Interest on AHV contribution arrears remains due despite administrative delay

9C_56/2010Tribunale federale / III divisione di diritto pubblico26 feb 2010Dismissed

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Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the appeal against a cantonal judgment upholding default interest of 5% on retroactively assessed AHV contributions for 2006 and 2007. It held that, under the statutory interest regime, default interest is owed even if the compensation fund contributed to the delay in collecting contributions. The appellant's request for reimbursement of the already paid interest therefore failed. The court also found no substantiated federal-law error in the cantonal court's refusal to entertain abstract requests for instructions to AHV authorities. Court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Massima Omnilex

Art. 26 Abs. 1 ATSG; Art. 41bis Abs. 1 lit. b and Art. 42 Abs. 2 AHVV: default interest on retroactively assessed contribution arrears is owed irrespective of fault on the part of the compensation fund. The statutory interest scheme serves a standardized balancing of interest gains and losses and is not dependent on a damage-causing or fault-based assessment (consid. 2.2). A complaint is inadmissible in substance to the extent it merely seeks abstract conduct instructions to social insurance authorities without demonstrating a concrete federal-law violation in the case at hand (consid. 2.3).

Testo completo

{T 0/2}
9C_56/2010

Urteil vom 26. Februar 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Borella, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Kernen, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiber Nussbaumer.

Verfahrensbeteiligte
W.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Chutzen-strasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungs-gerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrecht-liche Abteilung, vom 30. November 2009.

Sachverhalt:
Mit Einspracheentscheid vom 17. September 2009 verpflichtete die Ausgleichskasse des Kantons Bern den bei ihr angeschlossenen selbstständigerwerbenden W.________ zur Bezahlung von Verzugszinsen von 5 % auf Beitragsnachforderungen für die Jahre 2006 und 2007 in Höhe von Fr. 72.15 und Fr. 108.75.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 30. November 2009 ab, soweit es darauf eintrat.
W.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides seien ihm die inzwischen bezahlten Verzugszinsen von insgesamt Fr. 180.90 vollständig zurückzuerstatten.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gemäss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen; 133 III 545 E. 2.2 S. 550; 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin prüft das Bundesgericht, unter Berücksichtigung der allgemeinen Begründungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).

1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG) und kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung stellt eine vom Bundesgericht ebenfalls zu korrigierende Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 lit. a BGG dar (SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH, Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, Bern 2007 N 24 zu Art. 97).

2.
2.1 Nach Art. 26 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind für fällige Beitragsforderungen und Beitragsrückerstattungsansprüche Verzugs- und Vergütungszinsen zu leisten. Gemäss Art. 41bis Abs. 1 lit. b AHVV haben Beitragspflichtige Verzugszinsen zu entrichten auf für vergangene Kalenderjahre nachgeforderten Beiträgen ab dem 1. Januar nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches die Beiträge geschuldet sind. Der Zinssatz beträgt 5 % im Jahr (Art. 42 Abs. 2 AHVV).

2.2 Das kantonale Gericht hat zutreffend erwogen, dass der Beitragspflichtige in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 ATSG und Art. 41bis AHVV selbst dann Verzugszinsen zu entrichten hat, wenn die Ausgleichskasse die Verzögerung des Beitragsbezugs verschuldet hat, weil damit einzig die pauschale Ausgleichung der sich aus dem Verzug potentiell sich ergebenden Zinsgewinne des Versicherten und Zinsverluste der Verwaltung bezweckt wird (BGE 134 V 202 E. 3.3.1 S. 206, 405 E. 7.1 S. 410; Urteil 9C_192/2009 vom 6. April 2009). Die Berufung auf die Schadenminderungspflicht führt daher zu keinem andern Ergebnis. Die Höhe des Verzugs- wie auch des Vergütungszinssatzes von 5 %, die im Übrigen auch beispielsweise dem in Art. 104 Abs. 1 OR geregelten Verzugszinssatz entspricht, ist ebenfalls rechtmässig (BGE 134 V 202 E. 3.5 S. 207 mit Hinweisen). Auf Grund der Vorbringen in der Beschwerde, die mehr die rechtspolitische Seite beschlagen, ist nicht dargetan, inwiefern die Erwägungen im kantonalen Gerichtsentscheid offensichtlich unrichtig sind (vgl. Art. 105 Abs. 2 BGG), das Recht willkürlich anwenden (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148) oder sonstwie Bundesrecht verletzen (vgl. Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Höhe der Verzugszinsforderung ist nicht streitig und wird auch vor Bundesgericht nicht beanstandet, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.

2.3 Nichteingetreten ist das kantonale Gericht auf die Begehren des Beschwerdeführers, soweit er wie im letztinstanzlichen Verfahren im Eventualstandpunkt auch, allgemeine Verhaltensanweisungen an die AHV-Behörden losgelöst vom konkreten Fall verlangt. In diesem Punkt legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern das kantonale Gericht mit seinem Nichteintreten Bundesrecht verletzt haben sollte.

3.
3.1 Die Beschwerde hatte keine Aussicht auf Erfolg, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG als offensichtlich unbegründet (Abs. 2 lit. a), ohne Durchführung des Schriftenwechsels mit summarischer Begründung und unter Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid erledigt wird.

3.2 Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer als unterliegende Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. Februar 2010
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Borella Nussbaumer

Parole chiave

default interestAHV contributionssocial insuranceretroactive assessmentadministrative delaycostsinadmissibility

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether default interest on retroactive AHV contribution claims is owed even if the compensation fund caused the delay and the claimant seeks reimbursement of paid interest.

Decisione estratta

Yes. Under the applicable social insurance rules, default interest is owed on late-assessed contribution arrears even where the administration contributed to the delay; the claimed reimbursement is therefore unfounded.

Motivazione estratta

Art. 26 ATSG and Art. 41bis AHVV provide for a standardized interest adjustment to balance possible interest gains and losses. Administrative fault does not eliminate the statutory interest duty, and the appellant's reliance on a duty to mitigate loss changes nothing.

Questione giuridica chiave

Whether the cantonal court wrongly refused to enter into requests for general instructions to AHV authorities unrelated to the concrete case.

Decisione estratta

No. The appellant did not show any federal-law violation in the cantonal court's refusal to examine abstract behavioral instructions outside the specific dispute.

Motivazione estratta

The complaint lacked substantiation on this point, so the cantonal non-entry decision stands.

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