder den meisten Einspracheverfahren einen solchen Anspruch zu gewähren, was indessen der gesetzlichen Konzeption widerspräche (Urteil R. vom 8. November 2006 [I 746/06]),
dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist und im vereinfachten Verfahren erledigt wird (Art. 36a OG),
dass damit auch die unentgeltliche Verbeiständung für das bundesgerichtliche Verfahren infolge Aussichtslosigkeit nicht bewilligt werden kann (Art. 152 OG),
dass für Beschwerdeverfahren im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Rechtspflege praxisgemäss keine Kosten erhoben werden,

erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 21. März 2007
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Parole chiave

disability insurancelegal aidobjection proceedingsmedical assessmentsuccess prospectssimplified procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether free legal representation had to be granted for the objection proceedings in disability insurance matters

Decisione estratta

No. The objection proceedings did not present the exceptional legal or factual difficulty required for appointed counsel.

Motivazione estratta

Under Art. 37(4) ATSG, legal aid in administrative and objection proceedings is granted only when circumstances require it. Here, only the medical assessment was disputed and the objection briefly challenged the expert report, which was of below-average complexity and could not justify counsel as a rule.

Questione giuridica chiave

Whether the claimant was entitled to free legal aid for the federal proceedings

Decisione estratta

No. Because the appeal was manifestly unfounded, legal aid could not be granted due to lack of prospects of success.

Motivazione estratta

The complaint was obviously unfounded and decided under the simplified procedure; therefore the request for legal aid before the Federal Court failed for want of chances of success.

Questione giuridica chiave

Whether court costs should be charged for the federal proceedings

Decisione estratta

No court costs were levied in this type of appeal concerning free legal aid.

Motivazione estratta

The Court noted that, as a matter of practice, no costs are collected in complaint proceedings relating to free legal aid.

Continua la tua ricerca in ChatGPT o Claude

Collega Omnilex per cercare nel corpus legale dal tuo assistente IA.