Revision request based on alleged reformatio in peius rejected

9F_11/2009Tribunale federale / III divisione di diritto pubblico10 giu 2010Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

R. requested revision of a 2006 Federal Insurance Court judgment, arguing that he should have been allowed to withdraw his appeal because the remittal procedure ultimately led to denial of his disability pension. The Federal Supreme Court held that this later unfavorable outcome did not amount to a statutory ground for revision under Articles 121-123 BGG. The revision request was dismissed and court costs of CHF 500 were imposed on the applicant.

Massima Omnilex

Art. 121-123 BGG; revision grounds require a legally cognizable defect in the prior judgment, not the mere fact that a remittal later results in a worse substantive outcome. The retrospective realization that a remittal may have been disadvantageous to the appellant does not constitute a new fact or other revision ground. A procedural warning concerning possible reformatio in peius is assessed ex ante; once the appellate court could not foresee with certainty an adverse outcome, the absence of an opportunity to withdraw the appeal is not revisable (consid. 2). Costs follow defeat under Art. 66 Abs. 1 and 3 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
9F_11/2009

Urteil vom 10. Juni 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Seiler, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiber Scartazzini.

Verfahrensbeteiligte
R.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger,
Gesuchsteller,

gegen

IV-Stelle Luzern, Landenbergstrasse 35, 6005 Luzern,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Revisionsgesuch gegen das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 542/05 vom 17. November 2006.

Erwägungen:

1.
Mit einem Revisionsgesuch vom 5. November 2009, welches zusammen mit einer Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den die Ablehnungsverfügung der Gesuchsgegnerin vom 19. Mai 2008 bestätigenden Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern eingereicht wird, beantragt R.________, es sei das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 17. November 2006 insofern in Revision zu ziehen, als ihm nachträglich die Möglichkeit zum Rückzug der damals eingereichten und zum Urteil vom 17. November 2006 führenden Beschwerde zu gewähren sei.

2.
2.1 Mit Urteil vom 17. November 2006 hatte das Eidgenössische Versicherungsgericht in prozessualer Hinsicht festgehalten, die blosse Möglichkeit einer Schlechterstellung der beschwerdeführenden Partei infolge Aufhebung des angefochtenen Entscheides oder der Verwaltungsverfügung verbunden mit der Rückweisung zu ergänzender Sachverhaltsfeststellung sowie zu neuer Beurteilung der Sache gelte gemäss ständiger Rechtsprechung nicht als reformatio in peius (ARV 1995 Nr. 23 S. 138 E. 3a mit Hinweis auf ZAK 1988 s. 615 E. 2b), es sei denn, die Rückweisung an die Verwaltung habe mit Sicherheit eine Verschlechterung der Rechtsstellung des Beschwerdeführers zur Folge (ARV 1995 Nr. 23 S. 139 E. 3b). Es erscheine zwar möglich, da für den Rentenanspruch als solchen sowie für dessen Umfang das Ergebnis der notwendigen Aktenergänzung von ausschlaggebender Bedeutung sei, dass im Rückweisungsverfahren dem Beschwerdeführer keine oder eine geringere Rente gewährt werde als die vom kantonalen Gericht zugesprochene Dreiviertelrente. Mit Sicherheit stehe dieser Verfahrensausgang aber nicht fest, weshalb dem Beschwerdeführer nicht Gelegenheit zum Rückzug der Verwaltungsgerichtsbeschwerde infolge drohender reformatio in peius gegeben werden müsse.

2.2 Im Revisionsbegehren wird geltend gemacht, sollte die gleichzeitig erhobene Beschwerde vom Bundesgericht abgewiesen werden und damit die Rentenberechtigung definitiv dahinfallen, würde sich eine effektive Schlechterstellung des Beschwerdeführers verwirklichen. Da ihm der negative Verfahrensausgang damit erst jetzt bzw. mit Beschwerdeabweisung bekannt würde, handle es sich um eine neue Tatsache, welche der Revision zugänglich sei.
Der Umstand, dass die Rückweisung zur Verneinung des Rentenanspruchs geführt hat, bildet offensichtlich keinen gesetzlichen (Art. 121-123 BGG) Revisionsgrund. Bis zum Inkrafttreten des Art. 107 Abs. 1 BGG auf den 1. Januar 2007 war es prozessual durchaus zulässig (und kam es auch immer wieder vor), dass ein Rückweisungsverfahren nach Aufhebung eines Entscheides betreffend eine teilweise Leistungszusprechung zur definitiven Rentenablehnung führte. Ein gesetzlicher Revisionsgrund kann darin nicht erblickt werden.
Die Gerichtskosten werden dem Revisionsgesuchsteller als unterliegender Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Gesuchsteller auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der Ausgleichskasse Luzern und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 10. Juni 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Scartazzini

Parole chiave

revisionsocial insurancedisability insurancereformatio in peiusnew factcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the alleged eventual deterioration of the claimant's position after remittal constitutes a statutory ground for revision of the 2006 judgment.

Decisione estratta

No. The fact that the remittal ultimately led to denial of the pension claim is not a statutory revision ground under Articles 121-123 BGG.

Motivazione estratta

The applicant relied on a consequence of the later outcome, but revision requires a legally recognized ground. A mere subsequent realization of an unfavorable procedural consequence does not qualify as a new fact within the meaning of the revision provisions.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs for the revision proceedings.

Decisione estratta

The applicant must bear the court costs as the losing party.

Motivazione estratta

Under Article 66 BGG, costs are charged to the unsuccessful party.

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